PV Arminia Offenburg

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Wappen Karte
Wappen arminia offenburg.jpg
PV Arminia Offenburg (Deutschland)
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Basisdaten
Gründung: 3. November 1895
Ort: Offenburg
Bundesland: Baden-Württemberg
Zirkel: Z P Arminia.gif
Farben: Burschenfarben.jpg Fuxenfarben.jpg
Wahlspruch: In fide firmitas!
Webseite: www.pv-arminia.de

Die Pennälerverbindung Arminia ist eine Schülerverbindung in Offenburg, die auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Erste Spuren reichen in das Jahr 1832 zurück, die offizielle Gründung fand am 3. November 1895 statt. Die Mitglieder der PV Arminia werden „Arminen" genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

1832 bis 1853[Bearbeiten]

Zirkel des PC Alania Offenburg
Albert Hall, einer von drei Stiftern der PV Arminia

Im Vorfeld der 48er-Revolution gründete sich am 15. Mai 1832 am Grimmelshausen-Gymnasium in Offenburg eine erste Pennälerverbindung mit dem Namen Arminia. Ihr Wirken galt den Zielen der Badischen Revolution.

Am 15. Mai 1836 benannte sich die PV Arminia aufgrund von internen Problemen und Nichtgefallen des Namens in Pennales Corps Alania um. Warum sich der Bund Alania nennt ist unbekannt, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der arische Volksstamm der Alanen, der die Kunst des Reitens und Bogenschießens beherrschte, Vorbild für die jungen Pennäler war. Die Farben und der Wahlspruch sind überliefert. Die Alanen trugen schwarz-weiß-blaue Bänder, der Wahlspruch lautete „Brudertreue führt durchs ganze Leben“. Das Corps bezweckte „eine gegenseitige ungeheuchelte Bruderliebe und Einigkeit, ein Schutz- und Trutzbündnis gegen jede fremde Annäherung“, wie es im Protokoll vom 28. November 1836 nachzulesen ist.

Die letzte Überlieferung des schlagenden PC Alania datiert vom 25. September 1847, an dem mit weiteren badischen Pennalen Corps im „Hirsch zu Lichtental“ ein gemeinsamer Kommers gefeiert wurde. Das Pennale Corps Alania löste sich schließlich 1853 auf, nachdem den Mitgliedern Relegation bei Weiterbestehen angedroht wurde.

1895 bis heute[Bearbeiten]

Im Hause des Gerichtsvollziehers Stengele in der Offenburger Seestraße fanden sich die Mitschüler Karl Hauser, Albert Hall und Adolf Schwarz ein. Sie stellten sich die Aufgabe, „Freundschaft und Treue besonders herzlich zu pflegen und zu diesem Zwecke, eine Verbindung zu gründen.“ Somit wurde am 3. November 1895 erneut eine Verbindung aktiver und ehemaliger Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums mit dem Namen Arminia gegründet. Heute kann nahezu ausgeschlossen werden, dass die neue Verbindung etwas von der alten wusste oder gar ihre Nachfolge antreten wollte.

Der Erste Weltkrieg forderte einen großen Blutzoll von der PV Arminia, doch mit der Hilfe von ansässigen Alten Herren, Politikern und Professoren, wie Franz Huber und Dr. Max Kuner, gelang es, junge Pennäler zu keilen. Die Aktivitas erreichte eine stattliche Größe, woraufhin die PV Arminia sich offiziell am Grimmelshausen-Gymnasium anmeldete. Das Programm der Arminia ist neben den Kneipen geprägt von zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen von aktiven Bundesbrüdern und Alten Herren. Ein Beispiel hierfür war die Goethefeier im Mittelbau des Offenburger Hotels Union, die von der Direktion, dem Lehrerkollegium und hochrangigen Vertretern der Stadt besucht wurde. Der damalige Direktor Dr. Reich meinte am Ende: „Nach diesem Abend ist die Pennälerverbindung Arminia an meiner Schule endgültig genehmigt.“

Auf dem 40. Stiftungsfest hielt AH Reinle, der Oberlandesgerichtspräsident in Karlsruhe geworden war, eine Ansprache, in der er nachzuweisen versuchte, dass Pennälerverbindungen im nationalsozialistischen Staat ihre Daseinsberechtigung verloren hätten. Als oberster Justizbeamter des Landes löste er die Arminia mit sofortiger Wirkung auf, doch im Geheimen fanden weitere Treffen der Bundesbrüder statt.

Alte Herren setzten nach Ende des Zweiten Weltkriegs das Bundesleben langsam wieder in Gang. 1954 wurde erstmals wieder ein Stiftungsfest in großem Rahmen gefeiert. Im Januar 1956 rekonstituierte sich die Arminia mit einer neuen Aktivitas. Die Chronik berichtet von einem regen Bundesleben, weshalb sich auch zahlreiche Pennäler zu den Farben der Arminia bekannten.

Im Jahre 1965 wurde das 70. Stiftungsfest zu einem Höhepunkt, da der Festkommers im Hotel Ries 128 Teilnehmer zählte. Im Jubeljahr hatte die Aktivitas den höchsten Stand an Burschen und Füchsen. Insgesamt gab es 20 Aktive.

Am 4. März 1967 veranstaltete die Arminia eine große Grimmelshausen-Feier in der Oberrheinhalle, die auf große öffentliche Beachtung stieß. Ebenso wird im Juli 1967 zum ersten Mal der von dem Alten Herren Dr. Wipprecht gestiftete Abiturienten-Preis verliehen, der bis heute Bestand hat.

Die PV Arminia war bis November 2007 Mitglied des Pennäler Kartells Baden (PKB), einem Zusammenschluss der südbadischen Schülerverbindungen, und beendete die Mitgliedschaft durch Austritt.

Prinzipien[Bearbeiten]

Die PV Arminia ist eine farbentragende, politisch und religiös nicht gebundene, nicht-schlagende Verbindung und sieht sich selbst als Lebensbund an, mit dem Ziel, die Freundschaft über die Schulzeit hinaus zu wahren. Aktuell zählt die PV Arminia über 130 Mitglieder ab dem Alter von 16 Jahren. Ziel war und ist, neben der Pflege von Traditionen der Schülerverbindung generationsübergreifend Werte wie gegenseitige Hilfe, Treue und Freundschaft, Förderung des Verantwortungsbewusstseins, der Selbstständigkeit und der Rhetorik zu vermitteln. Die Aktiven gestalten jedes Semester ein abwechslungsreiches Programm, das von traditionellen Kneipabenden über stilvolle Essen und Partys bis hin zu gemeinsamen Ausflügen, Schneftern und sonstigen Aktivitäten reicht.

Couleur[Bearbeiten]

Das Burschenband der PV Arminia Offenburg hat die Farben moosgrün-weiß-rosarot mit silberner Perkussion. Grün steht für die Hoffnung, weiß für die Ehre und rot für die Treue zur Verbindung. Die „Füxe“ tragen das moosgrün-weiße „Fuxenband“. Außerdem tragen die Arminen bei offiziellen Veranstaltungen Tellermützen in der Farbe moosgrün sowie die traditionellen Zipfel. Das Wappen zeigt im Hintergrund den alten wilhelminischen Bau des Grimmelshausen-Gymnasiums, das Stammpennal der PV Arminia. Im Vordergrund sind auf dem Schild die Verbindungsfarben zu sehen.

Der Wahlspruch der PV Arminia lautet „In fide firmitas“ (Lateinisch für In der Treue liegt die Stärke).

Bedeutende Mitglieder[Bearbeiten]

Ahnentafel im Verbindungshaus der PV Arminia

Die PV Arminia hat seit ihrer Gründung zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht, die sich in Politik, Wirtschaft und Kunst ausgezeichnet haben.

Verbindungshaus[Bearbeiten]

Die PV Arminia führte seit der Gründung im Jahr 1895 die Bundesveranstaltungen in verschiedenen Konstanten, meist Nebenzimmer von Offenburger Gasthäusern, durch. Seit Oktober 2003 hat die Arminia in den mittelalterlichen, aufwendig restaurierten Gewölbekellerräumen des ehemaligen Offenburger Kapuzinerklosters ihr eigenes kleines „Verbindungshaus“ mit großem Kneipsaal und weiteren benutzbaren Räumen. Der Keller befindet sich in dem einzigen Gebäude in Offenburg, das den Stadtbrand von 1689 unbeschadet überstanden hat.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grenzach-Wyhlen: Tobias Benz ist neuer Bürgermeister In: Badische Zeitung, 26. Oktober 2014. Abgerufen am 27. Oktober 2014
  2. Die Preisträger der Klinggräf-Medaille. Abgerufen am 27. Oktober 2014
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