Strafurteile im Deutschen Reich 1929

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Die Strafurteile im Deutschen Reich 1929 bezeichnen eine statistische Zusammenstellung im Deutschen Reich im Jahre 1929. Die zugehörige Zählung der Staatsangehörigen vom 16. Juni 1925 betraf nicht das Saargebiet und Danzig und betrug 62.411.000 Einwohner[1]. Die Angaben bestimmen jeweils die summarischen Urteile bezüglich des genannten Straftatbestands. Die Angabe in den Klammern geben die Anzahl der Angeklagten an. Für das Jahr 1929 wurden 595.656 Urteile mit 700.857 Angeklagten registriert, die Verbrechen und Vergehen gegen die Reichsgesetze überhaupt betrafen.[2]

Straftaten gegen das Strafgesetzbuch[Bearbeiten]

Im Jahr 1929 gab es 420.030 Urteile mit 521.232 Angeklagten bei Verbrechen und Vergehen gegen das Strafgesetzbuch.

  • Hochverrat: 20 (21)
  • Landesverrat: 5 (10)
  • Gewalt und Drohung gegen Beamte: 18.249 (19.503)
  • Hausfriedensbruch: 9.063 (9.957)
  • Arrestbruch: 3.941 (5.352)
  • Verletzung der Eidespflicht: 2.202 (3.874)
  • Unzucht, Notzucht: 5.365 (6.934)
  • Beleidigung: 41.517 (56.559)
  • Mord: 69 (95)
  • Totschlag: 348 (372)
  • Abtreibung: 3.597 (4.146)
  • Leichte Körperverletzung: 13.663 (16.960)
  • Gefährliche Körperverletzung: 34.950 (42.224)
  • Nötigung und Bedrohung: 5.135 (6.097)
  • Einfacher Diebstahl: 74.946 (87.006)
  • Schwerer Diebstahl: 16.163 (17.889)
  • Unterschlagung: 38.705 (47.001)
  • Raub und räuberische Erpressung: 811 (963)
  • Hehlerei: 8.776 12.414)
  • Betrug: 52.626 (71.417)
  • Fälschung öffentlicher Urkunden: 12.620 (14.012)
  • Vergehen in Bezug auf Glücksspiel und Lotterie: 4.500 (5.387)
  • Sachbeschädigung: 10.489 (12.115)
  • Brandstiftung: 466 (607)
  • Verbrechen und Vergehen im Amte: 1.791 (2.287)

Verbrechen und Vergehen gegen das Militärstrafgesetzbuch[Bearbeiten]

Es wurden 487 Urteile mit 644 Angeklagten wegen Verbrechen und Vergehen im Jahre 1929 gegen das Militärstrafgesetzbuch registriert.

Verbrechen und Vergehen gegen andere Reichsgesetze[Bearbeiten]

Diese Straftaten betrafen folgende Tatbestände:

  • Ladenschluss
  • Nahrungsmittelfälschung
  • unerlaubter Waffenbesitz
  • Überschreiten der Polizeistunde
  • Passvorschriften

Bezüglich dieser genannten Straftaten bzw. Vergehen gab es 173.677 Urteile mit 183.015 Angeklagten. Darunter befanden sich folgende besondere Straftaten:

  • Verbrechen und Vergehen gegen das Republikschutzgesetz: 261 (377)
  • Unbefugter Besitz von Schusswaffen und Munition: 5.862 (6.161)
  • Zuwiderhandlungen gegen die aus Anlass des Krieges und der Übergangszeit erlassenen Strafvorschriften wie Preiswucher und verbotener Handel: 1.462 (1.966)

siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen Maximilian Müller-Jabusch (Hrsg.), Handbuch des öffentlichen Lebens, Leipzig 1929, S. 846
  2. Hochspringen Maximilian Müller-Jabusch (Hrsg.), Handbuch des öffentlichen Lebens, Leipzig 1931, S. 177
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