Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis

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Der Deutsche Rohstoffeffizienz-Preis wird vom Bundeswirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), einem Fachbereich der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe vergeben. Der Preis wurde 2011 erstmals ausgelobt und zeichnet rohstoff- und materialeffiziente Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen und anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus.[1]

Preisträger[Bearbeiten]

Preisträger 2011[Bearbeiten]

Preisträger 2012[Bearbeiten]

  • Accurec Recycling GmbH, Müllheim/Ruhr
    Mit einem Vakuumofen können Akkus auf bis zu 850 Grad erhitzt und fast emissionsfrei verwertet werden.[2]
  • NANO-X GmbH, Saarbrücken
    Ein Katalysator kommt ohne Edelmetalle aus.
  • RecoPhos Consult GmbH, Gardelegen
    Mit dem Verfahren kann Klärschlamm thermisch verwertet werden.
  • Technisches F&E-Zentrum für Oberflächenveredelung und Hochleistungszerspanungswerkzeugbau, Schömberg-Langenbrand
    Entwicklung von Nano-Hartstoff-Schichten für Maschinenteile und Werkzeuge
  • Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH, Clausthal-Zellerfeld / Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik (IFAD), TU Clausthal, Clausthal-Zellerfeld
    Die Auszeichnung erhielt das Verbundprojekt „Entzinkung von Stahlschrotten“.

Preisträger 2013[Bearbeiten]

  • Protektorwerk Florenz Maisch GmbH & Co. KG, Gaggenau
    Schnitt- und Faltverfahren zur Herstellung von Trockenbauprofilen.
  • Dipl.-Ing. Dr. Ernst Vogelsang GmbH & Co. KG, Herten
    Ein materialeffizientes Kabelschutz-Rohr aus Polyolefin benötigt bis zu 30 % weniger Rohstoffeinsatz.[3]
  • Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen
    Das Verzinkungsverfahren kommt mit 80 Prozent weniger Zink und mit bis zu 50 Prozent weniger Gas als bei einer herkömmlichen Verzinkung aus.[4]
  • Adamec GmbH, Fürth
    Recyclingverfahren zur Trennung und Rückgewinnung von Metallen und Kunststoffen aus Elektro-Altgeräten wie beispielsweise Handys. In einem trockenen, mechanischen Verfahren wird eine hohe Sortenreinheit bei der Rückgewinnung von Metallen sowie bei der Trennung von Kunststoffen erreicht. Der stofflich wiederverwertbare Anteil steigt damit um etwa die Hälfte. Die Recyclingquote bei Metallen und Edelmetallen steigt von ca. 85 Prozent auf 95 bis 98 Prozent.[5]
  • Sächsisches Textilforschungsinstitut e. V., Chemnitz
    Mit einem stofflichen Recyclingverfahren für Carbonfaserabfälle können Carbonfasern aus Verschnittabfällen und aus Fehl-Chargen für den Einsatz im Leichtbau nutzbar gemacht werden.[6]

Preisträger 2014[Bearbeiten]

  • CYNORA GmbH, Bruchsal
    Verfahren zur Herstellung von organischen Leuchtdioden (OLED), bei dem teure und seltene Schwermetalle durch kosten- und rohstoffschonende Materialien ersetzt werden.[7]
  • Dr. KRAKOW RohstoffConsult, Göttingen
    Vermarktung von ökoeffizienten Tonersatzstoffen wie z. B. mit Filterkuchen aus der Natursteinwäsche oder mit granuliertem Schieferstaub. Bundesweit nutzt bereits eine Reihe von Ziegelwerken diesen Weg und hat 10 bis 20% der primären Ziegeltone durch Tonersatzstoffe eingespart.[8]
  • Freiberger Compound Materials GmbH aus Freiberg / Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie / Institut für Nichteisenmetallurgie und Reinststoffe der Technischen Universität Bergakademie Freiberg
    Verfahren zum Recycling von Gallium aus industriellen Abwässern. Der seltene Rohstoff Gallium wird unter anderem in der drahtlosen Kommunikation und der Lichterzeugung eingesetzt und wird vor allem aus China eingeführt.[9]
  • REWATEC GmbH, Hamburg / Rota GmbH
    Materialeffiziente Flachtanks: Bei den Regenwassertanks werden durch eine torus-förmige Geometrie in Verbindung mit einer Bionik-Statik bis zu 45 Prozent Material gespart. Die Tanks erinnern an die Oberflächenstruktur von Kürbissen und Muscheln.[10]
  • Deutsche Textilforschungszentrum Nord-West gGmbH (DTNW) aus Krefeld / Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V.
    Effiziente Rückgewinnung von Edelmetallen: Neben Elektroschrott stellen industrielle Prozess- und Abwässer eine wichtige Wertmetallquelle dar. Wegen der zu geringen Konzentration war es bisher schwer möglich, die Fracht herauszufiltern. Ziel des Forschungsvorhabens war es, mittels eines textilen Adsorbermaterials die Metalle zu isolieren und zurückzugewinnen.[11]

Preisträger 2015[Bearbeiten]

  • Maija Frästechnik GmbH, Ennepetal[12]
    Fräsen statt Schleifen mit einem Handwinkelschleifer: Fräsringe aus Hartmetall, können anstelle herkömmlicher Schleifmittel eingesetzt werden. Mit den Fräsringen, können große Mengen an Schleifmitteln einsparen werden. Der Arbeitsplatz bleibt staubfrei, da nur Späne anfallen.[13]
  • IAS GmbH Industrie Automationssysteme, Weil
    Innovative Hochleistungskühlung für handelsübliche Sensoren im Hochtemperaturbereich: In Metall- und Glashütten wird durch das Öffnen der Öfen bis zu 20 % der Energie einer Gießanlage verschwendet. Mit passiv gekühlten Sensoren kann der Füllstand der Schmelze überwacht werden und das Öffnen der Öfen ist deshalb nicht mehr nötig.[14][15]
  • C³-Konsortium, Konsortialführer Technische Universität Dresden
    Carbon Concrete Composite: „Carbonbeton eröffnet Möglichkeiten, nachhaltig und effizient zu bauen“, so Manfred Curbach, Vorstandsvorsitzender des Vereins C³ – Carbon Concrete Composite und Direktor des Institutes für Massivbau an der TU Dresden.
    Seit 2014 haben sich über 130 Partner zusammengeschlossen und forschen an dem Verbundwerkstoff, mit dem Ziel, in den kommenden Jahren Carbonbeton in den Markt einzuführen und dem Bausektor eine rohstoffeffiziente Alternative zum Stahlbeton anzubieten.[16]

Preisträger 2016[Bearbeiten]

  • BHS-Sonthofen GmbH gemeinsam mit MSW Mineralstoffwerke Südwest GmbH & Co. KG:
    „BHS Combimix-Verfahren – Die effiziente Nutzung der Resource „Kalkstein“ schafft Werte aus bisher ungenutzem Material“
  • ERK Eckrohrkessel GmbH gemeinsam mit La Mont GmbH und Technische Hochschule Wildau:
    „ip tube Technologie – Einsatz von oberflächenstrukturierten Rohren für materialarme Kesselanlagen und Wärmeübertrager in der Industrietechnik“
  • Rausch Therm-Stein GmbH gemeinsam mit Luca Industries International GmbH und MPVA Neuwied:
    „Hochwärmedämmender mineralischer monolithischer Mauerstein“
  • Rosswag GmbH:
    „Optimierung von Fertigungsprozessen bei hybriden Schmiede-SLM-Bauteilen durch AM-Metallpulverproduktion aus Schmiederesten“ [17]
  • TU Dresden Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik gemeinsam mit Oskar DILO Maschinenfabrik KG:
    „Rohstoffeffiziente Verwertung von recycelten Carbonfasern durch Entwicklung einer Technologie zur industriellen Fertigung von Hybridgarnen für den Einsatz in hochbelastbaren CFK-Bauteilen“

[veraltet]

Jury[Bearbeiten]

Quelle: Stand 2016[18]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rohstoffeffizienz aus Wirtschaft und Wissenschaft mit dem deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2011 prämiert, Deutsche Rohstoffagentur
  2. DBU gratuliert ihrem Projektpartner Accurec zu Rohstoff-Effizienz-Preis, Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
  3. Auszeichnung Vogelsang Kunststoffwerk mit dem Deutschen Rohstoffeffizienzpreis 2013, Die gute Stube
  4. Platz da – für tonnenweise Innovation
  5. Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2013, EnEff:Industrie
  6. Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis für Sächsisches Textilforschungsinstitut Chemnitz, TU Chemnitz
  7. cynora mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2014 ausgezeichnet, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) , 10. Dezember 2014
  8. Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis geht an Dr. Krakow RohstoffConsult, Ziegelindustrie International
  9. Neues Recyclingverfahren von Gallium gewinnt Rohstoffeffizienz-Preis, Helmholtz-Zentrum Dresden, 8. Dezember 2014
  10. Rewatec erhält Rohstoffeffizienz-Preis, markt in grün
  11. Der Deutsche Rohstoffeffizienzpreis 2014 geht an das Deutsche Textilforschungszentrum Nord-West aus Krefeld und IUTA, Institut für Energie- und Umwelttechnik e. V.
  12. "Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2015", DERA
  13. Ennepetaler Firma erhält Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis, Der Westen, 3. Januar 2016
  14. Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2015 geht an die IAS GmbH, Prozesswärme online, 17. März 2016
  15. Rohstoffeffizienz-Preis 2015: IAS GmbH, video, Laufzeit: 2:20 Minuten
  16. Erfolgreiche Antwort auf die Ressourcenknappheit, TH Dresden
  17. Webseite Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2016, DERA
  18. "Broschüre Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2016", DERA
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