Johannes Kaibel

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Johannes „Hans“ Kaibel (* 25. Juni 1902 in Groß Podel, Landkreis Stolp, Pommern; † 10. Juli 1980 in West-Berlin) war ein deutscher Jurist in der Finanzverwaltung.

Datei:Johannes Kaibel.JPG
Kaibel als Masure

Leben[Bearbeiten]

Als Kleinkind kam Kaibel nach Ostpreußen, wo sein Vater Administrator der Eulenburgschen Besitzungen in Prassen wurde. Nach Privatunterricht besuchte er das Wilhelms-Gymnasium in Königsberg i. Pr.. Nach dem Abitur im Frühjahr 1921 studierte er Rechtswissenschaft an der Albertus-Universität Königsberg. Mit Erich Bloedorn, Ulrich Thon und Gotthard Erdtmann wurde er im Sommersemester 1921 im Corps Masovia aktiv.[1][2] Das 5. Semester verbrachte er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 1925 bestand er das Referendar- und 1929 das Assessorexamen. Er bewarb sich beim Landesfinanzamt in Königsberg um die Zoll-Laufbahn und wurde 1931 als Regierungsassessor übernommen.[3]

Nach kurzer Zeit beim Landesfinanzamt in Nürnberg wurde er am 1. September 1933 zum Regierungsrat beim Landesfinanzamt II in Magdeburg ernannt. Von dort holte ihn sein Corpsbruder Hans Pfundtner als persönlichen Referenten in das Reichsinnenministerium. Er trat am 1. Mai 1933 der NSDAP bei.[4] Als Heinrich Himmler Wilhelm Fricks Nachfolger wurde und Pfundtner zurücktrat, blieb Kaibel – auf anderem Posten – im Ministerium.[3] 1945 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern.

Nach der Kapitulation wurde er in Automatischen Arrest genommen und im alliierten Internierungslager I. C. 76 in der Festung Hohenasperg festgesetzt. Im Januar 1947 entlassen, kehrte er nach Berlin zurück. 1949 fand er eine Anstellung bei einer Spedition. 1952 wurde er als Oberregierungsrat an das Landesfinanzamt in West-Berlin übernommen und am 1. April 1955 zum Finanzpräsidenten ernannt. Damit war er Leiter der Zollverwaltung und der Monopolverwaltung für Branntwein beim Landesfinanzamt Berlin. Er war – wie die Berliner Zeitungen 1962 zu seinem 60. Geburtstag schrieben – „Herr über 3.000 Beamte, 7 Zollboote und 70 Hunde“. 1967 wurde er pensioniert.[3]

Der Sohn Hans-Peter Kaibel (1937–1991) war Bankkaufmann in Hamburg.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verzeichnis sämtlicher Mitglieder des Corps Masovia 1823 bis 2005. Potsdam 2006
  2. Kösener Corpslisten 1960, 87, 1063
  3. 3,0 3,1 3,2 G. Erdtmann, K. Schmidt-Torner: Johannes Kaibel. Corpszeitung der Altmärker-Masuren 67 (1980), S. 1819–1821
  4. Hans-Christian Jasch: Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik - Der Mythos von der sauberen Verwaltung, Oldenbourg, München 2012. ISBN 978-3-486-70313-9. S. 477
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