Social TV

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Social TV ist ein Schlagwort für Technologien und Internetanwendungen, die versuchen Fernsehen mit Interaktivität in sozialen Netzwerken zu verbinden.

So werden soziale Netzwerke auf das Fernsehprogramm erweitert und den Benutzern wird in Echtzeit die Möglichkeit gegeben, aktiv am TV-Ereignis teilzunehmen. Diese Teilnahme kann sich bei unterschiedlichen Anwendungen verschieden gestalten, üblich sind jedoch das Anlegen von persönlichen Profilen, das Empfangen und Senden von Nachrichten innerhalb der User-Gemeinschaft und die Möglichkeit, Kommentare und Bewertungen zu den jeweiligen Sendungen und Stars abzugeben und somit in eine öffentliche Diskussion einzutreten.

Zudem erhalten die Nutzer solcher Webanwendungen meist Zusatzinformationen zu den Sendungen und TV-Events, wie zum Beispiel über Schauspieler oder bestimmte Themen und Ereignisse.

Durch die verschiedenen Funktionen, die von den Usern wahrgenommen werden können entsteht eine soziale Interaktion, die sich auf einen bestimmten Freundeskreis aber auch auf die gesamte angemeldete Portalgemeinschaft ausweiten kann. Auf diese Weise wird eine interne Kommunikation zu den TV-relevanten Themen angeregt, es entsteht eine „personalisierte Teilnehmerkultur“, die den Nutzern auch ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl bietet.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund[Bearbeiten]

Hintergrund dieser Entwicklung zum Social TV sind Studien, die belegen, dass immer mehr Fernsehzuschauer parallel zum Fernsehen das Internet nutzen und besonders während der Werbezeiten ihre Aufmerksamkeit eher dem Smartphone, Laptop oder Tablet-PC widmen.[1][2] Damit entstehen beim Zuschauer neue Bedürfnisse. Er wünscht sich thematisch relevante Ergänzungen zum Fernsehprogramm in Echtzeit[3] und bekommt diese auf sogenannten Second Screen Approaches im Internet geboten. Diese Second Screen Approaches sind Webanwendungen, die dem Zuschauer die Möglichkeit geben, dass TV-Geschehen synchron und live im Internet mitzuverfolgen und sich aktiv in Form von Votings oder Diskussionen daran zu beteiligen. Aufgrund der sozialen Komponente können diese Anwendungen zu den sozialen Medien gezählt werden.

Kernelemente[Bearbeiten]

Kernelemente des SocialTV sind zum einen die konversationelle Ebene, die Bedingung, dass diese Konversation in Echtzeit stattfindet, der Zugehörigkeits- bzw. Teilnahmegedanke für den User und die Möglichkeit für den User, sein eigenes persönliches Profil zu gestalten. Im Gegensatz zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder Myspace, die zu den horizontalen Social Networks zählen, da sie sich an die breite Öffentlichkeit wenden, sind SocialTV-Anwendungen vertikale soziale Netzwerke, da sie sich an ein Publikum mit bestimmten Interessen richten[4].

Entwicklungen[Bearbeiten]

Die Entwicklung zum SocialTV stellt für beinahe alle Medienexperten einen wichtigen Schritt zur zukünftigen Entwicklung des Fernsehens dar. Für das Jahr 2020 prognostizieren einige Experten, dass es Fernsehen, wie es heute existiert nicht mehr geben wird bzw. kaum noch zwischen TV- und Webinhalt unterschieden wird.[5] Das Fernsehprogramm wird immer mehr zu einer sozialen Komponente, die nicht nur Familien im Wohnzimmer zusammenführt, sondern auch eine ganze User-Gemeinschaft im Web sozusagen in einem „Cyber-Wohnzimmer“ zusammenführen könnte.

SocialTV in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland war SocialTV bisher kaum ein nennenswertes Thema, wie in den USA oder Großbritannien, wo es bereits viele solcher Anwendungen gibt. Erste Anbieter im deutschsprachigen Raum sind mcCHECKIN.com [6] sowie Zapitano [7][8]. Laut einer Marketing-Seite soll die aktuelle Popstars-Staffel, die anderswo als "fast unbemerkt" beschrieben wird[9], bei Zapitano besonderes stark diskutiert werden. [10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]