KDStV Niedersachsen Braunschweig
K.D.St.V. Niedersachsen | ||||||
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Wappen | Zirkel | |||||
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Basisdaten | ||||||
Hochschulort: | Braunschweig | |||||
Gründung: | 13. Januar 1920 | |||||
Korporationsverband: | Cartellverband | |||||
Kürzel: | Nds | |||||
Farbenstatus: | farbentragend | |||||
Farben: |
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Fuchsenfarben: |
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Religion / Konfession: | katholisch | |||||
Stellung zur Mensur: | nichtschlagend | |||||
Mitglieder insgesamt: | 245 (2011) | |||||
Website: | www.kdstv-niedersachsen.de |
Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Niedersachsen (KDStV Niedersachsen) im CV zu Braunschweig ist eine farbentragende, nichtschlagende Studentenverbindung, die dem größten Akademikerverband Deutschlands, dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) angehört.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]Geschichte[Bearbeiten]
Vor dem 2. Weltkrieg[Bearbeiten]
Am 13. Januar 1920 wurde damals die AV Niedersachsen von AH Dr. A. Machens (AV Frisia Hannover) gegründet. Dies war nicht einfach, denn man musste vielerorts gegen den Widerstand der Behörden angehen. Aber es war geschafft, eine katholische, nichtschlagende aber dafür farbendtragende Studentenverbindung wurde gegründet, die „Akademische Verbindung Niedersachsen“ im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV). Junge Studenten versammelten sich um nach den Prinzipien „Religion, Wissenschaft und Freundschaft“ zu leben. Man plante gemeinsame Freizeit und half sich beim Studium an einer Technischen Hochschule, die zwischen den Kriegen nie mehr als 1200 Studenten hatte, meist erheblich weniger. Für zwanzig Korporationen in Braunschweig eine schmale Basis. Doch erst als Ende der 20er Jahre der Nationalsozialismus in die Studentenschaft eindrang, auch in die Korporationen, kam der Niedergang. Nach Hitlers Machtübernahme gelang es nicht mehr, neue Mitglieder zu werben. 1935 erlosch die Verbindung, zehn Jahre später versank das Dritte Reich in Schutt und Asche.
Nachkriegszeit[Bearbeiten]
Dass die alten Korporationen wiederkommen würden, daran glaubte niemand mehr. Und doch waren junge Leute aus der Kath. Studentengemeinschaft Braunschweig wieder angetan von der Idee einer Lebensverbindung und gründetet 1948, von wenigen alten Herren unterstützt, die „Niedersachsen“ als Kath. Deutsche Studentenverbindung neu. Im Zuge der religiösen Renaissance nach dem Krieg gedieh die junge Gemeinschaft und überwand in jugendlicher Unbekümmertheit die Armseligkeit der Zeit. Vom Überkommenen übernahmen die Jungen das, was ihnen wesentlich erschien: Die Regeln des Zusammenlebens und bei ihren Zusammenkünften das Farbentragen als Zeichen innerer Verbundenheit. Von alten Traditionen wie Trinkzwang oder "Standesehre" hatte man sich getrennt. Nachdem sich die Lebensverhältnisse einzelner Bundesbrüder gebessert haben, wuchs auch wieder der Kontakt zu Verbindungen des Cartellverbandes (CV) an anderen Universitäten; Studienplatzwechsler wurden Mitglieder bei „Niedersachsen“ und umgekehrt. 1965 ging ein alter Traum in Erfüllung: Zusammen mit der Akad. Turnverbindung „Saxonia“ (ATV Saxonia) bezogen die „Niedersachsen“ ein eigenes Haus.
Studentenunruhen 1968 bis heute[Bearbeiten]
Von nun ging es mit der Verbindung aufwärts, aber auch dieser Trend sollte nicht lange andauern. In der Folge der „Studentenrevolte“ von 1968 kam es zur ernsten Krise. Studenten der "Neuen Linken" gewannen in der Verbindung die Oberhand, bei der radikalen Verfolgung politischer Utopien blieb die bundesbrüderliche Freundschaft auf der Strecke. Nachdem man alle gutwilligen Kräfte mobilisieren konnte, gelang es schließlich die wirren Ideologien aus der Verbindung zu werfen. Was dann folgte war ein schwieriger Wiederaufbau. Im Zuge der Ökumene wurde heiß über die Beibehaltung des „Katholizitätsprinzips“ diskutiert. Bei aller Achtung ihrer evangelischen Mitchristen blieb die Verbindung aus Gründen der inneren Geschlossenheit nun ihrem Grundsatz treu. Auch ein anderes Thema wurde diskutiert, es ging um Frauen in der Verbindung. Sie sind zwar längst überall dabei, ausgenommen die Convente. Aber hier ging es um die volle Mitgliedschaft sowie Couleur. Man fügte sich jedoch den Realitäten: Das war in der Verbindung und im Cartellverband aus vielerlei Gründen nicht möglich.
Hier und in ihrer ganzen Geschichte zeigt sich das Wesen einer traditionellen Verbindung im Vergleich mit vielen ungebundenen studentischen Vereinigungen, die kommen und gehen. Drei Generationen in einer lebenslangen Gemeinschaft, die Ältesten noch im Kaiserreich geboren. Sie alle waren einmal Studenten an derselben Technischen Universität Carolo-Wilhelmina, im selben Braunschweig. Sie alle waren aktive Mitglieder der Verbindung. Vieles hat sich seit den Anfängen geändert, und manches wird noch anders werden, aber die Grundsätze der Gründer werden bleiben, nämlich die Freundschaft im Bund auf der Grundlage gemeinsamen Glaubens und geistiger Bildung.[1]
Die Verbindungsmitglieder werden Niedersachsen genannt. Die Niedersachsen ist Nummer 66 in der amtlichen Reihenfolge der Cartellverbindungen. Die offizielle Abkürzung ist Nds.
Couleur und Wahlspruch[Bearbeiten]
Couleur[Bearbeiten]
Die Verbindung trägt die Farben grün-rot-schwarz mit silberner Percussion.
Die Fuchsenfarben sind grün-rot-grün mit silberner Percussion. Kopfcouleur ist eine grüne Mütze im Biedermeierformat mit den Burschenfarben im Rand mit silberner Percussion.
Wahlspruch[Bearbeiten]
Der Wahlspruch der KDStV Niedersachsen ist „Furchtlos und Treu!“.
Zirkel[Bearbeiten]
Der Zirkel ist ein studentisches Monogramm. Im Zirkel sind mehrere Buchstaben verschnörkelt zusammengesetzt, ähnlich wie man es beim &-Zeichen findet (lat. et). Er ist für jede Verbindung einzigartig, er beinhaltet bei uns die Buchstaben V, F und C für die Anfänge des Satzes "vivant fratres coniuncti" (Es leben die vereinten Brüder!), ebenso wie den ersten Buchstaben des Verbindungsnamens, also N. Desweiteren natürlich auch die Abkürzung unseres Dachverbandes CV. Die Buchstaben v, c und f verkörpern ebenso den Wunsch nach einer Verbindung, die lebt, wächst und blüht (vivat, crescat, floreat).
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen zeigt einen halbrunden, gevierteten Schild. Das (heraldisch) rechte Obereck stellt auf grünem Grund den Löwen Herzog Heinrichs dar als Symbol der Stadt Braunschweig und ihrer einstigen Macht. Das linke Obereck zeigt das weiße Sachsenross auf rotem Grund, das dem Sigillum Collegii Carolini, der späteren Technischen Universität, entstammt. Im rechten Untereck befinden sich, rechts geschrägt, die Verbindungsfarben grün-rot-schwarz, und im linken Untereck steht die Eule mit Zirkel auf grünem Grund für die Ingenieurwissenschaften. Belegt ist der Schild mit einem schmalen weißen Malteserkreuz als Hinweis auf eine katholische Verbindung. Der weiße Herzschild mit dem schwarzen Zirkel ist das studentische Zeichen der Verbindung. Auf dem Schild ruht ein Spangenhelm mit Halskleinod und mit drei Straußenfedern als Helmzier in grüner Farbe. Die üppig ausgeschnittene Helmdecke ist auf der inneren Seite rot, auf der äußeren schwarz.
Bekannte Mitglieder (Auswahl)[Bearbeiten]
- Heinrich Kintzi, Generalstaatsanwalt a.D. beim OLG Braunschweig
- Michael Budde, Lokalpolitiker der CDU
- Volker Gollnick, Professor und Institutsleiter für Lufttransportsysteme an der TUHH
- Karl Heinrich Doetsch, Verfasser der Flugeigenschaftsrichtlinien
- Karl-Werner Jäger, Professor an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
- Odilo Braun, Dominikanerpater und Widerstandskämpfer im 2. Weltkrieg
- Josef Thomas, ehem. Leiter des DLR Göttingen-Braunschweig
Literatur[Bearbeiten]
- KDStV Niedersachsen im CV (Hg.): 75 Jahre KDStV Niedersachsen 1920–1995 (Festschrift), Braunschweig 1995.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- Hochspringen ↑ [1], Tradition mit Zukunft - das Verbindungsportal
52.2738610.52646Koordinaten: 52° 16′ 25,9″ N, 10° 31′ 35,3″ O (Karte)