Strafurteile im Deutschen Reich 1926

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Die Strafurteile im Deutschen Reich 1926 bezeichnen eine statistische Zusammenstellung im Deutschen Reich im Jahre 1926. Die zugehörige Zählung der Staatsangehörigen vom 16. Juni 1925 betraf nicht das Saargebiet und Danzig und betrug 62.411.000 Einwohner[1]. Die Angaben bestimmen jeweils die summarischen Urteile bezüglich des genannten Straftatbestands. Die Angabe in den Klammern geben die Anzahl der Angeklagten an.

Straftaten gegen das Strafgesetzbuch[Bearbeiten]

Im Jahr 1926 gab es 414.648 Urteile mit 515.383 Angeklagten bei Verbrechen und Vergehen gegen das Strafgesetzbuch.

  • Gewalt und Drohung gegen Beamte: 20.696 (22.000)
  • Hausfriedensbruch: 8.691 (9.641)
  • Arrestbruch: 3.460 (4.613)
  • Verletzung der Eidespflicht: 2.400 (4.089)
  • Unzucht, Notzucht: 6.363 (8.100)
  • Beleidigung: 46.713 (62.180)
  • Mord: 170 (209)
  • Totschlag: 404 (438)
  • Abtreibung: 6.268 (7.458)
  • Leichte Körperverletzung: 12.785 (16.351)
  • Gefährliche Körperverletzung: 32.146 (38.716)
  • Nötigung und Bedrohung: 5.891 (6.996)
  • Einfacher Diebstahl: 78.175 (92.171)
  • Schwerer Diebstahl: 17.172 (19.403)
  • Unterschlagung: 34.061 (41.775)
  • Raub und räubrische Erpressung: 811 (989)
  • Hehlerei: 12.584 (18.326)
  • Betrug: 53.718 (71.688)
  • Fälschung öffentlicher Urkunden: 11.673 (12.921)
  • Vergehen bei Glücksspiel und Lotterie: 4.222 (4.893)
  • Sachbeschädigung: 9.197 (10.854)
  • Brandstiftung: 534 (789)

Verbrechen und Vergehen gegen das Militärstrafgesetzbuch[Bearbeiten]

Im Jahre 1926 gab es 843 Urteile mit 995 Angeklagten bei Verbrechen und Vergehen gegen das Militärstrafgesetzbuch.

Verbrechen und Vergehen gegen andere Reichsgesetze[Bearbeiten]

Diese Straftaten betrafen folgende Tatbestände:

  • Nichteinhaltung der Sonntagsruhe
  • Nichtbeachtung des Ladenschlusses
  • Nahrungsmittelfälschung
  • unerlaubter Waffenbesitz
  • Überschreiten der Polizeistunde
  • Passvorschriften

Bezüglich dieser genannten Straftaten bzw. Vergehen gab es 174.963 Urteile mit 184.818 Angeklagten im Jahre 1926. Darunter befanden sich folgende besondere Straftaten:

  • Verbrechen und Vergehen gegen das Republikschutzgesetz: 260 (338)
  • Unbefugter Besitz von Schusswaffen und Munition: 15.036 (15.530)
  • Zuwiderhandlungen gegen die aus Anlass des Krieges und der Übergangszeit erlassenen Strafvorschriften wie Preiswucher und verbotener Handel: 8.006 (11.195)

siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen Maximilian Müller-Jabusch (Hrsg.), Handbuch des öffentlichen Lebens, Leipzig 1929, S. 135 und S. 846
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