Schöck Isokorb
Der Schöck Isokorb ist ein tragendes Wärmedämmelement und ein Warenzeichen der Schöck Gruppe. [1] Es reduziert Wärmebrücken an Balkonen und ist gleichzeitig ein Teil der Statik.[2]
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[Verbergen]Bestandteile und Funktionsweise[Bearbeiten]
Ein solches Wärmedämmelement besteht aus den Bestandteilen Dämmkörper, Zugstab, Querkraftstab und Drucklager. Die Teile Zugstab, Querkraftstab und Drucklager werden auch tragende Bestandteile genannt und haben eine wichtige statische Funktion. Sie sollen die Zug- und Druckkräfte, die am Balkon auftreten, aufnehmen können und dadurch die Statik gewährleisten. Das Drucklager, das aus Hochleistungsfeinbeton hergestellt wird, soll außerdem die Dämmleistung verbessern. Als Dämmkörper wird Polysterolhartschaum verwendet. Der Dämmkörper ist hauptverantwortlich für die Wärmedämmung.[3]
In einem Balkon ohne Dämmung würden sich Wärmebrücken bilden. Dies hat zur Folge, dass die Wände feucht werden und sich Schimmel bildet. Am Balkon führt der Temperaturunterschied der kalten Außenluft zur beheizten Wohnung zur Bildung von Tauwasser (Kondensat). Diese Tauwasserbildung wird erreicht, sobald die Außenwand unter den kritischen Wert von 13 Grad fällt.[4][5] Das Bauteil wird in die vorgelegte Bewehrung eingebaut. So ist es möglich, die Balkone im Fertigteilwerk einbaufertig vorzufertigen und auf die Baustelle zu liefern. Die Balkonplatte kann vor Ort eingebaut und anschließend betoniert werden. Oftmals werden Balkone aber auch in Ortbauweise auf der Baustelle gefertigt, d. h. die Balkonplatten werden auf der Baustelle gegossen, die Installation des Wärmedämmelements erfolgt auf der Baustelle. Auch hier ist die Installation des Wärmedämmelements sehr einfach, es wird in die bestehende Bewehrung eingelegt.[6]
Geschichte des Schöck Isokorb[Bearbeiten]
Die Produktidee entwickelte Bauingenieur Eberhard Schöck. Während seines Skiurlaubs bemerkte er feuchte Zimmerdecken. Als Grund hierfür sah er sogenannte Wärmebrücken, die für ein Absinken der Decken- und Wandtemperatur sorgten. Als Folge bildete sich Tauwasser. Er begann erste Skizzen von einem Produkt, das diese Wärmebrücken mindern sollte, zu entwerfen.[7] Heutzutage gibt es das Produkt in verschiedenen Anschlussmöglichkeiten für die Anwendung in Beton, Stahl und Holz.
Produktentwicklung[Bearbeiten]
Der erste Isokorb[Bearbeiten]
Im Jahr 1983 wurde der erste Isokorb, der als Typ M bezeichnet wurde, erstmals dem Markt vorgestellt.[8] Die für die Wärmedämmung hauptsächlich verantwortlichen Materialien waren der Dämmkörper aus Polystyrol-Schaum und die Elastomer-Drucklager. Beide Bestandteile wurden im Laufe der Zeit durch bessere Materialien ersetzt. Zu Beginn der 80er Jahre war er das erste Produkt seiner Art, das eine Lösung für die Reduktion von Wärmebrücken bei auskragenden Bauteilen, wie typischerweise Balkonen, darstellte. Ein weiteres Einsatzgebiet für den Isokorb Typ M waren gestützte Balkone, für die es zu diesem Zeitpunkt noch keine Lösung zur Dämmung gab.
Erste Weiterentwicklungen[Bearbeiten]
1987 kamen die ersten Produktvarianten auf den Markt. Der Isokorb Typ K sollte Typ M verbessern und ersetzen. Neben dem Namen änderte sich das Drucklager. Dieses bestand aus einem Edelstahlstab mit aufgeschweißten Schwarzstahl-Druckplättchen, was eine Weiterentwicklung zum vorherigen Elastomer-Drucklager darstellte.
Im Laufe der Jahre folgte die Entwicklung vieler neuer Produktvarianten. Der Typ Q wurde für die Querkraftaufnahme bei gestützten Balkonen entwickelt. Dieser Isokorb hatte die standardmäßige 8mm Dämmkörperdicke.
Im Jahr 1995 wurden die Typen KF und QF eingeführten. Sie erlaubten den thermisch getrennten Anschluss von Elementplatten an die dahinter liegende Baukonstruktion. Diese geteilten Typen (Ober- und Unterteil) wurden speziell für Fertigteilwerke, die mit Elementplatten arbeiteten, entwickelt. Kurze Zeit später wurde der geläufige Typ K durch Typ KX ersetzt.
2003 wurde für das Produkt mit einem neuen HTE-Modul ergänzt, das für verbesserte Wärmedämmeigenschaften und einen vereinfachten Einbau sorgen soll.[9]
Erschließung neuer Anwendungsgebiete[Bearbeiten]
Im Laufe der Jahre wurde ein Isokorb für den Anschluss von Holzbalkonen an Stahlbeton entwickelt. Eine Ausweitung der Produktionspalette zum Anschluss für Stahlkonstruktionen an Stahlbeton fand 1999 statt. Die Dämmung zwischen zwei Stahlträgern wurde mit den Typen KST und QST 2004 erreicht.[10] 2012 wurden die Typen KS und QS, die für den Anschluss Stahl an Stahl geeignet sind, vom Passivhausinstitut in Darmstadt als wärmebrückenarm zertifiziert.
Die Sanierung[Bearbeiten]
Für die Sanierung wurde speziell der Schöck Isokorb R entwickelt. Er wurde zum nachträglichen Anbringen von thermisch getrennten Bauteilen entwickelt. Dabei wird unter den Anschlussvarianten Stahlbeton-Stahlbeton und Stahl-Stahlbeton unterschieden. Isokorb R wurde vom Passivhausinstitut Darmstadt als wärmebrückenarm zertifiziert.[11]
Die XT-Produktfamilie[Bearbeiten]
Die eingeführte Energieeinsparverordnung 2009 erforderte eine Weiterentwicklung des Isokorb. Der Schöck Isokorb XT verbesserte die Wärmedämmung und die Trittschalldämmung der bisherigen Modelle.[12][13] Möglich wurde dies insbesondere durch den 120 Millimeter dicken Dämmkörper, bei dem erstmals Neopor zum Einsatz kam.[12]
Für den Bereich Neubau wurde der Isokorb Typ KXT vom Passivhausinstitut Darmstadt als wärmebrückenarm zertifiziert. Komplett wärmebrückenfrei sind die Typen QXT[14] und AXT.[15]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- Hochspringen ↑ https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/1076418/DE
- Hochspringen ↑ Gartner/Mezera - Baumängel, S. 155 f
- Hochspringen ↑ Pech/Kolbitsch/Zach - Decke, S. 142
- Hochspringen ↑ Baustoffkunde für den Praktiker, S. 290
- Hochspringen ↑ http://www.elkage.de/src/public/showterms.php?id=406
- Hochspringen ↑ Königstein – Ratgeber energiesparendes Bauen, S. 71
- Hochspringen ↑ http://www.welt.de/sonderthemen/ludwig-erhard-preis/article122348981/Inspiriert-von-einer-feuchten-Zimmerdecke.html
- Hochspringen ↑ http://allgemeinebauzeitung.de/AKTUELLES/BaupolitikundWirtschaft/tabid/253/NewsId/2354/Museumseroffnung-kront-Festakt.aspx
- Hochspringen ↑ http://www.bba-online.de/Fachartikelansicht/31380639/Waermebruecken-ausgeschaltet.html
- Hochspringen ↑ http://www.baulinks.de/webplugin/2008/0631.php4
- Hochspringen ↑ http://www.baulinks.de/webplugin/2009/0095.php4
- ↑ Hochspringen nach: 12,0 12,1 http://www.dbz.de/artikel/dbz_Die_naechste_Generation_87287.html
- Hochspringen ↑ http://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/massivbau/bauaufsichtliche-zulassung-fuer-neuen-schoeck-isokorb-xt/2058.htm
- Hochspringen ↑ http://www.bba-online.de/Fachartikelansicht/33083579/Optimierte-Balkonanschluesse.html
- Hochspringen ↑ http://www.passiv.de/komponentendatenbank/files/pdf/zertifikate/z_schoeck_axt-typen_wbf_de.pdf