Kurt Dannenberg

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Kurt Dannenberg (* 21. September 1911 in Jena) war als SS-Oberscharführer und Kriminalassistent Angehöriger der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Dabei diente er sowohl bei einer Einsatzgruppe als auch in Dienststellen des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) Krakau. Im Jahre 1943 wurde er zum Grenzpolizei-Kommissariat Przemysl abkommandiert.

Ausbildung[Bearbeiten]

Als uneheliches Kind wuchs er bei seinen Großeltern seiner Mutter in Gera auf. Nach dem Besuch der Volksschule nahm er eine Bürolehre bei einem Rechtsanwalt in Gera auf. Im Jahre 1934 wurde er Mitglied der Allgemeinen SS in einem Nachrichtensturm. Seine militärische Grundausbildung absolvierte er 1935 bei einem Regiment der Flak bei der Luftwaffe. Ein Jahr danach nahm er seinen Abschied aus der Luftwaffe und betätigte sich als kaufmännischer Angestellter bei einer Großhandlung für Kohlenerzeugnisse.[1]

Dienst bei der Gestapo[Bearbeiten]

Im September 1938 bewarb er sich bei der Staatspolizeistelle Weimar (Stapo Weimar). Nach einer bestandenen Eignungsprüfung trat er im Sommer seinen Dienst bei der Stapo Weimar an. Bei der Außendienststelle Gera der Gestapo wurde er am 1. August 1939 zum Kriminalassistenten-Anwärter ernannt. Kurz danach wurde er zur Dienststelle des SS-Strumbannführers Ludwig Hahn[2] versetzt. Dort in Wien betätigte er sich als dessen Schreiber. In Wien wurde zu dieser Zeit das Einsatzkommando 1 der Einsatzgruppe I aufgestellt. Mit diesser Einheit wurde er nach wenigen Tagen über Jägersdorf nach Gleiwitz verlegt.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Kattowitz bis zum Jahresende 1939 kam er mit seiner Einheit nach Sanok[3]. Um die Jahreswende 1939/1940 verlegte die Einheit nach (zur später benannten Stadt) Reichshof[4], wo eine Außenstelle des KdS Krakau eingerichtet wurde. Nach einer bestandenen Polizeiprüfung im Sommer 1942 wurde er zum Kriminalassistenten und zum SS-Oberscharführer ernannt. Im Jahre 1943 erfolgte seine Versetztung zur GPK Przemysl. Danach wurde er bis Oktober 1943 nach Krakau versetzt, von wo er dann wieder ab dem 16. Oktober nach Gera kam[5].

Kriegsende und Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach Kriegsende schlug er sich im Juli 1945 nach Düsseldorf durch. Zunächst betätigte er sich mit Gelegenheitsarbeiten, darunter auch bei einem Minensuchkommando. Mit Bekannten gründete er 1948 eine Handschuhfabrik. Da die folgende Währungsreform zu finanziellen Schwierigkeiten führte, kam das Geschäft zum Ende. Danach siedelte er mit seiner Familie nach Duisburg über. Dort betätigte er sich zunächst als Vertreter einer Fabrik für Schokolandenprodukte. Ab 1959 wurde er Kranführer bei den Rheinischen Stahlwerken.

Verhaftung und Prozess[Bearbeiten]

Wegen des Verdachts, in seinem Dienst bei der Gestapo Kriegsverbrechen begangen zu haben, wurde er vom 21. Mai 1963 bis zum 23. Dezember 1963 in Untersuchungshaft genommen. Das Schwurgericht Memmingen verhandelte in einem Prozess vom 2. März 1971 bis zum 11. März 1971 seinen Fall (Az: Ks 5/68) und verurteilte ihn wegen der Beihilfe zum Mord in 15 Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren. Eine Berufung gegen das Urteil verwarf die 1. Strafkammer des Landgerichts Memmingen am 20. Februar 1975. Das Urteil vom 11. März 1971 wurde aufrechterhalten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C.F. Rüter et al., Justiz und NS-Verbrechen, Band XXXV, Lfd.Nr. 749c, München 2005, S. 98f
  2. Ludwig Hahn
  3. Sanok
  4. Reichsfof (Rzeszów)
  5. Marlis Gräfe, Bernhard Post, Andreas Schneider (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen 1933–1945 (= Quellen zur Geschichte Thüringens. Nr. 24). 5. Auflage. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009, ISBN 978-3-931426-83-5, S. 540–541 (urn:nbn:de:gbv:27-20110113-105206-3 (I. Halbband als PDF; 5,2 MB) und urn:nbn:de:gbv:27-20110525-153323-9 (II. Halbband als PDF; 1,5 MB)).
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