Johann Wimmer (Lehrer)

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Johann Wimmer (* 16. Oktober 1821 in Kaisersteinbruch, damals Westungarn, heute Burgenland; † nach 1904 in Bruck an der Leitha, Niederösterreich) war Schulmeister und Notarius in Kaisersteinbruch.

Leben[Bearbeiten]

Rathaus von Joslowitz

Johann wurde als Sohn des Johann Wimmer sen. und der Catharina Markowitschin geboren. Der Vater stammte von Erdberg, Herrschaft Joslowitz, Kreis Znaim, Mähren. Er war in französischer Kriegszeit (1809) in Schwadorf als Schulgehilfe bedienstet und stand als Lehrer und Musiker in gutem Rufe. Die Gemeinde Kaisersteinbruch suchte ihn für den vacant gewordenen Schuldienst zu gewinnen und er übernahm diese Stelle, da er dadurch in Ungarn vom Militärdienst befreit war. Er traf 1809 dort schon eine halbwegs geordnete Schulanstalt an, denn es wirkten dort vor seiner Ankunft, vom Jahre 1786 an, schon zwei nacheinanderfolgende österreichische Lehrer, Andreas Hafner und Ferdinand Bartsch. Der junge Lehrer heiratete mit 32 Jahren am 1. März 1813 Catharina Markowitschin, Tochter des Steinmetzgesellen Martin Markowitsch. Einer der Trauzeugen war der Ortsrichter Petrus Mayer. In seinen Richterjahren übergab die Herrschaft, das Stift Heiligenkreuz, das Schulhaus der Gemeinde.

Er hatte aber die Hoffnung, nach Podersdorf oder Bruck an der Leitha als Lehrer übersiedeln zu lönnen, allein die Teuerung im Lande, wie auch Krankheiten und Sterbefälle in seiner Familie vereitelten diesen Plan. 1844 starb seine Ehewirtin Catharina mit 58 Jahren, er war Witwer mit fünf mütterlich verwaisten Kindern geworden, da gab er seine Sorge um einen besseren Dienstposten auf. 1842 lebten im Ort 454 Einwohner, alle römisch-katholisch.[1]

Am 2. März 1851 heiratete Johann Wimmer die 20-jährige Rosalia Madle, Tochter des Steinmetzen Joseph Madle und der Rosina Fröhlich. 1867 starb seine Ehefrau mit 35 Jahren an den Blattern. Auch er hatte um Versetzung gebeten, Neusiedl am See oder Forchtenau standen zur Auswahl. Die Landeswirrnisse zwischen Österreich und Ungarn vereitelten dieses Glück und so diente er in Kaisersteinbruch über 40 Jahre bis zur am 19. Jänner 1887 genehmigten Pension. In Österreich diente er als Schul- Mesner- und Chormusik-Gehilfe, in Ungarn aber war er Schul- und Musiklehrer, Meßner, Glöckner, Regenschori, Notar, Waisenamts- und Grundbuchsführer.

Als Pensionist hat mehrere Texte über sein Leben verfasst. Zu seinem seiner bekanntesten Werke wurde das Gedenkbuch der Gemeinde Kaisersteinbruch. aus dem Jahr 1895.

Nachkommen[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Stift Heiligenkreuz Archiv: Kirchenbücher, Register.
  • Landesarchiv des Burgenlandes: Johann Wimmer, Lehrer: Gedenkbuch der Gemeinde Kaisersteinbruch. 1895. (handschriftliches Exemplar)
  • Archiv Kaisersteinbruch: Gedenkbuch und diverse Schriften des Lehrers Johann Wimmer.
  • Helmuth Furch (Hrsg.): Lehrer Johann Wimmer. In: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch, Nr. 5,6 und 8, 1991.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Universalis Schemat. Eccl. Budae 1843
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