Bluesfasching Apolda

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Aus der Jugendkulturszene der Blueser bzw. Kunden entwickelte sich 1986 der Bluesfasching Apolda. Als Gegenentwurf zu damaligen DDR-Kulturvorstellungen taten sich einige junge Leute zusammen und nutzten den, in Apolda, wieder stattfindenden Faschingumzug, um ihre Lebenseinstellung zu demonstrieren, aber auch um anerkannt zu werden und sich gegen den Druck der SED und Stasi nicht von ihrem Lebensgefühl abbringen zu lassen. Hierzu eignete sich die Faschingszeit hervorragend, war sie jeher eine Möglichkeit, sich öffentlich über Missstände zu beschweren, ohne weitreichende Folgen fürchten zu müssen.

Bezeichnend war daher auch das Motto des 1. Bluesfaschings: "Lasst uns Blue in Ruh'!"

Da sich die Obrigkeit der DDR nicht mit dieser alternativen Jugendkultur anfreunden konnte, Gründe waren unter anderem der Musikgeschmack, die Kleidung, das Auftreten und die Ablehnung einer totalitären Staatsmacht, setzten sie ihre Kräfte ein, um der Umtriebigkeit der zugehörigen Personen Einhalt zu gebieten, oder wenigstens unter Kontrolle zu halten.

Im "Klubhaus der Jugend", in der Schötener Promenade in Apolda, fanden sich dann auch Freunde und Bekannte aus dem Dunstkreis der Blueskultur zusammen und haben ab 1986 mit viel Engagement eines der langlebigsten Ereignisse in der Apoldaer Geschichte aus der Taufe gehoben. Dazu gehörten und gehören seit jeher detailversessene Dekorationen und entsprechende Bands der Szene. Aber auch das exzessive Feiern, der Freiheiten, an diesen Abenden.

Einschlägige musikalische Namen der Bluesszene haben hier Ihre Auftritte gehabt, hier seien nur einige genannt: Renft, Jürgen Kerth, Engerling, Monokel, Pasch, Andi Valandi uvm.

Bis 1995 blieb man dem "Klubhaus der Jugend" treu, nebst einem Gastspiel in der Wasserburg Kapellendorf, bis man dieses auf Grund baulicher Mängel räumen musste und das Gebäude abgerissen wurde.

Im Anschluss konnte eine neue Location gefunden werden, in der der Bluesfasching auch heute noch sein Zuhause hat, die Tiefgarage unter dem Hotel am Schloss Apolda.

Eins ist dem Bluesfasching seit jeher geblieben, auch wenn es sich um eine Faschingsveranstaltung handelt, finden weder Büttenreden statt, noch findet man Tanzvorführungen. Die einzigen, die hier das Tanzbein schwingen, oder rhytmisch auf und ab wippen, sind die Besucher.

Der Bluesfasching wurde seit der Wende bis einschließlich 2001 vom Lindwurm Club Apolda e.V. geführt. Ab 28.01.2002 übernahm diese Aufgabe, auf Grund überarbeiteter und ergänzender Zielstellungen der Vereinsmitglieder, der Lindwurm Faschingsclub Apolda e.V..

Themen der Veranstaltung
1987 01. Lasst uns Blues in Ruh'!
1988 02. Der Lindwurm rauft sich seine Wolle - im Kohlendreck erstickt Apolle
1989 03. Blues-Blues, Sing - Sing...der LFC dreht wieder sein Ding!
1990 04. Der Lindwurm fraß' ne Knoblauchzeh' - sofort fand er den Blues O.K.!
1991 05. Die Alternative!!!
1992 06. Was haben Katzen mit Blues zu tun?
1993 07. Ist der Gürtel noch so enge - der Blues hilft über alle Zwänge!
1994 08. Wir überlegten alle lange, dann kam Otto und der hatte auch kein Motto!
1995 09. Klubhaus, Knoblauch, Blues und Bier - Stadt wir sind noch immer hier!
1996 10. Holiday im Underground
1997 11. Apolle platzt aus allen Nähten - wenn die Lindwurmblueser feten!
1998 12. Flower Power
1999 13. Sag "Blues", jetzt schlägt's 13
2000 14. Die Mode rast im Zeitenfluss - was Ewig bleibt, dass ist der Blues!
2001 15. 15 Jahre weiser, kein bisschen leiser!
2002 16. Der Blues erklingt, der Lindwurm lacht - im Gruselschloss um Mitternacht!
2003 17. Back to the Roots
2004 18. Vive le Blues
2005 19. Bluesbahnhof - Wo der Zug nicht lange hält, trifft sich beim Blues die ganze Welt
2006 20. Flying Bluesman
2007 21. Blues Ocean
2008 22. Schreber Schulze gets the Blues
2009 23. Läd's DekaDänz
2010 24. ZOOlogisch Blues
2011 25. 25 Jahre wilde Ehe - Blues heratet Fasching
2012 26. Blues zwischen Himmel und Hölle
2013 27. Blues – Klappe die 27.
2017 31. Apolda bluest auf - Kernzone 3.1
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