Carl Otto (Gestapo)

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Carl Otto (* 12. September 1878 in Berlin; † um 1945) war Kriminaldirektor der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und Spezialist für Sonderaufträge.

Laufbahn[Bearbeiten]

Im Geschäftsverteilungsplan des Geheimen Staatspolizeiamts Berlin (Gestapa Berlin) vom 22. Januar 1934 wurde Otto im III. Referat des Nachrichtendienstes (N-Referat), das von Kriminalpolizeirat Konrad Nussbaum[1] und Kriminalkommissar Dr. Arthur Jetzlaff[2] geführt wurde, als Kriminaloberkommissar für Sonderaufträge aufgeführt.[3]

Am 1. April 1934 wurde er zum Kriminalrat befördert. 1935 erfolgte seine Versetzung ins Landeskriminalamt (Berlin). Ins Reichskriminalpolizeiamt (RKPA) wurde er 1936 übernommen.[4] Später wurde er stellvertretender Leiter der Staatspolizeistelle Würzburg.[5] Etwa 1942 wurde er zum Kriminaldirektor befördert.

Otto war ein Vertrauter vom Chef des Gestapa Berlin Rudolf Diels[6], der ihn mit Sonderaufträgen einsetzte. So war er 1934 mit dem Kriminalrat Paul Buhl[7] beauftragt, das Verschwinden des SA-Sturmführers z.b.V. Helmuth Unger aufzuklären.[5]

Ab dem 1. Januar 1936 gehörte er in leitender Stellung der „Sonderkommission Olympiade“ an, um die Sommerspiele in Berlin polizeilich abzusichern. Weiterhin war er 1933 im Mordfall des vorherigen SA-Sturmführers Fritz Wenke in Lauban / Schlesien mit den Kommissaren Siedentopf und Dresel der Staatspolizeistelle Liegnitz tätig, wo im Zusammenhang mit dieser Tat der SS-Sturmführer Otto Andresen festgenommen wurde.[8]

Nach 1945 soll Otto Leiter der Kriminalpolizei in Münster gewesen sein.[9]

Anmerkung[Bearbeiten]

Carl Otto sollte nicht mit dem Kriminalrat Johannes Otto (* 16. April 1905 in Essen; † 5. Januar 1961) im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) verwechselt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konrad Nussbaum in der deutschsprachigen Wikipedia
  2. Arthur Jetzlaff in der deutschsprachigen Wikipedia
  3. Christoph Graf: Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur: die Entwicklung der preußischen Politischen Polizei vom Staatsschutzorgan der Weimarer Republik zum Geheimen Staatspolizeiamt des Dritten Reiches. Colloquium-Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-7678-0585-5, S. 420–422 (457 S.).
  4. Christoph Graf: Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur: die Entwicklung der preußischen Politischen Polizei vom Staatsschutzorgan der Weimarer Republik zum Geheimen Staatspolizeiamt des Dritten Reiches. Colloquium-Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-7678-0585-5, S. 371 (457 S.).
  5. 5,0 5,1 Jürgen W. Schmidt: Wie stumpf war das Werkzeug Gestapo? Zur Aufklärung des Mordes am vormaligen SA-Sturmführer Fritz Wenke in Lauban 1933. In: Jürgen W. Schmidt (Hrsg.): Geheimdienste in Deutschland: Affären, Operationen, Personen (= Geheimdienstgeschichte. Band 4). Ludwigsfelder Verlags-Haus, Ludwigsfelde 2012, ISBN 978-3-933022-78-3, S. 119 FN 2 (357 S.).
  6. Rudolf Diels in der deutschsprachigen Wikipedia
  7. Paul Buhl in der deutschsprachigen Wikipadia
  8. Jürgen W. Schmidt: Wie stumpf war das Werkzeug Gestapo? Zur Aufklärung des Mordes am vormaligen SA-Sturmführer Fritz Wenke in Lauban 1933. In: Jürgen W. Schmidt (Hrsg.): Geheimdienste in Deutschland: Affären, Operationen, Personen (= Geheimdienstgeschichte. Band 4). Ludwigsfelder Verlags-Haus, Ludwigsfelde 2012, ISBN 978-3-933022-78-3, S. 115 und S. 119 FN 2 (357 S.).
  9. Christoph Graf: Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur: die Entwicklung der preußischen Politischen Polizei vom Staatsschutzorgan der Weimarer Republik zum Geheimen Staatspolizeiamt des Dritten Reiches. Colloquium-Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-7678-0585-5, S. 373 (457 S.).
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