Konzeptwerk Neue Ökonomie

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. ist eine Theoriewerkstatt, die auf eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft zielt. Der 2011 gegründete Verein mit Sitz in Leipzig versteht sich als unabhängige Organisation.

Inhaltsverzeichnis

Ziele, Lage und die "Große Transformation"[Bearbeiten]

Ziel von Postwachstums ist es ein Wohlergehen aller Bevölkerungsschichten durch ein anderes Wirtschaftssystem zu erreichen. Als Mittel dazu werden einer Suffizienzstrategien und der stetige Rückbau industrieller Wertschöpfungsprozesse gesehen. Statt dessen soll eine Gemeinwohlorientierte Wirtschaftsform aufgebaut werden, eine Theretiker wollen dies durch eine Stärkung lokaler und regionaler Selbstversorgung, sowie einer Geld- und Bodenreform erreichen (Paech).[1]

Im Verständniss des Konzeptwerkes sollten alle ökonomischen Aktionen darauf ausgerichtet sein, ein gutes und gleichberechtigtes Leben für alle zu ermöglichen. Gleichzeitig sollten die "ökologischen Grenzen des Planeten"[2] (alle Arten von Ressourcen) respektiert werden. Die derzeitige Wirtschaftsordnung verfehle dieses Ziel deutlich: sie erzeuge Reichtum für Wenige und Ausbeutung, Ausgrenzung und Armut für Viele. Durch den Klimawandel und die anhaltende Umweltzerstörung würden gloabe Ungerechtigkeiten noch weiter verstärkt. Der globalen Süden könne seine grundlegende Bedürfnisse nach wie vor nicht befriedigt.

Wie alle Initativen zum Postwachstum arbeitet das Komzeptwerk gegen ein "wachstumsorientierte(s) wirtschaftspolitische Leitbild"[2], welches aus Sicht der Postwachstums-Vertreter mehr Konkurrenz fördere. Als weiteres Problem wird der ungerechten Zugang zu Ressourcen und Macht angeprangert, was zu ungleichen Einfluss-, Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten führe. Ohnehin starke wirtschaftliche Akteure könnten so ihre Interesen gegen die Marginalsierten durchsetzen.

Um den erkannten Ungerechtigkeiten aufzuheben, möchte das Konzeptwerk eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft (in Anlehnung an die "Great Transformation" von Karl Polanyi) erreichen. Es soll gesellschaftlich Abstand vom Profit- und Wachstumsprinzip genommen werden und statt dessen ein Wohlergehen aller zum oberstes Ziel werden. Gleichzeitig soll ein angebrachter, maßhaltender Umgang mit Ressourcen in den "natürlichen" Grenzen der Ökosysteme erreicht werden.

"Hierfür gibt es keinen Masterplan" schreibt das Konzeptwerk und versteht sich vielmehr als Teil einer Bewegung, dies diese Ziele auf unterschiedlichen Wegen erreichen will. Es wird konstantiert dass die angestrebte Transformationen "vielschichtig" und "weitgreifend" sei.[2]

Organisation[Bearbeiten]

Die aktive Arbeit des Konzeptwerks Neue Ökonomie übernimmt ein mehrköpfiges Team von Hauptamtlichen. Die Bewegungsstiftung fördert einzelne Mitarbeiter des Konzeptwerkes.[3] Der Verein finanziert sich durch Fördermittel und Spenden von Privatpersonen.[4]

Das Team arbeitet mit einer Reihe regionaler und bundesweiter Kooperationspartner bei Kongressen und Bildungsveranstaltungen zusammen.[5][6] In Deutschland sind dies derzeit vor allem der Förderverein Wachstumswende, welcher das soziale Netzwerk wachstumswende.de betreibt. Wissenschaftlich forschen zum Thema das Forschungsnetzwerk Research & Degrowth und das DFG-Kolleg "Postwachstumsgesellschaften" der Uni Jena. Zwischen den Organisationen und dem Konzeptwerk gibt es einen inhaltlichen Austausch.[4]

Arbeit[Bearbeiten]

Neben der konzeptionellen Arbeit führt das Konzeptwerk eigene Veranstaltungen durch und betreibt eine weitgefächerte Bildungsarbeit.

Das Portal degrowth.de wird von dem Verein betrieben. Mit anderen Organisationen bereitete der Verein die Internationale Konferenz "degrowth 2014" vor. Das Konzeptwerk organisiert immer wieder bundesweite Veranstaltungsreihen wie 2015 die „Kohlegespräche – über Wachstum und Klimagerechtigkeit“ und eine degrowth-Sommerschule.[7]

Die Referenten des Vereins organisieren Projekttage, halten Vorträge und bieten mehrtätige Workshops an. Das Konzeptwerk bezieht sich auf zwei pädagogische Leitbilder: das Globale Lernen und die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Zudem fasst man seine Informationsarbeit zu Postwachstum als "sozioökonomische Bildungsarbeit" auf.

Weblinks[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Felix Wittmann, Sarah Deuling, Kai Kuhnhenn (2014): Mehr Sinn fürs Geschäft? Hrsg. Konzeptwerk Neu Ökonomie
  • Friederike Habermann, Hartmut Rosa (2014): Zeitwohlstand : wie wir anders arbeiten, nachhaltig wirtschaften und besser leben. Hrsg.: Konzeptwerk Neue Ökonomie. Oekom-Verlag. ISBN 978-3-86581-476-0
  • ENDLICH WACHSTUM! Bildungsmaterialien für eine sozial-ökologische Transformation. 2. Auflage 2014

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Niko Paech: Grundzüge einer Postwachstumsökonomie | postwachstumsoekonomie.de. In: www.postwachstumsoekonomie.de. Abgerufen am 1. Juli 2016.
  2. 2,0 2,1 2,2 Das Konzeptwerk | Konzeptwerk Neue Ökonomie. In: www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  3. Förderung > BewegungsarbeiterInnen > Christopher Laumanns – Bewegungsstiftung, Anstöße für soziale Bewegungen. In: www.bewegungsstiftung.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  4. 4,0 4,1 Konzeptwerk-Neue-Oekonomie. In: Alnatura.de. Abgerufen am 29. Juni 2016.
  5. Veranstaltungen | EPN Hessen e.V. In: www.epn-hessen.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  6. Partner | SOLIKON. In: solikon2015.org. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  7. Vortragsreihe Kohlegespräche | degrowth.de. In: www.degrowth.de. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.