Otto Andresen

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Otto Andresen (* 3. Oktober 1890 in Hüxmark bei Eckernförde; † 1944) wurde als SS-Hauptsturmführer der Reserve (SS-Nr. 18 865) von einem SS-Gericht schuldig gesprochen, den SA-Sturmführer Fritz Wenke ermordet zu haben.

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Werdegang[Bearbeiten]

Er besuchte acht Jahre lang die Volksschule. Danach absolvierte er eine Lehre bei einem Fischgeschäft in Bremerhaven. Vom 1. Oktober 1911 bis zum 14. November 1918 diente er im Infanterie-Regiment 9, das in Potsdam stationiert war. Nach dem 1. Weltkrieg betätigte er sich bis Ende der 1930er-Jahre als Kaufmann. Am 1. Juli 1930 wure er Mitglied der NSDAP. Seit Juli 1930 war er auch in der SA tätig. In die SS trat er am 1. Oktober 1931 ein. Die SS-Junkerschule in Braunschweig besuchte er ab dem 1. April 1935. Danach kam er zum SS-Wachbataillon III im KZ Sachsenhausen. Dort wurde er 1939 2. Schutzhaftlagerführer.

Anklage wegen Mordes[Bearbeiten]

Der Kriminalspezialist Carl Otto vom Reichskriminalpolizeiamt (RKPA) wurde 1933 beauftragt, den Mord an dem SA-Sturmführer Fritz Wenke in Lauben / Schlesien aufzuklären. Als Resultat der Ermittlungen wurde Otto Andresen festgenommen, der seit dem 1. Oktober 1931 in Lauben der 3./I./8. SS-Standarte angehörte.

Am 4. März 1942 kam es zu einem Prozess vor dem SS- und Polizei-Gericht III in Berlin und das Urteil war „schuldig des Mordes an Fritz Wenke“. Als Reichsführer SS ordnete Heinrich Himmler die Degradierung von Andresen an und verfügte die Versetzung zur Reich SS-Pionier-Abteilung zum 27. Oktober 1942 an, die bis August 1943 andauerte. Sein Einsatz im 2. Weltkrieg endete bei den SS-Pionieren 1944/1945 in Kurland, wo die deutschen Verbände eingeschlossen wurden.

Anmerkungen zum Mordvorwurf[Bearbeiten]

Andresen hat bestritten, dass er einen Mord ausgeführt hätte. Es wäre nicht Mord, sondern eine „politische Notwendigkeit“ gewesen.[1] Dabei verglich er seine Tat mit der Beseitigung der SA-Führung am 30. Juni 1934 durch die SS. Die näheren Umstände der Tat lassen darauf schließen, dass mit dem Mord an Fritz Wenke ein Verbrechen in Lauben verdeckt werden sollte. Oder anders ausgedrückt: Andresen hat im Auftrag gehandelt. Dafür spricht, dass er nach seiner Degradierung wieder in die alte Rangstufe erhoben wurde. Deshalb bestand er auch darauf, dass seine Gehaltszahlungen nicht unterbrochen gewesen sind.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stuart B. T. Emmett: Strafvollzugslager der SS und Polizei: Himmler's Wartime Institutions for the Detention of Waffen-SS and Polizei Criminals. Fonthill Media, Stroud 2017, ISBN 978-1-78155-560-6, S. 373–375 (englisch, 576 S.).
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