Rüstung des Peter Bruner Altrat

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Die Rüstung des Peter Bruner Altrat auch franz. Pierre Bruner ist eine Schweizer Rüstung die vermutlich von dem Plattner und Büchsenmacher Lorenz Hoffmann aus dem Kanton Thurgau um 1590-1600 für den Söldner Pierre Bruner Altrad (1540- 04. November 1608) auch genannt "Sillyface" (engl. "dummes Gesicht" oder "Dummmgesicht") gefertigt wurde. Bruner diente als Hauptmann während seines langen Dienstes unter der französischen Krone in den Jahren 1560 bis 1608 unter fünf französischen Königen, Henri II., Francois II., Charles IX., Henri III., und Henri IV.. Sein Spitzname "Sillyface" stammt vermutlich vom ungewöhnlichen Aussehen seines Helmbartes.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rüstung des Pierre Bruner Altrat besteht aus einer geschlossenen Sturmhaube mit aufschlächtigem Bart, einem Brust- und Rückenpanzer, ganzen Armzeugen mit großen Vorder- und Hinterpflügen sowie Tassetten. Sie ist sehr einfach gearbeitet, ein wenig plumb aussehend, aber von hoher Qualität.

Die Sturmhaube und der dazugehörige Bart sind ungewöhnlich gearbeitet. Die Sturmhaube hat einen hohen sehr starken Kamm und einen schmalen, nach aussen umgeschmiedeten Rand. Der Gesichtsausschnitt ist ungewöhnlich hoch ausgearbeitet, so das der Rand etwa im oberen Stirnbereich liegt. Wahrscheinlich ist der Gesichtsausschnitt so hoch gearbeitet um dem Bart genügend Raum zu bieten. Der Bart ist ebenfalls ungewöhnlich gearbeitet, da er neben dem Gesicht auch die Augen schützt und somit das gesamte Gesicht abdeckt. Er besteht aus drei geschobenen Platten die mit einem Mittelgrat gearbeitet sind und einer Austreibung unterhalb der Sehschlitze, die den Anschein einer Nase erweckt. Die Luftgeben sind als Schlitz, in kreuzform sowie als punktförmige Öffnung gearbeitet. Der Mund stellt ebenfalls eine Luftgebe dar. Die kreuzförmigen Öffnungen befinden sich recht und links, unterhalb der Sehschlitze. Dazwischen sind vertikal angebrachte Luftgeben vorhanden, deren Rand seilförmig verziert ist (geseilt). Die runden Löcher die als Luftgeben dienen sind in kreisform angeordnet, wobei der Durchmesser variiert. Der äussere Ring besteht aus Löchern mit größerem Durchmesser als der innere Kreis. In der Mitte ist ein Loch angebracht das den selben Durchmesser besitzt wie die Löcher des Aussenringes. Um die beiden kreuzförmigen Lustgeben sind jeweils vier runde Löcher angeordnet. Die Luftgebe sie eine Mundöffnung darstellt ist dreieckig und zeigt mit der Spitze nach unten. Im Gesamten sind 163 einzelne Luftgeben am Bart angebracht. Um die Mundöffnung herum ist ein immitierter Schnauzbart angebracht, so das der gesamte Rüstungsbart den Eindruck eines Gesichts erweckt. Am unteren Rand schließt ein breiter Ringkragen, der auf der Vorderseite leicht spitz zuläuft den Helm ab.

Die Brust ist glatt und besitzt einen Mittelgrat, sowie zwei Grate, die von recht uns links unterhalb der Arme in einem leichten Bogen is etwa in Hüfthöhe laufen.

Die Armzeuge sind mit gro0en Schulterpanzern mit Vor- und Hinterpflügen gearbeitet. Die Vorderpflüge sind achtfach geschoben und verlaufen in eine vergoldete Rosette, die als Sicherungs- und Drehpunkt für die Geschübe dient. Die Oberarmröhren sind vierfach geschoben und drehbar in den Ellbogenpanzern mit Ellbogenmuscheln verriegelt. Die Unterarmröhren sind beweglich am Ellbogenpanzer befestigt.

Die Panzerhandschuhe sind mit Stulpen versehen und im Handrückenbereich sowie den ausgearbeiteten Fingern (Fecht-Panzerhandschuh) vielfach geschoben.

Die Tassetten sind lang gearbeitet, in typischer Art einer Rüstung für Reiter und reichen bis über die Knie. Sie bestehen aus aus je sechzehn geschobenen Platten, die am Bauchring mit Schnallen und Lederriemen befestigt sind.

Auf der rechten Seite des Brustpanzers ist eine Inschrift angebracht, die lautet:" DISER • HARNISCH • KOMMT VON HR HAUPTMAN PETER BRUNER ALTRAT HAT UNDER HENRICO II FRANCISCO II CAROLO IX HENRICO III MIT VILEM RUHM GEDIEND STARB DEN 4 NOV 1608"

Auf der linken Brustseite ist eine runde Messingplatte angebracht, die den Schenkungsnachweis enthält. Auf ihr steht geschrieben:" DIESER HARNIST HAT URS VIC BRUNNER ZEUGVARHT IN DAS ZEUGHAUS GEBEN". Das Datum lautet 1750. Auf der Plakette ist noch ein Wappen mit doppelröhrigem Brunnen, Helm und Einhorn zu sehen. Die Rüstung wird heute im Musée de l'armee in Paris aufbewahrt[1].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Musée de l'artillerie: Notice sur les collections dont se compose le Musée de l'artillerie. De l'imprimerie de Bachelier, 1835, S. 16 (franz.).
  • L'Artiste: L'Artiste: journal de la littérature et des beaux-arts. L'Artiste, 1857, S. 138 (franz.).

Weblinks[Bearbeiten]

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