Die goldtauschierte und gebläute Garnitur
Die goldtauschierte und gebläute Garnitur ist eine sogenannte "Kleine Garnitur", die im Jahre 1582 von dem Innsbrucker Plattner Jacob Topf (*1558-†1600) im Auftrag Erzherzog Ferdinand II. von Tirol gefertigt. Es handelt sich dabei um einen Kürass sowie eine Rüstung für den Kampf zu Fuß. Anhand der Abmessungen ist es sicher das sie nicht für Ferdinand II. selbst bestimmt war, da dessen Körpermaße durch andere Rüstungen die man ihm sicher zuzordnen kann bekannt sind. Wahrscheinlicher ist das sie für seinen Sohn, Karl von Burgau bestimmt waren. Die Dekorationen wurden von dem Goldschmiedemeister Elias Stark aus Insbruck ausgeführt.
Beschreibung[Bearbeiten]
Die Rüstung besteht im gesamten aus Eisen und ist komplett mit einem Wärmeverfahren gebläut. Durch die Erwärmung auf die korrekte Temperatur nimmt das Metall unterschiedliche Färbungen an. Bei dieser Garnitur handelt es sich um ein tiefes blau, das fast schon in schwarz übergeht.
Die Dekoration besteht im gesamten aus geätzten und anschließend vergoldeten und versilberten, mit Perlen versetzten, hochglanzpolierten Bändern, die vertikal auf der Rüstung verlaufen. Die Bänder unterteilen Brustpanzer und Tassetten in Felder und begrenzen die einzelnen Rüstungsbestandteile an den Rändern. Innerhalb der Bänder sind Verzierungen bildlicher Art angebracht die aus Mauresken , Akhantus-Ranken, Trophäen und Medaillons, in denen Abbildungen von antiken und mythologischen Figuren und solchen die in Kostüme gekleidet sind bestehen. Die Entwürfe stammen vermutlich von dem Metallschneider Jost Amman.
Einige der Bestandteilen die heute fehlen sind wahrscheinlich in anderen Museen aufbewahrt wie unter anderem ein zweiter Rückenpanzer und eine halbe Rossstirn, die in der Eremitage in Sankt Petersburg verwahrt werden[1],[2], [3].
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- Hochspringen ↑ Bruno Thomas, Ortwin Gamber, Hans Schedelmann, Die schönsten Waffen und Rüstungen aus europäischen und amerikanischen Sammlungen, Unter photogr. Mitw. v. Lilly Stunzi, Verlag Keyser, 1963. Seite 35-36
- Hochspringen ↑ Die Rüstung auf der Website des Kunsthistorischen Museum Wien, (deut., eingesehen am 12. November 2013)
- Hochspringen ↑ Die Rüstung auf der Website von Europeana, (deut., eingesehen am 12. November 2013)
Literatur[Bearbeiten]
- Friedrich Dahm, Österreichische Akademie der Wissenschaften: Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, Band 3. Prestel, 2003, ISBN 978-3-7913-2697-9, S. 603.
