Wilde Deckung
Die Wilde Deckung bezeichnet eine Möglichkeit, ein Dach abzudecken im Bereich der Schieferdeckung. Der Name resultiert aus der Anordnung der Dachbestandteile. Diese wirkt wild und teilweise zufällig. Allerdings bedarf diese Bauweise komplexer Vorgaben hinsichtlich der Verlegetechnik. Diese Methode ist somit für einen Dachdecker sehr anspruchsvoll und deshalb eine besondere Herausforderung. Dennoch stellt sie für einen Dachdecker auch eine Möglichkeit dar, kreativ tätig zu werden. Die Konstruktion des Daches erfolgt in einem Guss, so dass sich auf dem Dach befindliche Teile wie Gauben oder Schornsteine gut in die Deckungsart integriert werden können. Die Steingröße wird durch Dachneigung, Dachform, Sparrenlänge und die Lage des Objekts bestimmt.[1]
Technik[Bearbeiten]
Die Anlieferung der Steine zur Baustelle erfolgt unbehauen. Der Dachdecker hat nun die Aufgabe, die Steinteile entsprechend der Formen zu einem Dach zusammensetzen. Die Steine werden kurz vor der Anbringung vom Dachdecker noch selbst behauen und dadurch geformt. Jede Schieferplatte des Daches wird einzeln angebracht. Dabei erhält das Dach in jedem Fall ein individuelles Aussehen, was besonders bei Fertighäusern als Alternative zur Standarddeckung benutzt werden kann. In Richtung des Dachfirstes sollte die Größe der Schieferplatten schon allein aus optischen Gründen verringert werden.
Befestigung[Bearbeiten]
Der Dachdecker muss sich an die Vorgaben der Mindestüberdeckung der Dachziegel halten, die in Abhängigkeit von der Dachneigung variiert. Die Schieferplatten werden mit Schiefernägeln oder Schieferstiften befestigt. Die Länge dieser Befestigungsmittel sollte in etwa das 2,5-fache der Dicke der Dachlatten oder Bretter betragen.[2] Die Anbringung der Schiefernägel sollte feuerverzinkt sein. Die Nagelung befindet sich innerhalb der Überdeckung, so dass nach der Eindeckung des Dachs keine Nagelköpfe mehr sichtbar sind.
Einzelnachweis[Bearbeiten]
- Hochspringen ↑ Wilde Deckung. In: Baunetz Wissen Schiefer. Abgerufen am 9. November 2014.
- Hochspringen ↑ Dach.de - Schiefer-Verlegung: Stand der Technik