Robert Mohr (Publizist)

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Mohr als Korrespondent in Moskau

Robert Mohr (* 13. Januar 1966 in Lettland) ist ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Kunstmaler. Er unternahm die ersten Weltumrundungen mit einem Elektromobil (1993) und einem Elektromotorrad (2017).

Inhaltsverzeichnis

Kindheit, Jugend, Studium[Bearbeiten]

Mohr über sich selbst: „Mittelgroß, Augenfarbe grau. Auf der Meldestelle ist es so dämmrig, dass da jeder dunkelgraue Augen hat. Und was haben sie als Haarfarbe aufgeschrieben? Dunkelblond, hätte auch hellbraun heißen können.“ Mohr erweist sich in Romanen und Sachbüchern als essayistischer Kritiker in der Tradition Oscar Wildes. Er warnt vor bedenklichen Verschmelzungstendenzen – vor allem in Politik, Justiz und Medien. Zugleich ist Mohr Satiriker und Kunstmaler. Als Maler kreierte er den „Pastiche-Verismus“: Dabei verwendete er Ausschnitte bekannter Gemälde und komponiert sie neu zu oftmals gesellschaftskritischen Themen.

Seine frühe Kindheit verbrachte Mohr in Riga und siedelt als neunjähriger mit seinen Eltern nach Ulm/Donau um. Nach dem Abitur begann er im Oktober desselben Jahres ein Geografie-Studium in Regensburg (später Frankfurt, Innsbruck und Bonn). In den Semesterferien verdingte Mohr sich als Transsahara-Autoüberführer, Studienreiseleiter und freier Journalist.

Am geografischen Fachschaftorgan „Stadt, Land, Fluss“ hatte Mohr seine ersten journalistischen Arbeiten verfasst. Während des Studiums intensivierte er seine journalistische Tätigkeit, unter anderem für die dfa (Deutsche Fernsehnachrichtenagentur) und die Südwestpresse. Mit dem Nebenfach Städtebau und seiner Dipl.-Arbeit „Fahrradwegenetz und Fahrradunfälle in Bonn – Eine Analyse der Verkehrsführung und Planung“ wollte Mohr ökologischen Verkehrskonzepten den Weg ebnen. Zu einer Karriere als Dipl.-Geograf kam es nicht, da Mohr bereits stark journalistisch engagiert war.

Schriftsteller[Bearbeiten]

Mit dem Ethno-Bericht SEX-MAL UM DEN GANZEN GLOBUS veröffentlichte Mohr noch während seines Volontariates beim TV-Sender RTL ein Sachbuch, in dem er einen ungewohnt frischen, verspielt-erotischen Ton anschlug. Das Buch wurde von Berufsschulen geordert, um Jugendlichen in das Lesen populärwissenschaftlicher Literatur einzuführen.

In HOMO VAGABUNDUS, einer Satire, bekennt sich der Held zum Lebensmotto eines „rollenden Steines“. Die innige Beziehung des Reiseleiters und Journalisten zu seinen Geschichten verleiht den Ganzen an Glaubwürdigkeit; egal ob bei Australiens Saufsitten oder bei Zugfahrten in Russland.

Der Genussratgeber MEISTER RAUSCH ist ein revolutionäres Aufklärungsbuch fern jeglicher Klischees. Es folgt der Roman SYSTEMÜBERLISTER – POSTHUMER ERFOLGSROMAN EINES GLÜCKLICHEN VERLIERERS. Mohr kokettiert schon im Untertitel mit Begriffen wie Karriere, Glück und Tod. Durch einen gehörigen Schuss Selbstironie wird Unerwartetes rund um Zwischenmenschliches gelüftet. Etwa, dass es den meisten kein Vergnügen bereitet, jemanden zu betrügen, der nie etwas sieht. Der Roman ist ein vielschichtiger, gelungener Versuch, die Sichtweise von Frauen mit der Weltanschauung von Männern zu vermählen. Die Akteure streiten über Themen wie Erwebsarbeit oder Politik. Geklärt wird, warum sich Männer mittels Drogen auf Sex vorbereiten und Frauen sich mit ihrer Hilfe davon erholen. Im Roman LEBENSDURSTIG entpuppen sich die Protagonisten – ein Banker, ein Mannequin, ein Journalist und andere - als Helden mit Schwächen. Erkenntnisse aus Philosophie, Biologie und Religion sorgen für Kurzweil. Die bayerische Schlitzohrigkeit in der Politik und bei Fußballmanagern sind Themen bei den MÜNCHNER BONMOTS. Aber auch die ›Affenturmlegende‹, der ›Schanknutzen‹ und die ›Weißwurst‹ werden in diesem umfangreichen Münchner Anekdotenführer humoristisch betrachtet. SEELENVERGNÜGT ist dem ›Ich‹ gewidmet. Es geht ja im Leben eines Menschen fast immer nur um ihn selbst. Ironisch beleuchtet Mohr in diesem gesellschaftssatirischen Roman die Marotten der Medien- und Konsumgeneration.

Spezialisierung auf Reisethemen[Bearbeiten]

Von sogenannten ›Places, you don’t wanna go to‹ geht für Mohr ein unwiderstehlicher Sog aus, der sich zu einer Sucht verfestigt. Viel hält Mohr von touristisch schöngefärbten Reiseberichten nicht. »Reiseliteratur ist mitnichten an irgendeine Kilometerzahl gebunden. Zwischen Jules Vernes ›In 80 Tagen um die Welt‹ und Franz Kafkas ›Flug um die Lampe‹ ist eigentlich kein großer Unterschied.« Ein Beispiel zu Mohrs Reiseberichte-Stil: „Hirsestapfende Frauen am Straßenrande, – welch malerische Art Abgase und Staub ins Essen zu befördern. Den Duft der Kaffee-Blüten und Patschuli-Rinde in der Nase im Morgentau am lichtdurchtränkten Strand. Ein Salamander lechzt nach Sonne, ein Kolibri probiert den Nektar eines Feigenbaums. Geckos an der Zimmerdecke glucksen. Gauginsche Schönheit, kitschig, wie sie kein Maler darzustellen wagt...“

Mohr schrieb unter verschiedenen Namen abgeänderte Varianten. Für Eingeweihte hinterließ er kleine Erkennungsschnipsel. Berichte aus tropischen Ländern spickte er mit dem Satz „Wolkenschatten wandern über die Berge.“ Aus muslimischen Krisengebieten baute er regelmäßig ein: „Nach dem Freitagsgebet in der Moschee liegt gespannte Ruhe über der Stadt.“

Mohrs Mal- und Bildhauerkunst: Pasticcio-Verismus[Bearbeiten]

Im Grunde kann man Mohrs Stil keinem gängigen Kontext zuordnen. Gehört er nun zum kritischen Realismus? Oder zur neuen Gegenständlichkeit im Schatten der Leipziger Schule um Neo Rauch. In Pacticcio-Technik verfremdet er und mischt diverse Kunststile. Als Verist sieht Mohr sich gegenüber sozialkritischen Themen verpflichtet. Es dominiert eine sinnliche Fleischeslust auf seinen Bildkompositionen. Er selbst beschreibt sich als ›Sati-Re-alisten‹.

Immer auf Achse[Bearbeiten]

 
R. Mohr und sein Weltumrundungs-Kewet El Jet
 
Vollendung der längsten Reise per Elektrofahrrad am Marienplatz in München

Unmittelbar nach dem Studium umrundete Mohr als erster Mensch den Globus mit einem Elektromobil,[1] worüber er als Auslandskorrespondent berichtete. Dabei kam ihm besonders sein Nebenfach der Völkerkunde zugute. Zum Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde fehlten allerdings 7.000 Kilometer bis zum vollen Erdumfang. 2017 begab sich Mohr auf die „Longest journey by electric motorcycle“ (Längste Reise per Elektrorad).[2] Für diesen Guinness Weltrekord (14.106 km) nutzte er das norwegische Elektro-Mountainbike "Buddy Bike MI"“. Große Teile seines Lebens verbrachte Mohr im Ausland. Aus der Distanz schärfte er sein Wahrnehmungsvermögen über seine Heimat: „Deutsche Nörgler, die in Krisen dazu neigen, nicht selbst schneller zu laufen, sondern die Füße des Nachbarn zusammenzubinden. ... Dieses Deutschland etwa nach Mexiko verschoben, mit den dortigen Bergen, Wüsten, dem Atlantik und der Südsonne wäre ein Traumland.“ – ROBERT MOHR: Systemüberlister, Edition Wendepunkt, Weiden 2008.

Der Wahlmünchner Robert Mohr lebt und arbeitet im Verborgenen.

Werke[Bearbeiten]

literarisches Werk[Bearbeiten]

Plastiken und Gemälde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  Commons: Robert Mohr (journalist) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weltumrundung mit dem Kewet
  2. Weltreise auf dem E-Bike: Grenzgänger in einsamer Mission. In: Frankfurter ALllgemeine. 30. August 2017, abgerufen am 11. Dezember 2017.
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