Rüstung des Sir Christopher Hatton

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Christopher Hatton with arms dated 1589.jpg

Die Rüstung des Sir Christopher Hatton (auch "Sir Cristofer Hattone") ist eine englische Rüstung, die in den Almain Armourers Royal Workshops in Greenwich von Jacob Halder um 1595 gefertigt wurde.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung des Sir Christopher Hatton ist eine typische Rüstung, die zu der Zeit der Entstehung in den Greenwich-Workshops hergestellt wurde. Die Rüstung wurde als Rüstungsgarnitur gefertigt. Die Wechselteile bestanden aus einer geschlossenen Sturmhaube mit einem fürfallenden Bart, einem verstärkten Bruststück, einem Bruststück mit angesetztem Bart und Verstärkung für die rechte Schulter, zwei Tassetten, eine Schwebescheibe, ein Paar Panzerhandschuhe, ein verbreitertes Armstück für den linken Arm, eine Rossstirn, zwei Panzerstücke für den Sattel, zwei Brechränder für die Schultern sowie ein nicht zuzuordnendes Stück. Durch diese Wechelstücke war die Rüstung für den Krieg tauglich, aber genauso auch für jede Art von Turnier, die zu dieser Zeit abgehalten wurde.

Die Rüstung besteht aus einem geschlossenen Visierhelm, einem Brust- und Rückenpanzer, komplettem Arm- und Beinzeug, Panzerhandschuhen, Tassetten und Panzerstiefeln. Die gesamte Rüstung ist gebläut und mit goldenen, feuervergoldeten Dekorationen überzogen. Die Motive der Dekoration bestehen aus Linien und Bändern, die ein miteinander verschlungenes Muster bilden. Die unterschiedlich breiten Bänder teilen die Harnischdekoration in Abschnitte. An anderen Motiven sind noch Schriftrollen, heraldische Rosen, Trophäen sowie die Tudor-Rose abgebildet[1].

Die Rüstung wurde als Geschenk am 13. Juni 1901 dem damaligen König Edward VII. vom 9. Duke of Marlborough Charles Spencer-Churchill am Marlborough House übergeben. Seitdem befindet sie sich in der Royal Collection. Sie wird heute im Windsor-Castle ausgestellt[2].

Christopher Hatton[Bearbeiten]

Christopher Hatton (*1540 – †20 November 1591) war ein englischer Ritter, Politiker und Favorit von Königin Elisabeth I.. Sein Vater war William Hatton (†28 August 1546) aus Holdenby, Northamptonshire, seine Mutter Alice Saunders aus Harrington, Northamptonshire. 1564 Arbeitete er als Schauspiler und gelangte dadurch zu Ansehen. Dadurch wurde die Könign auf ihn aufmerksam und ernannte ihn zu einem Gentlemen pensioners sowie einem "Gentleman of the privy chamber". 1577 wurde er Vizekanzler des Royal Household und in das Privy Council eingeschworen. Zur gleichen Zeit wurde er zum Ritter geschlagen und im Jahre 1587 zum Lord High Chancellor of Great Britain erhoben[3].

Er war ebenfalls Knight of the Garterund Kanzler der Oxford-Universität. Er unterstützte Sir Francis Drake finanziell bei einigen seiner Fahrten gegen Spanien und seine Raubzüge in der Karibik. Als Drake die Magellanstraße erreichte, benannte er sein Schiff um und zwar auf den Namen The Golden Hind, in Anlehnung an Hattons Wappen, das eine Darstellung einer "goldenen Hirschkuh" enthielt. Diese Reise Drakes brachte Hatton eine Summe von 2300£ ein.

Hatton verstarb am 20. November 1591 unverheiratet, kinderlos und verarmt in seinem Haus, dem Holdenby House in Northamptonshire. Er wurde mit einem Staatsbegräbnis geehrt und in der Old St Paul's Cathedral beigesetzt[4].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles John Ffoulkes,Inventory and survey of the armouries of the Tower of London, (Vol. 1,), Verzeichnis der Waffensammlung im Tower von London, Band 1, 1916, Seite 169
  2. Die Rüstung Sir Christopher Hattons in den Royal Collections in London auf der Website des Royal Colections Trust, (engl., eingesehen am 16. Oktober 2013
  3. Sir Nicholas Harris Nicolas, Memoirs of the Life and Times of Sir Christopher Hatton, K.G., Vice-Chamberlain and Lord Chancellor to Queen Elizabeth: Including His Correspondence with the Queen and Other Distinguished Persons, Verlag R. Bentley, 1847, Seite 38–9
  4. Payne Fisher,The tombes, monuments, and sepulchral inscriptions, lately visible in St. Pauls cathedral, and St. Faith's under it: Compleatly rendred in Latin and English, with several historical discourses, on sundry persons intombed therein. A work never yet performed by any author old or new, Verlag Printed for the author, and properly presented to the kind encouragers, of so worthy a work, 1684

Literatur[Bearbeiten]

  • Sir Guy Francis Laking: A Few Notes on the Armour of Sir Christopher Hatton. (engl.).
  • J. Starkie Garddner: Armour in England from the Earliest Times to the Seventeenth Century. Kessinger Publishing, 2004, ISBN 978-1-4179-6059-0 (engl.).

Weblinks[Bearbeiten]

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