Wissensvermittlung

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Um den Begriff der Wissensvermittlung bzw. der Wissenskommunikation besser verstehen zu können, ist es sinnvoll, die Teilbegriffe, aus denen er zusammengesetzt ist, zu verstehen.

Wissen[Bearbeiten]

Für den Ausdruck Wissen existieren mehrere Bedeutungen: Er bezeichnet eine Form verdichteter Information, eine soziale Konstruktion (Wissenssoziologie) und in der Wissenschaft (z. B. Pädagogik) Kenntnis (theoretisches Wissen) also auch Fähigkeit oder „Können“ (praktisches Wissen).

Bedeutungsentwicklung des Begriffs: lat. videre = sehen; mhd. wizzen eigtl. = gesehen haben, durch eigene Erfahrung oder zuverlässige Mitteilung Kenntnis von etwas haben, sodass man zuverlässige Aussagen machen kann. Etwas ganz genau, sicher, mit Sicherheit, relativ sicher, aus zuverlässiger Quelle wissen. F. Bacon bedeutet richtig zu wissen, durch Gründe zu wissen, und auch Descartes versteht unter Wissen eine Erkenntnis der Wahrheit aus ihren ersten Ursachen.

Definition[Bearbeiten]

Die Definition des Begriffs ist nicht eindeutig möglich. Es existieren viele verschieden Versionen. Hier die griffigsten und im Zusammenhang der Wissensvermittlung sinnvollsten:

  • Wissen ist eine Information, die auf Erfahrung oder durch logische Ableitung begründet ist.
  • Wissen ist die Fähigkeit, ein Objekt so wahrzunehmen, wie es wirklich ist bzw. die Fähigkeit mit Wissen erfolgreich umgehen zu können. Objektiv gesehen ist Wissen Wahrheit, subjektiv gesehen Gewissheit. In der Philosophie wird Wissen als die Fähigkeit angesehen, Tatsachen und Meinungen erklären zu können d. h. eine besondere Vertrautheit mit einem Sachverhalt.

Arten von Wissen[Bearbeiten]

Das Speichern von Wissen in unserem Gehirn erfolgt nicht auf eine einheitliche Art und Weise, sondern es existieren viele unterschiedliche Formen, in denen Wissen gespeichert wird. Daraus leitet sich ab, dass es in unseren Köpfen viele verschiedene Arten von Wissen gibt (ähnlich Dateitypen beim Computer). Diese Arten lassen sich wie folgt untergliedern:

  • Modalitätsspezifisches Wissen
Damit ist Wissen gemeint, zu dem wir über unsere Sinne gekommen sind, also durch sehen (visuelles Wissen), durch hören (auditives Wissen), durch riechen bzw. schmecken (olfaktorisches Wissen) und durch fühlen bzw. tasten (taktiles Wissen). Im Zusammenhang mit Wissensvermittlung spielt vor allem das visuelle Wissen eine tragende Rolle.
  • Räumliches Wissen
Zu räumlichem Wissen, also dem Wissen über räumliche Anordnungen, gelangt der Mensch über unterschiedliche Sinneseindrücke.
  • Konzeptuelles Wissen (Schemabildung)
Damit ist Wissen gemeint, dass aus Konzepten (= Begriffen) und Verknüpfung von Konzepten besteht. Eine Repräsentation eines aus Erfahrung abgeleiteten Konzeptes nennt man Schema (z. B. das Schema Auto, anhand dessen man einen Ford, Opel oder BMW als Auto erkennt, auch wenn alle unterschiedlich aussehen).
  • Prozedurales Wissen
Damit ist Wissen über Handlungsabläufe gemeint, also die Fertigkeit, etwas zu tun. Die verschiedenen Abläufe und Handlungen sind in unserem Gehirn als motorische Programme abgespeichert. (z. B. die Fähigkeit zu schreien oder das Wissen, wie man sich gegen Regen schützen kann: durch das Aufspannen eines Regenschirms)

Mentale Modelle[Bearbeiten]

Dies bezeichnet eine Art von Wissenssystem, das über die oben genannten Wissensformen hinausgeht. In ein mentales Modell übersetzt der Mensch Sachverhalte, die zu abstrakt sind, um sie sich vorstellen zu können. Dabei ist weniger entscheidend, ob die Modellvorstellung die Realität vollkommen korrekt abbildet, sondern es geht darum, ein adäquates Bild dessen, was man sich klar machen möchte, zu schaffen (z. B. der Stromkreislauf als Wasserkreislauf: die physikalischen Verhältnisse sind vollkommen andere, aber dennoch kann man sich Strom als Wasser vorstellen und erreicht damit eine ungefähre Erklärung, wie sich ein solcher Stromkreislauf verhält).

Kommunikation[Bearbeiten]

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PM3 20:50, 5. Sep. 2010 (CEST)

Von lat. communicatio: Mitteilung, Unterredung. Es existiert keine allgemein anerkannte Definition des Begriffes. In der Sozialwissenschaft und in der Psychologie versteht man unter Kommunikation einen Informationsaustausch, der als lebenswichtig betrachtet werden kann. Kommunikation läuft immer über mindestens drei Stationen: Verschlüsselung (Enkodierung) → Übermittlung (Signalisierung) → Entschlüsselung (Dekodierung, Interpretation).

Man unterscheidet drei Hauptformen der Kommunikation:

Dies bezeichnet den Informationsaustausch innerhalb eines Individuums, z. B. die Aufnahme von Umweltdaten
Dies meint den Informationsaustausch zwischen zwei Individuen.
  • Mediengebundene Kommunikation:
Dies bezeichnet den Austausch zwischen der Gruppe der Kommunikatoren und der Gruppe der Rezipienten, z. B. Journalisten als Kommunikatoren und die Leser der Zeitungen als Rezipienten.

Die intrapersonale Kommunikation wird meistens von der Psychologie, genauer wird sie von der Wahrnehmungs-, Denk- und Lernpsychologie erforscht. Die intrapersonale Kommunikation bildet die Basis für die Ebene der sozialen, der interpersonalen und der mediengebundenen Kommunikation aufbaut. Bei der sozialen Kommunikation wird zwischen vier Faktoren unterschieden:

  • Kommunikator (= Quelle der Information)
  • Aussage (= Information)
  • Medium (= Materieller Träger der Information)
  • Rezipient (= Empfänger der Information)

Ein identischer Zeichenvorrat von Kommunikator und Rezipient für die Aussage ist die Voraussetzung für soziale Kommunikation (z. B. gleiche Sprache).

Unbestritten ist jedoch, dass Kommunikation ein wesentliches Mittel zum Erlangen von Wissen und Erkenntnis ist. Wenn man die Definition so weit fasst, dass Wahrnehmung selbst Teil eines kommunikativen Vorgangs ist, so ist Kommunikation sogar das einzige Mittel, um zu Wissen zu gelangen.

Wissensvermittlung[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

Wissensvermittlung bezeichnet im weitesten Sinne die Vermittlung von Wissen, bzw. die Kommunikation über Wissen. In jeder Kultur finden wir eigene Formen der organisierten wie auch der „freien“ Wissensvermittlung. Im Bereich der gesellschaftlich organisierten Wissensvermittlung sind vor allem Schulen, fachbezogene Berufsausbildungen und Universitäten wichtig. An deren Beispiel wird deutlich, dass es keine verbindlichen Wissensdefinitionen und Wissensinhalte und für den Vermittlungsprozess keine einheitlichen Auffassungen gibt.

Neben der organisierten steht die „freie“ Wissensvermittlung, deren Motive ganz unterschiedlich sein können. Man findet hier neben individuellen Beweggründen auch ökonomische (z. B. Werbung) oder ideologische (z. B. Sekten). Dies zeigt, wie wichtig es ist, bewusst die einzelnen Arten der Wissensvermittlung wahrzunehmen. Daher muss sich die Frage nach der Wissensvermittlung immer auch mit der individuellen Wissensbildung auseinandersetzen, um dem Menschen zu ermöglichen, in der Vielfalt der Wissensangebote sinnvoll wählen zu können.

Geschichtlicher Überblick[Bearbeiten]

Seit Anbeginn der Menschheit existieren Formen der Wissensvermittlung, die sich im Laufe der Zeit fortentwickelt haben. Schon immer haben die Erwachsenen den Kenntnis- und Erfahrungsschatz ihrer Zeit an ihre Nachkommen weitergegeben bzw. von Generation zu Generation überliefert. Es dient zur Bewahrung, Mehrung und Fortpflanzung des Gesellschaftlichen Kenntnisvorrats.

Die Übermittlung von Wissen galt schon immer als wichtigste Aufgabe der Erziehung, wobei die Wissensvermittlung traditionell an die Schule gekoppelt wurde.

Steinzeit: Hier fand Vermittlung beispielsweise von Wissen über Jagen, Hüttenbauen und Werkzeugherstellung, aber auch z. B. durch Höhlenmalerei statt. Außerdem entwickelten sich erste Ursprachen.

Erste Schulen wurden in Griechenland und Ägypten bereits vor über 5000 Jahren gegründet.

Antike: Hier waren die Ziele die Ausbildung junger, vielseitig gebildeter Menschen für Führungspositionen in Staat und Gesellschaft. Die Wissensvermittlung wurde stark durch die Philosophen geprägt und fand demnach in den Bereichen Philosophie, Literatur, Rhetorik und Naturwissenschaften statt. Die Ausbildung fand im Hause der Eltern statt. Ab 6. Jh. v. Chr. gab es erstmals meist private Elementarschulen, wo die Kinder gemeinsam unterrichtet wurden. Erst ab dem 4. Jh. v. Chr. wurde der höhere, staatlich bestimmte Unterricht durch die Sophisten eingeführt. Später entstand das Ephebengymnasium, wo die sieben freien Künste Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik vermittelt wurden.

Mittelalter: Es existierten vor allem kirchliche Schulen und Klosterschulen. Schule diente der Ausbildung von Priestern und Mönchen. Bildung war Privileg der Oberschicht, während die Unterschicht keine Möglichkeit hatte, Wissen zu erlangen, da sie keinen Zutritt zu den Bibliotheken und Schulen hatten. Erst durch die Erfindung der Buchdrucks und die Reformationszeit wurde Bildung einer breiteren Masse zugänglich, auch wenn diese das wissen zu Anfang noch nicht verstand.

Renaissance: Hier fand eine Konzentration der Bildung auf Wissenschaft, Geschichte, Geografie, Musik und körperliche Übung statt. Menschen sollten freier und gebildeter und Stil und Urteilsvermögen entwickeln. Besonderer Wert wurde später auf die klassischen Fächer Griechisch und Latein gelegt, was zur Gründung der Lateinschulen bis hin zum Gymnasium führte.

Zeitalter der Aufklärung: In der Aufklärung fand ein Wandel im Wissenssystem statt. Die Bedürfnisse und Fähigleiten des Kindes rückten in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Als Ziel wurde sich die geistige Mündigkeit des Individuums gesetzt. Durch die Bücher der Aufklärung sollte Wissen allen zugänglich gemacht werden. Die Vernunft und „Pflege des Verstandes“ sollte in den Vordergrund gerückt werden. Der Pädagoge Jean-Jacques Rousseau forderte 1762 die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen. Sein Schüler Johann Heinrich Pestalozzi wollte die Anpassung der Lernmethoden an die Entwicklung des Kindes und die Entwicklung aller Fähigkeiten des Lernenden (Kopf, Herz, Hand).

Ab dem 18. Jh. wurde auch den Mädchen Lesen, Rechnen und Schreiben beigebracht.

Im weiteren Verlauf der Geschichte gingen viele Ziele der Aufklärung zunächst verloren und es entstanden so genannte Lernschulen, in denen der Verstand in den Hintergrund trat und nur noch auswendig gelernt wurde ohne nachzudenken. Danach entstand das Konzept der Arbeitsschule (zwischen 1920 und 1930), in der die Ziele der Aufklärung wieder stärker verfolgt wurden in Verbindung mit dem Prinzip der Wissensanreicherung aus der Lernschule. Hier stand vor allem der eigentätige Wissenserwerb im Vordergrund, durch den man sich Wissen eigenständig aneignen konnte. Das „freitätige“ Lernen stand im Vordergrund. Dieses Konzept existiert bis heute.

Vermittlung von Wissen[Bearbeiten]

Der Mensch ist in seiner alltäglichen Umwelt ständig von Wissensvermittlung umgeben, bewusst wie auch unterbewusst und ohne, dass er dagegen etwas tun könnte. Genauso ist die Wissensvermittlung ein Prozess, der den Menschen ein Leben lang umgibt und seit Anbeginn der Menschheit existiert. Im Folgenden wird unterteilt in organisierte und „freie“ Wissensvermittlung.

  • Organisierte Wissensvermittlung
Dies bezeichnet die Wissensvermittlung als gewollten Prozess, die man vor allem in Bildungsstätten wie Schulen oder Hochschulen findet. Innerhalb der dafür zuständigen Institution wird die Vermittlung des Wissens z. B. durch Lehrer (Mentoren) oder Dozenten betrieben. Zur Vermittlung werden unterschiedliche Medien und Methoden verwendet (z. B. Texte, Filme, Experimente).
  • „Freie“ Wissensvermittlung
Sie findet im menschlichen Alltag statt, ohne dass dieser wirklich darauf Einfluss nehmen kann. Hier „fließt“ das Wissen z. B. durch die Sinne, andere Personen oder Erlebnisse.

Organisierte Wissensvermittlung durch die Schule[Bearbeiten]

Johann Amos Comenius formulierte bereits 1657 in seiner Didactica Magna den Charakter eines idealen Unterrichts: „Erstes und letztes Ziel unserer Didaktik soll es sein, die Unterrichtsweise aufzuspüren und zu erkunden, bei welcher die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr lernen, in den Schulen weniger Lärm, Überdruss und unnütze Mühe herrsche, dafür mehr Freiheit, Vergnügen und wahrhafter Fortschritt, in der Christenheit weniger Finsternis, Verwirrung und Streit, dafür mehr Licht, Ordnung, Friede und Ruhe.“ Unter den so beschriebenen Bedingungen erreicht man ein optimales Klima für Wissensvermittlung.

„Es gibt keinen Königsweg, um zu lernen, sondern viele Wege. Entscheidend ist, dass Schüler geistig aktiv werden, dass sie sich viele Gedanken machen, Verknüpfungen herstellen und diese ordnen und formulieren. Um etwas zu verstehen, braucht man Zeit, und die fehlt vielen Kindern, wenn der Lehrer versucht, die Gedanken seiner Klasse in eine bestimmte Richtung zu lenken.“ (Stern, 8. September 2004)

Arten von in der Schule vermitteltem Wissen[Bearbeiten]

Der Unterricht in Schulen verfolgt drei Gesichtspunkte: Vermittlung von Wissen, Schulung von Fertigkeiten und Entwicklung von Fähigkeiten. Daraus ergeben sich folgende Lernarten, die primär in der Schule vermittelt werden:

  • Lernen als Kennlernen einer Sache
  • Lernen als Aneignung sprachlichen Materiales
  • Lernen als Übernahme von Wortwissen
  • Lernen als einprägen von Wissen

Dabei bezeichnet man „Wissen lehren“ als Wissensvermittlung (ausgehend vom Lehrer) und „Wissen lernen“ als Wissenserwerb (ausgehend vom Schüler).

Man verfolgt dabei das Erreichen von folgenden Lernzielstufen:

  • Reproduktion - (Faktenwissen), d. h. Einblick in ein Wissensgebiet
  • Reorganisation - (eigene Verarbeitung und Anordnung des Stoffes), d. h. Überblick, zu dem man durch Einblick in mehrere Teilbereiche des Wissensgebietes gelangt
  • Transfer - (Grundprinzipien auf neue Aufgaben übertragen), d. h. genaue Kenntnis, die den Überblick voraussetzt und zusätzlich detailliertes Wissen und gedächtnismäßige Verankerung, der zu einer zutreffenden Beschreibung befähigt und die Übertragung auf andere ähnliche Problemstellungen erlaubt
  • Problemlösendes Denken - (zu abgehandeltem Sachverhalt neue Fragen stellen, konstruktive Verbesserungsvorschläge, neue Hypothesen etc.), d. h. Vertrautheit, also erweiterte und vertiefte Kenntnis über einen Sachverhalt, über den man geläufig verfügen kann

Die vermittelten Wissensarten verteilen sich folgendermaßen auf die jeweiligen Lerninstitutionen, die ein Kind durchläuft:

Kindergarten: Lernen eher beiläufig und zufällig (durch Unternehmungen im Kindergarten), also Aneignung erster motorischer Fähigkeiten (Malen, Basteln usw.), erstes soziales Wissen über außerfamiliäre Strukturen und das interaktive Miteinander, Kennenlernen grundlegender gesellschaftlicher Regeln und Sitten

Grundschule: Hier beginnt die planmäßige und methodische Wissens- und Könnensschulung, elementare Wissenserwerbsprozesse (Einmaleins, Schreiben, Grammatik …) werden erlernt, Wissensgrundlegung für spätere Schulabschnitte

Weiterführende Schule: Anknüpfung und Weiterführung des Wissens aus der Grundschule, Erlangung der oben genannten Wissensarten

Methoden der Wissensvermittlung[Bearbeiten]

Es gibt viele verschiedenen Formen der Wissensvermittlung, von denen viele in den Unterricht einfließen oder zumindest einfließen sollten.

  • Aktionsformen:
Damit meint man eine Aktion, durch die Wissen übermittelt, vorgetragen oder erarbeitet werden kann (z. B. Lehrervortrag (Frontalunterricht), Vortrag von Experten, Referate, Schülervortrag, Gruppenarbeit, Partnerarbeit).
  • Unterrichtskonzept:
Neben dem klassischen Unterrichtskonzept des Lehrervortrags existieren Alternativen, die das eigenständige Arbeiten des einzelnen Schülers mehr in den Vordergrund rücken und problemlösendes Denken fördern, sodass der Lehrer im Idealfall nur im Hintergrund als Berater (Mentor) auftritt (z. B. Wochenplanunterricht, bei der die Schüler ein gewisses Wochenpensum an Aufgaben gestellt bekommen, deren Bearbeitung sie sich frei einteilen können).
  • Prozesse zur Wissenserlangung:
Hierbei soll der Schüler durch eigenes Handeln, Experimentieren und Erfahren zu Wissen gelangen. Dieser Weg zum Wissen fördert die Nachhaltigkeit des Lernens (z. B. Experimente (Labor, in der Natur …), Selbsterfahrung, Projekte)
  • Medien zur Wissensvermittlung:
Das Verwenden unterschiedlicher Medien im Sinne von „Datenträgern“, um Informationen und Wissen zu vermitteln. Das Einsetzen von möglichst vielfältigen Medien ist in der Informationsgesellschaft, in der wir heute leben, unabdingbar, um den Schülern den sinnvollen Umgang mit den sie umgebenden Massenmedien und Informationsfluten zu lehren (z. B. Fernsehen, Filme, Radio (Sprache) Internet, Computer, E-Learning, Texte, Bücher, Presse (Magazine, Zeitschriften, Fernsehen, Radio), Tonträger).
  • Außerschulische Lernorte:
Um Wissen sinngebunden weiterzugeben, ist es wichtig mit den Schülern die Orte aufzusuchen, an denen dieses Wissen auch tatsächlich benötigt wird, damit ihnen der Realitätsbezug klar wird. Außerdem ist es wichtig ihnen Orte zu zeigen, an denen sie zusätzlich auf Wissen zugreifen können (z. B. kulturelles Wissen im Theater, Museumsbesuche (Ausstellungen etc.), Bibliothek, Besuche „Vor Ort“ - Zoos, Wanderungen, Betriebe, politische Einrichtungen, Firmen, Vereine)
  • Kreative Prozesse:
Neben dem Aneignen von Fähigkeiten spielt auch das Aneignen von Fertigkeiten eine wichtige Rolle. Dabei ist die Schulung von handwerklichen Fertigkeiten und der Phantasie besonders zu nennen (z. B. durch Rollenspiele, Schauspiel, Kreatives Arbeiten (Malen Zeichen, Modellieren), Musik (z. B. Lernlieder), Sport (z. B. Tanzen)).
  • Visualisierende Darstellungen:
Oft ist es sinnvoll, (komplexe) Lerninhalte durch Übersetzung in visuelle Sprache zu verdeutlichen. Dadurch lassen sich vor allem kompliziertere Zusammenhänge klarer darstellen und werden so einfacher verständlich (z. B. Plakate, Präsentation Tafelbild, Diagramme, Tabellen, Graphen etc.).

Sinn und Ziele der Wissensvermittlung[Bearbeiten]

Die Gesellschaft verlangt vom Individuum eine Aneignung von Wissen. Daraus ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben für die Schulbildung: Neben dem Erlangen eines Repertoires an Fakten- und Allgemeinwissen (z. B. kleines Einmaleins, Schrift, Wortbedeutungen) ist es vor allem ein wichtiges Ziel der Schule, Wissen über Methoden, wie man sich Faktenwissen eigenständig erarbeiten kann, zu vermitteln.

Außerdem sollte die Schule auf den harten Lebens- und Berufsalltag vorbereiten und den Schülern Mittel an die Hand zu geben, um sich in der Gesellschaft zu bewähren. Das bedeutet auch den Erwerb von Grundfähigkeiten in allen Bereichen menschlichen Schaffens. Dazu zählt auch der Umgang mit neuen Medien und der mit ihnen in Verbindung stehenden Informationsflut. Zusätzlich ist es wichtig, die Schüler bei der Bildung der individuellen Persönlichkeit behilflich zu sein und ihren Charakter soweit zu stärken, dass sie den Gefahren des Lebens trotzen können (z. B. Drogen).

Unter Berücksichtung der immer weiter auseinander ragenden sozialen Schere ist es wichtig, einen Ausgleich von sozial bedingten Schwächen zu verfolgen, sodass die Chancen der sozial benachteiligte Schüler denen der anderen angepasst werden.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Schulunterricht dafür Sorge tragen sollte, dass jeder Mensch das Wissen erlangt, um einen Beruf ergreifen und sein Leben sinnvoll gestalten zu können.

Probleme der Wissensvermittlung[Bearbeiten]

Die Wissensvermittlung wird durch die unterschiedlichsten Faktoren erschwert. Dies lässt sich nicht zuletzt an der Pisa-Studie ablesen. Diese zeigt, dass deutsche Schüler vor allem Probleme beim Verwerten von Informationen haben. Dabei hat die Pisa-Studie vor allem zwei Ergebnisse festhalten können:

  1. Bereits im frühen Kindesalter findet keine ausreichende Wissensvermittlung statt, sodass sich im Verlauf der Zeit Wissensdefizite einstellen.
  2. In der Schule gelingt es nicht, soziale Unterschiede auszugleichen und für eine Gleichheit an Chancen zu sorgen.

Eines der größten Probleme ist, wie in allen Bereichen auch, bei der Wissensvermittlung der Faktor Geld. Es können nicht alle Möglichkeiten zur optimalen Wissensvermittlung ausgeschöpft werden, wodurch sie unter anderem qualitativ leidet. Aber auch in vielen familiären Bereichen macht sich der Geldmangel bemerkbar. Denn obwohl Bildung ein Allgemeingut sein sollte (nach W. Klafki), ist sie gerade in unserer Gesellschaft anscheinend von den zur Verfügung stehenden Mitteln abhängig.

Ein weiteres Problem birgt die Erziehung durch das Elternhaus in sich, das in vielen Fällen daran scheitert, den Kindern eine Erziehung zu vermitteln, die das Verhalten in der Schule verbessert und die Motivation der Kinder steigert. Denn nur durch ein konzentriertes bzw. „sittliches“ Lernklima lässt sich Wissen wirklich nachhaltig vermitteln. Allerdings ist hier anzumerken, dass durch die Medienvielfalt (Fernsehen, Computerspiele, Internet …) den Eltern viele Kontrollmöglichkeiten entzogen werden. Aber nicht nur die Eltern, auch die Lehrer scheitern oft an den neuen Medien, da sie sich oftmals nicht auf dem technischen Stand ihrer Schüler befinden bzw. dem Computer und dem Internet didaktische Fähigkeiten zusprechen, die diese de facto nicht haben.

Neben dem finanziellen stellt auch der zeitliche Aspekt ein Problem dar. Der dicht geknüpfte Lehrplan lässt dem Lehrer meistens keinen Raum um auf individuelle Gegebenheiten in der Klasse einzugehen. Dadurch können das Vorwissen, die Vorerfahrung und die fest gefügten Einstellungen, welche die Schüler mitbringen, nur unzureichend berücksichtigt werden und erschweren damit den Lernprozess anstatt ihn zu bereichern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Steffen-Peter Ballstaedt: Wissensvermittlung: Gestaltung von Lernmaterial. Psychologie Verlags Union, Weinheim 1997.
  • Gerhard Steindorf: Lernen und Wissen: Theorie der Wissens und der Wissensermittlung. Klinghardt, Bad Heilbrunn 1985.
  • Jochen Kade, Wolfgang Seitter: Pädagogische Kommunikation im Strukturwandel: Beiträge zum Lernen Erwachsener. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, 2005.
  • Gerhard Eberle: (Duden) Schülerduden, Die Pädagogik. Bibliographisches Institut, Mannheim 1989.
  • Johann Amos Comenius: Didactica Magna. (nlat. Große Unterrichtslehre) Pädag. Hauptschrift, 1627-1632, ersch. 1657.
  • AWO Bundesverband e. V. (Hrsg.), Angelika Diller (Redaktion): Bildungsqualität in Tageseinrichtungen für Kinder gestalten, steuern und weiterentwickeln. (Disskusionspapier) Januar 2003.
  • Was ist vorschulische Erziehung? Otto Maier Verlag Ravensburg, 1972.
  • Interview: Fehler sind fürs Lernen wichtig. Stern, 8. September 2004.
  • Christiane Kallenbach: Perspektivenwechsel – Lernen ist nicht nur Wissensvermittlung. 2001.
  • Dagmar Wilde: Lehren und Lernen mit neuen Medien erfordert Kompetenzen und Konzepte.

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