Taubenkot

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Taubenkot auf einem nicht-benutzten Balkon

Taubenkot entsteht durch Ausscheidungen des Verdauungstrakts von Tauben.

An Orten, an denen sich Tauben, insbesondere Stadttauben, niederlassen, übernachten oder nisten, tritt Taubenkot vermehrt auf. Bei Bauwerken werden hierbei unter anderem Böden, Wände, Treppen einschließlich Treppengeländern, Trägern und Stützen beschmutzt. Betroffen können ebenso Gehwege, Plätze und Denkmäler sein. Über längere Zeiträume können beträchtliche Mengen entstehen: Im Vierungsturm des Wormser Doms entstanden binnen 100 Jahren etwa 25 Tonnen Taubenkot, die 2016 beseitigt wurden.[1]

Das Institut für Massivbau der Technischen Universität Darmstadt veröffentlichte 2004 in den Ergebnissen einer Untersuchung die Wirkungen von Taubenkot auf die Oberfläche von Baustoffen.[2] Der pH-Wert des frischen Kots lag zwischen 5,5 und 5,8. Nach 70 Tagen betrug er 5,7 bis 5,9. Bei mineralischen Baustoffen, darunter Buntsandstein und Travertin, waren keine Veränderungen zu beobachten. Bei Blechen entstanden Alterungen.[2]

Taubenkot kann aufgrund von enthaltenen Bakterien (unter anderem Chlamydophila psittaci), Hefen und Pilzen (unter anderem Schimmelpilzen und deren Sporen) und toxischen Stoffen (unter anderem Endotoxinen) krankheitserregend sein.[3][4] Zu weiteren Gefahren auf betroffenen Bereichen zählen Parasiten wie Taubenzecke und Milben.[4]

Im Immobilienwesen ist es Aufgabe des Vermieters, die Mietsache in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten. Er muss geeignete Abwehrmaßnahmen treffen, um eine Gesundheitsgefährdung des Mieters und eine Verschmutzung der Mietsache abzuwenden. Im Fall einer Mietminderung in Höhe von 10 Prozent wegen Taubenkots entschied das Amtsgericht Altenburg 2005 zugunsten des Mieters.[5][6]

Bei der Beseitigung ist Schutzkleidung, Schutzbrille und Staubschutzmaske erforderlich, um eine Aufnahme von Mikroorganismen über die Atemwege, über den Mund oder eine Aufnahme über die Haut oder die Schleimhäute (etwa im Bereich der Augen) zu verhindern.[4] Treten nach Kontakt mit Taubenkot in den folgenden Tagen gesundheitliche Probleme auf, sollte der Arzt auf den vorangegangenen Umgang mit Taubenkot hingewiesen werden.[4] Der Staub von getrockneten Vogelexkrementen können gefährliche Krankheiten übertragen wie zum Beispiel Ornithose, eine Viruskrankheit, die im Extremfall für den Menschen tödlich verlaufen kann.[7]

Zur Vermeidung der Ansammlung von Taubenkot in Bauwerken können die Öffnungen von Gebäuden mit Gittern oder Fenstern versehen werden. Ferner werden Spanndrähte und Taubenabwehrspitzen eingesetzt.[8] Darüber hinaus sollte zur Reduktion des Taubenbestands auf Fütterungen verzichtet werden.[3][9]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

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