Robert Mohr (Publizist)

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R. Mohr und sein Weltumrundungs-Kewet El Jet

Robert Mohr ist ein deutscher Abenteurer, Journalist, Schriftsteller und bildender Künstler. Er unternahm die ersten Weltumrundungen mit einem Elektromobil (1993) und einem Elektromotorrad (2017).

Kindheit, Jugend, Studium[Bearbeiten]

Diplomarbei_Fahrradwegenetz und Fahrradunfälle in Bonn 1988 - 1990_Robert Mohrt

Mohr über sich selbst: „Mittelgroß, Augenfarbe grau. Auf der Meldestelle ist es so dämmrig, dass da jeder dunkelgraue Augen hat. Und was haben sie als Haarfarbe aufgeschrieben? Dunkelblond, hätte auch hellbraun heißen können.“ Mohr erweist sich in Romanen und Sachbüchern als essayistischer Kritiker in der Tradition Oscar Wildes. Er warnt vor bedenklichen Verschmelzungstendenzen – vor allem in Politik, Justiz und Medien. Zugleich ist Mohr Satiriker und Kunstmaler. Als Maler kreierte er den „Pastiche-Verismus“: Dabei verwendet er Ausschnitte bekannter Gemälde und komponiert sie neu zu oftmals gesellschaftskritischen Themen.

Seine frühe Kindheit verbrachte Mohr in Riga und siedelte als neunjähriger mit seinen Eltern nach Ulm/Donau um. Nach dem Abitur begann er ein Geografie-Studium in Regensburg (später Frankfurt, Innsbruck und Bonn). In den Semesterferien verdingte Mohr sich als Transsahara-Autoüberführer, Studienreiseleiter und freier Journalist.

In der Institutszeitschrift „Stadt, Land, Fluss“ verfasste Mohr seine ersten journalistischen Arbeiten. Während des Studiums intensivierte er seine journalistische Tätigkeit, unter anderem für dfa (Deutsche Fernsehnachrichtenagentur), Südwestpresse, Münchner Merkur, Süddeutschen Rundfunk (SDR), ZDF/Moskau. Mit dem Nebenfach Städtebau und seiner Dipl.-Arbeit „Fahrradwegenetz und Fahrradunfälle in Bonn – Eine Analyse der Verkehrsführung und Planung“ wollte Mohr ökologischen Verkehrskonzepten den Weg ebnen. Zu einer Karriere in der Stadtplanung kam es nicht, da Mohr bereits stark journalistisch engagiert war.

Spezialisierung auf Reisethemen[Bearbeiten]

19991211 Macao Muenchner Merkur Robert Mohr

Von sogenannten ›Places, you don’t wanna go‹ geht für Mohr ein unwiderstehlicher Sog aus, der sich zu einer Sucht verfestigt. Denn er hält nichts von touristisch schöngefärbten Reiseberichten. Ein Beispiel zu Mohrs Reiseberichte-Stil: „Hirsestapfende Frauen am Straßenrande, – welch malerische Art Abgase und Staub ins Essen zu befördern. Den Duft der Kaffee-Blüten und Patschuli-Rinde in der Nase im Morgentau am lichtdurchtränkten Strand. Ein Salamander lechzt nach Sonne, ein Kolibri probiert den Nektar eines Feigenbaums. Geckos an der Zimmerdecke glucksen. Gauginsche Schönheit, kitschig, wie sie kein Maler darzustellen wagt...“

Mohr schrieb unter verschiedenen Namen abgeänderte Varianten. Für Eingeweihte hinterließ er kleine Erkennungsschnipsel. Berichte aus tropischen Ländern spickte er mit dem Satz „Wolkenschatten wandern über die Berge.“ Aus muslimischen Krisengebieten baute er regelmäßig ein: „Nach dem Freitagsgebet in der Moschee liegt gespannte Ruhe über der Stadt.“

Mohrs Mal- und Bildhauerkunst: Pasticcio-Verismus[Bearbeiten]

Mohrs Stil kann man keinem gängigen Kontext zuordnen. Gehört er nun zum kritischen Realismus? Oder zur neuen Gegenständlichkeit im Schatten der Leipziger Schule um Neo Rauch. In Pacticcio-Technik verfremdet er und mischt diverse Kunststile. Als Verist sieht Mohr sich gegenüber sozialkritischen Themen verpflichtet. Seine Bildkompositionen dominiert eine sinnliche Fleischeslust. Er selbst beschreibt sich als ›Sati-Re-alisten‹.

Immer auf Achse[Bearbeiten]

Vollendung der längsten Reise per Elektrofahrrad am Marienplatz in München

Nach dem Studium umrundete Mohr als erster Mensch den Globus mit einem Elektromobil,[1] worüber er als Auslandskorrespondent berichtete. Dabei kam ihm besonders sein Nebenfach der Völkerkunde zugute. Zum Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde fehlten allerdings 7.000 Kilometer bis zum vollen Erdumfang. 2017 begab sich Mohr auf die „Longest journey by electric bike“ (Längste Reise per Elektrorad).[2] Für diesen Guinness Weltrekord (14.106 km) nutzte er das norwegische E-Bbike "Buddy Bike MI"“. Große Teile seines Lebens verbrachte Mohr im Ausland. Aus der Distanz schärfte er sein Wahrnehmungsvermögen über seine Heimat: „Wir (Deutschen) sind Nörgler, die in Krisen dazu neigen, nicht selbst schneller zu laufen, sondern die Füße des Nachbarn zusammenzubinden.“ aus: MOHR, R.: Systemüberlister, Edition Wendepunkt, Weiden 2008. Der Wahlmünchner Robert Mohr lebt und arbeitet im Verborgenen.

Literarisches Werk (Publizist)[Bearbeiten]

Books by the German author Mohr, Robert (between 1996-2023)
  • SEX-MAL UM DEN GANZEN GLOBUS! Gatzanis, Stuttgart 1996, ISBN 3-9803897-5-8 (167 S.). Mit diesem Ethno-Bericht veröffentlichte Mohr noch während seines Volontariates beim TV-Sender RTL ein Sachbuch, in dem er einen ungewohnt frischen, verspielt-erotischen Ton anschlug. Das Buch wurde von Berufsschulen geordert, um Jugendlichen in das Lesen populärwissenschaftlicher Literatur einzuführen.


  • HOMO VAGABUNDUS. Rom Bor-Verlag, Dornstadt 2002, ISBN 3-8311-4138-X (393 S.). Eine Satiresammlung, in der sich der Held zum Lebensmotto eines „rollenden Steines“ bekennt. Die innige Beziehung des Reiseleiters und Journalisten zu seinen Geschichten verleiht den Ganzen an Glaubwürdigkeit; egal ob bei Australiens Saufsitten oder bei Zugfahrten in Russland.


  • MEISTER RAUSCH. In: B. Fichtl (Hrsg.): Die Macht der Sucht. Edition Wendepunkt, Weiden 2001, ISBN 3-935841-11-6. Der Genussratgeber 'MEISTER RAUSCH' ist ein revolutionäres Aufklärungsbuch fern jeglicher Klischees.


  • SYSTEMÜBERLISTER – POSTHUMER ERFOLGSROMAN EINES GLÜCKLICHEN VERLIERERS. Edition Wendepunkt, Weiden 2008, ISBN 978-3-938728-91-8 (573 S.). Der Roman ist ein vielschichtiger, gelungener Versuch, die Sichtweise von Frauen mit der Weltanschauung von Männern zu vermählen.


  • SELBSTERKENNTNISSE IN DER KNEIPE. In: Torsten Schubert (Hrsg.): Kneipengeschichten von A-Z. HolzheimerVerlag, Hamburg 2009, ISBN 978-3-938297-45-2 (198 S. (S. 71-73)).


  • LEBENSDURSTIG. Warmstrand-Verlag, München 2012, ISBN 978-3-00-039128-6 (356 S.). Die Helden des Romans entpuppen sich die Protagonisten – ein Banker, ein Mannequin, ein Journalist und andere - als Helden mit Schwächen. Erkenntnisse aus Philosophie, Biologie und Religion sorgen für Kurzweil.


  • MÜNCHNER BONMOTS/ANEKDOTENATLAS. Warmstrand-Verlag, München 2015, ISBN 978-3-00-049908-1 (208 S.). Der Reiseführer nimmt die bayerische Schlitzohrigkeit in Politik, Fußball, Entertainment etc. auf die Schippe. Aber auch die ›Affenturmlegende‹, der ›Schanknutzen‹ und die ›Weißwurst‹ werden humoristisch betrachtet. Sowohl Besucher wie Alteingesessene Münchens finden hier eine Lieblingssaga.


  • SEELENVERGNÜGT. Warmstrand-Verlag, München 2016, ISBN 978-3-00-050309-2 (426 S.). In diesem gesellschaftssatirischen Roman beleuchtet Mohr ironischin die Marotten der Medien- und Konsumgeneration.


  • WAGNIS-GEN (DRD4-7R). Warmstrand-Verlag, München 2019, ISBN 978-3-00-061770-6 (287 S.). Der Untertitel 'Taten und Gedanken eines E-Bike Bummelanten' besagt, was Mohr 2017 bei der 'Längsten Reise mit einem E-Bike' erlebte. (Mohr war 1992 der erste Elektromobil-Weltumrunder. Der Weltumrundungsrekord mit einem E-Bike war also nur folgerichtig. Kommt in der Zukunft noch ein Rekord mit einem E-Foil?)


  • FLIRT MIT DEM VERHÄNGNIS. Warmstrand-Verlag, München 2023, ISBN 978-3-9823831-0-1 (411 S.). In diesem autofiktionalen Roman wandelt der Leser zwischen den Welten eines Kriminellen und eines Mekka-Pilgers.


  • 2130 A.D. – IM POSTZOIKUM / WAS WIRD SEIN? Eine Realdystopie, die nach der Ära Erdöl angesiedelt ist. Themen wie Utopia-Cities, KI, Reproduktion oder Kriegstaktiken beherrschen die Kapitel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Mohr (journalist) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weltumrundung mit dem Kewet
  2. Weltreise auf dem E-Bike: Grenzgänger in einsamer Mission. In: Frankfurter ALllgemeine. 30. August 2017, abgerufen am 11. Dezember 2017.
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