Westiepoo

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Der Westiepoo (auch Westipoo, Wee Poo, Westie-Poo oder Westie Poo) ist ein Hybridhund, der aus der gezielten Verpaarung von West Highland White Terriern mit Klein- oder Zwergpudeln hervorgegangen ist. Der Name setzt sich aus den Teilen des umgangssprachlichen Kurznamens „Westie“ von West Highland White Terrier und „-oodle“ von poodle (englisch für Pudel) zusammen.

Westiepoo
Westiepoo
Nicht FCI anerkannt
Ursprung:

Vereinigte Staaten

Widerristhöhe:

Standard: 38–43 cm

Gewicht:

Standard: 9–13 kg

Liste der Haushunde

Der mittelgroße Westiepoo ist keine althergebrachte und traditionelle Hunderasse und wird deshalb nicht von der FCI anerkannt. Bei der International Designer Canine Association (IDCR) ist der Westiepoo seit 2009 offiziell als „Designerhund“ registriert.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Herkunft[Bearbeiten]

Die Geschichte des Westiepoos geht einher mit der Pudelhybridisierung in den Vereinigten Staaten ab der 1950er Jahre.

Mit dem Pudel als ein Elterntier sind in den USA und anderen Ländern beispielsweise heute folgende weitere Hybridhunde anerkannt: Goldendoodle, einer Kreuzung aus Golden Retriever und Pudel; Labradoodle aus Labrador Retriever und Pudel; Cockapoo aus Amerikanischem Cocker Spaniel und Pudel; Schnoodle aus Schnauzer und Pudel; Pekeapoo aus Pekingese und Pudel; Yorkipoo aus Yorkshire Terrier und Pudel (Aufzählung nicht vollständig). Die drei Erstgenannten wurden bereits unter diesen de facto Rassenamen in das renommierte Oxford English Dictionary aufgenommen.[2][3][4]

Die Züchtung dieser sogenannten „Designerhunde“ wurde insgesamt vom Willen getragen, die hypoallergene Eigenschaft, die dem Fell des Pudels nachgesagt wird (was in der Wissenschaft heute als umstritten gilt[5]), in Kreuzungen mit sehr beliebten Hunderassen - wie etwa dem Labrador (Labradoodle) oder dem Golden Retriever (Goldendoodle) - zu übertragen. Auf diese Weise wollte man Menschen mit Hundehaarallergie die Möglichkeit verschaffen, mit speziell „designten“ neuen Hybridrassehunden (auf hypoallergener Pudelfellbasis) in häuslicher Gemeinschaft beschwerdefrei leben zu können.

Von den USA aus fand so auch der Designerhybride Westiepoo Verbreitung in anderen Teilen der Welt; insbesondere auch deshalb, weil der West Highland White Terrier in den 1990er-Jahren in einigen Ländern zu einem sehr beliebten Modehund aufstieg.

Beschreibung[Bearbeiten]

Körperbau[Bearbeiten]

Westiepoos haben einen kompakten und gedrungenen Körper, der etwas länger als hoch ist. Der Brustkorb ist breit und gut entwickelt. Die stämmigen Läufe sind deutlich länger als bei seinem Westie-Elternteil und passen proportional harmonisch zur Körpergröße. Der Kopf sitzt auf relativ kurzem Hals, besitzt eine mäßig lange quadratische Schnauze und hat standardmäßig eine sehr terriermäßige Erscheinung. Die mittellangen Ohren hängen abgerundet über den Wangen. Allgemein sind die Augen des Westiepoos sehr dunkel und seine Nase ist schwarz. Die gefiederte Rute wird eingerollt über dem Rücken getragen - insbesondere dann, wenn der Westiepoo in Bewegung ist.

Fell[Bearbeiten]

 
14-Monate alter unkastrierter Rüde im natürlichen Haarkleid

Aufgrund des immer weißen Fells des reinrassigen Westie wird die Farbe des Westiepoos alleine durch die große Farbvielfalt des Pudels bestimmt. Standardmäßig ist es von mittlerer Länge und haart nicht; es ist pudelartig seidig-weich gelockt und wirkt ingsgesamt etwas zerzaust. Die erste Generation Westiepoos ist oftmals rein weiß, wie sein Westie-Elternteil; aber es kommen darüber hinaus alle Pudelfarben vor, wie: schwarz, braun, rotbraun, creme, apricot, silber sowie Bi- oder Trifarben - häufig in Kombination mit rein weißen Körperpartien.

Wesen[Bearbeiten]

Als Hybridhund, hervorgegangen aus der Kreuzzucht zweier charakterlich sehr verschiedener Rassehundtypen, ist es schwer vorherzusagen, welche Kombination von Wesensmerkmalen seiner Eltern der Westiepoo gemäß deren (durch die FCI stark pauschalisierten) Rassestandards individuell erhält. Für gewöhnlich ist er aber ein sehr intelligenter und freundlicher Familienhund, der sich mit Menschen und anderen Haustieren gut versteht. Aufgrund seiner generellen genotypischen Ausstattung ist der Westiepoo eher ein ruhiger und besonnen agierender Hund, der sich unter normalen Umständen auch nicht zum sogenannten „Kläffer“ entwickelt. Darüber hinaus ist er neugierig, sehr verspielt, lernt gerne Tricks und möchte insgesamt gerne am täglichen Leben seiner Halterfamilie aktiv teilnehmen; für die Zwingerhaltung oder als reiner Wach- oder anderweitiger Arbeits- und Gebrauchshund ist er weniger geeignet.

Verwendung, Haltung und Pflege[Bearbeiten]

 
Ein Westiepoo als Schoßhund in Roses (Spanien)

Der Westiepoo hat innerhalb der Gruppe der mittelgroßen Begleit- und Gesellschaftshunde keinerlei professionelles oder jagdliches Aufgabenspektrum, sondern dieser Hybride dient seinen Haltern üblicherweise als freundliches Haustier und gutmütig-/verspielter Familienhund. Durch seine körperlichen Fähigkeiten und seine besonders ausgeprägte Intelligenz ist er für verschiedene Hundesportarten, wie zum Beispiel Agility, durchaus geeignet; längere Waldläufe oder kleinere Fahrradtouren sind für diesen athletisch gebauten Pudel-/Westiehybriden - als folgsamen Begleithund - ebenfalls kein Problem.

 
Ein Westiepoo als unkomplizierter und anspruchsloser Reisegefährte

Was seine Haltung insgesamt anbelangt, ist der Westiepoo anspruchslos; dieser Hund kann problemlos auch in einer kleinen Stadtwohung gehalten werden, wenn er denn mehrmals täglich ausgeführt wird und auch einige Minuten zum Spielen und Toben erhält.

Das feinhaarig-/pudelartige Fell sollte mindestens zwei- bis drei Mal jährlich geschoren werden, da es - wie bei seinem Pudel-Elternteil - fortwährend wächst; zur Pflege muss man es mehrmals wöchentlich bürsten oder zumindest gut durchkämmen, da es insbesondere bei Nässe etwas zum Verfilzen neigt. Zur Schonung der etwas empfindlichen und leicht rosafarbenen Haut - und zum Schutz vor Austrocknung derselben - sollte ein sehr mildes Hundeshampoo verwendet werden.

Spezifische Erkrankungen[Bearbeiten]

Die nachstehenden rassespezifischen Erkrankungen treten bei Pudeln und Westies auf - und können folglich in der genetischen Erbfolge auch bei ihrem gemeinsamen Nachkömmling, dem Hybridhund Westiepoo in Erscheinung treten: Katarakte, Kraniomandibuläre Osteopathie, Diabetes, Patellaluxation, Hüftdysplasie und Epilepsie.[6]

Allgemein gelten Hybriden aber aufgrund des Heterosis-Effekts als deutlich weniger anfällig für die möglichen spezifischen Krankheitsbilder ihrer Elternteile; wissenschaftliche Studien zu typischen Erbkrankheiten dieses relativ „modernen“ Designerhundes sind derzeit nicht bekannt.

Clubs und Register[Bearbeiten]

  • ACHC = American Canine Hybrid Club (Wee-Poo)
  • DDKC = Designer Dogs Kennel Club (Wee-Poo)
  • IDCR = International Designer Canine Registry (Westiepoo)
  • DBR = Designer Breed Registry (Wee Poo)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilene Hochberg: Dogs by Design: How to Find the Right Mixed Breed for You, Sterling 2007, ISBN 1402743548
  • Margaret H. Bonham: The Complete Idiot's Guide to Designer Dogs, Alpha 2005, ISBN 159257369X

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]