Karl Wiendieck

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Heinrich Karl Wiendieck (* 11. August 1877 in Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück); † 28. Mai 1941) war ein deutscher Tierarzt und Ministerialbeamter.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Karl Wiendieck wurde als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Wiendieck geboren. Zum Sommersemester 1896 begann er das Studium an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und wurde Mitglied des Corps Normannia Hannover. Zum Wintersemester 1897/98 wechselte er für zwei Semester an die Tierärztliche Hochschule Stuttgart und schloss sich dem Corps Suevia Stuttgart an.[Anm. 1] Im Januar 1900 legte er in Hannover das Staatsexamen ab und erhielt im Folgemonat die tierärztliche Approbation.[1] Nach kurzer Assistententätigkeit in einer Tierarztpraxis in Hildesheim wurde er noch im gleichen Jahr praktischer Tierarzt in Minden. 1902 ging er als solcher nach Halle (Westf.). Im April 1903 wurde er Assistent am veterinärmedizinischen Institut der Universität Leipzig, legte im November 1904 das Kreistierarzt-Examen ab und wurde im Juli 1905 in Leipzig zum Dr. phil. promoviert. Er wurde praktischer Tierarzt in Stralsund, im Oktober 1906 praktischer Tierarzt und Schlachthofdirektor in Barth, 1908 Kreistierarzt in Lingen und Ende 1912 in Greifswald. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Stabsveterinär teil. Im Oktober 1920 wurde er Regierungs- und Veterinärrat in Frankfurt (Oder)[2] und im März 1929 Oberregierungs- und Veterinärrat in Breslau. Als solcher wechselte er im Juni 1933 ins Preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Berlin.[3] Dezember 1933 wurde er Ministerialrat[4] und, nachdem 1935 die preußischen Ministerien in Reichsministerien aufgegangen waren, 1940 Ministerialdirigent in der Veterinärabteilung des Reichsministeriums des Inneren.[5]

Wiendieck war maßgeblich an der Gleichschaltung der deutschen Tierärzteschaft beteiligt. So gehörte er dem Führerrat des Reichsverbandes Deutscher Tierärzte an[6] und war 1939 in die Abhaltung des ersten Schulungslagers der Leiter der Tierärztekammern involviert.[7] Die von ihm 1937 mitverfassten Vorschriften für die Veterinärverwaltung im Deutschen Reich nebst den Sondervorschriften für Preußen gehören zur relevanten Bibliographie des öffentlichen Veterinärwesens.[8] Sein Wirken wurde in Nachrufen in den Deutschen Tierärztlichen Blättern und der Tierärztlichen Rundschau gewürdigt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Untersuchungen über das Verhalten der Blutkörperchen bei gesunden und mit croupöser Pneumonie behafteten Pferden. Leipzig 1906, OCLC 50543926 (Dissertation).
  • Vorschriften für die Veterinärverwaltung im Deutschen Reich nebst den Sondervorschriften für Preußen. Berlin 1937, DNB 128241551, OCLC 73004239 (mit Fritz Backhaus).

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Riggert, Otto Gervesmann: Geschichte des Corps Normannia Hannover, 1859, 15. März 1959, 1959, S. 126.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeitschrift für Tiermedizin, 5. Band, 1901, S. 316
  2. Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift, Band 37, 1921, S. 72 [1]
  3. Münchener tierärztliche wochenschrift - Band 84, 1933, S. 568 [2]
  4. Tierärztliche Rundschau, Band 40, 1934, S. 183[3]
  5. Wiener tierärztliche Monatsschrift, Band 27, Urban & Schwarzenberg, 1940, S. 320 [4]
  6. Tierärztliche Rundschau , Band 40, S. 184 [5]
  7. Svantje Insenhöfer: Dr. Friedrich Weber, Reichstierärzteführer von 1934 bis 1945, 2008, S. 92, 112
  8. Das öffentliche Veterinärwesen auf www.vethis.de ("Fachgruppe Geschichte der Veterinärmedizin" der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG))

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 1938, also zur Zeit der erzwungenen Selbstauflösung, legte er die Bänder seiner beiden Corps nieder.
  Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.