Weingut Baron Longo

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Das Weingut Baron Longo in Neumarkt an der Etsch in Südtirol

Das Weingut Baron Longo in Neumarkt an der Etsch ist ein Weingut im Weinbaugebiet „Südtiroler Unterland“ in Italien. Die Kellerei wird in jüngster Generation von Anton von Longo-Liebenstein geführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Familienwappen Longo-Liebenstein

Der Name des Weingutes geht auf Johannes Dominikus Longo zurück, der im Jahr 1656 vom Tiroler Landesfürsten Ferdinand Karl in den Adelsstand erhoben wurde.

Das 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

1770 erwarb die Familie Baron Longo das Weingut mit dem Villnerschlössl[1] und dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Palais Longo[2] in Neumarkt. Beide Gebäude sind heute denkmalgeschützt. Im Palais Longo befindet sich der Weinkeller des Gutes. Teile des historischen Weinkellers wurden bis heute erhalten, der Großteil jedoch 2015 neu gestaltet.

Palais Longo[Bearbeiten]

Eingangsbereich Palais Longo in Neumarkt

Das Herrenhaus „Palais Longo“, welches im 2. Viertel des 18. Jahrhunderts seine heutige Form erhielt, liegt etwas außerhalb des Dorfzentrums von Neumarkt an der Etsch. Das denkmalgeschützte Gebäude befindet sich seit fast 250 Jahren im Besitz der Familie Baron Longo und vermittelt bis heute die adelige Wohnkultur des Ancien Regime. Die Fassade des Hauses ist regelmäßig gestaltet. Über eine zweiflügelige Freitreppe gelangt man zu einem barocken Portal mit einem markanten Steinrahmen, der mit zwei Putten und einer weiblichen Büste geschmückt ist.

Im Inneren befinden sich Stuckdekorationen, bemalte Tapeten und Deckengemälde, die Ereignisse aus dem Alten Testament, Jagdszenen, sowie Darstellungen aus der griechischen Mythologie zeigen. Darunter etwa eine Darstellung der Entführung Oreithyias durch Boreas. Zudem sind Hochreliefs in Stuck und Fresken von Giacomo Antonio Dalai (1699-1767) vorhanden. Im Festsaal des Hauses befinden sich insgesamt elf Deckenbilder, wovon das größte die Gigantomachie zeigt. Dieser Saal stellt in seiner Gesamtheit ein Zeugnis des Rokokos im Südtiroler Unterland dar.

Zum Palais gehört außerdem ein großzügig angelegter Park, der sich bis zum Wald am Dorfrand von Neumarkt erstreckt.

Das 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das Weingut in Neumarkt war zu Beginn des 19. Jahrhunderts neben Innsbruck und Klagenfurt einer der drei Lebensmittelpunkte von Familie Baron Longo. 1849 übernahm Felix Freiherr von Longo-Liebenstein (1803-1881) das Südtiroler Weingut. Er modernisierte das Anwesen und erreichte mit zahlreichen Investitionen einen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Jurist war zudem Präsident des Kärntner Landtages und Präsident des Landesgerichtes von Klagenfurt.

Dr. Anton von Longo-Liebenstein (1853-1925)

Dessen Sohn Dr. Anton Freiherr von Longo-Liebenstein (1853-1925), ein promovierter Mediziner aus Klagenfurt, verlegte in den 1890ern seinen Lebensmittelpunkt von Klagenfurt nach Südtirol und übernahm dort die Bewirtschaftung des Weingutes. Er war neben seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit Gemeinderat in Neumarkt, sowie Abgeordneter im Tiroler Landtag.

Postkartenmotiv "Longo`s Eigenbau Weinstube" (Klagenfurt)

Mit der Eröffnung der Brennerbahn im Jahr 1867 und der Pustertalerbahn 1871 konnten aus Südtirol größere Mengen Weins in entlegenere Gebiete transportiert werden. In dieser Pionierzeit des Südtiroler Weinhandels, in der der Südtiroler Wein außerhalb der Landesgrenzen zunehmend größere Bekanntheit erlangte, baute Anton Freiherr von Longo-Liebenstein in Klagenfurt ab etwa 1880 einen Gassenverkauf von Wein in Fässern und Flaschen auf. Mit steigendem Absatz eröffnete er schließlich einen Weinausschank. Dieser war von ca. 1900 bis in die 1960er Jahre in Betrieb und unter dem Namen „Longo’s Eigenbau Weinstube“ bzw. „Longo’s Tiroler Eigenbau Weinstube“ bekannt.

Angeboten wurden vor allem sortenreine Baron-Longo-Weine. Besonders beliebt waren Welschriesling, Edelschwarz (Negrara Trentina), Teroldego, Geschlafene (Rossara Trentina), Erdbeertraube, Weiß-Vernatsch und Blauer Burgunder. Zusätzlich wurde ein Verkauf Longo’scher Trauben im Haus betrieben. Noch heute sind die Räumlichkeiten der „Longo’s Eigenbau Weinstube“ mit dem alten Gewölbe und dem Laubeninnenhof erhalten. Mittlerweile befindet sich in dem historischen Gebäude der Gasthof „Hofbräu zum Lindwurm“.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Kulturflächen des Weingutes viermal durch Hochwässer und Vermurungen schwer beschädigt. Die daraus resultierende Verschlammung verbesserte jedoch letztlich die Fruchtbarkeit der Böden und war dem Weinbau somit zuträglich.

Das 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Felix von Longo-Liebenstein  (1888-1961)

Mit Ende des ersten Weltkriegs fiel Südtirol an das Königreich Italien. Im Oktober 1922 übertrug Italiens König Vittorio Emanuele die Regierung an die italienischen Faschisten unter Benito Mussolini. Ein Jahr später mussten Anton Freiherr von Longo-Liebenstein und sein Sohn Felix (1888-1961) per Ausweisungsdekret Neumarkt in Richtung Klagenfurt verlassen. Felix von Longo-Liebenstein wurde 1928 Bürgermeister[3] der Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee. Das Amt übte er bis 1932 aus.

Erst im September 1932 konnte die Familie wieder nach Südtirol zum Weingut Baron Longo zurückkehren. Die nachfolgenden Generationen konzentrierten sich in erster Linie auf die Produktion von Maische. Die traditionell sortenreinen Baron-Longo-Weine wurden ab den 1950er-Jahren bis zum Jahr 2015 ausschließlich für den Eigenbedarf hergestellt.

Das Weingut heute[Bearbeiten]

2015 übernahm Anton von Longo-Liebenstein von seinem Vater Felix das Weingut. Damit einhergehend wurde der Weinkeller im Palais Longo nach aktuellen Standards neu gestaltet, wodurch auch ein Ausbau der Weinproduktion erfolgte. Verwendet werden für diese ausschließlich Trauben aus dem eigenen Anbau. Anton von Longo-Liebenstein ist Mitglied der Vereinigung Freie Weinbauern Südtirol [4] und bei der Federazione Italiana Vignaioli Indipendenti (FIVI)[5]. FIVI ist der Verband unabhängiger Winzer Italiens, der die gemeinsamen Interessen der 600 Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene vertritt.

Lage und Sitz des Weingutes[Bearbeiten]

Das Weingut Baron Longo in Neumarkt an der Etsch in Südtirol mit Blick auf das Villnerschlössl und die Villner Kirche

Das Weingut Baron Longo erstreckt sich östlich der Etsch vom Neumarkter Ortsteil Vill über Weinberge in Montan bis ins Ortszentrum von Neumarkt auf einer Gesamtanbaufäche von 15 Hektar. Neumarkt liegt zu einem erheblichen Teil am Fuß ehemaliger Gletscherausläufer. Die komplexen Böden der Region sind von Porphyr und Kalkgestein geprägt. Das Villnerschlössl, das auf einem kegelförmigen Weinberg in Vill emporragt, wurde im 17. Jahrhundert errichtet und wird seit dem 18. Jahrhundert von Familie Longo bewohnt. Seit einigen Jahren hat es internationale Bekanntheit erlangt, da es als Motiv für die Bewerbung des Südtiroler Weines dient.

Weinherstellung[Bearbeiten]

Sortenreinheit ist für das Weingut Baron Longo seit dem 18. Jahrhundert eines der wesentlichsten Qualitätskriterien. Dazu kommt das zum Teil hohe Alter der Rebstöcke, eine intensive Pflege derselben im gesamten Jahreskreislauf und eine strenge Kontrolle der Trauben bei der Lese. Die Anbaumethodik fußt auf traditionellen sowie konventionellen Grundsätzen und wird mit biologischen Ansätzen kombiniert.

Die Vergärung erfolgt in offenen Holzbütten und Edelstahltanks. Ausgebaut werden die Weine in Barrique und Tonneau Fässern mit einem Fassungsvolumen von je 225 bzw. 500 Litern aus feinporiger, französischer Eiche.

Weinsortiment[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das denkmalgeschützte Villnerschlössl im Monumentbrowser der Provinz Bozen
  2. Palais Longo im Monumentbrowser der Provinz Bozen. In: www.provinz.bz.it. Provinz Bozen, 8. November 2016, abgerufen am 21. November 2016 (Deutsch).
  3. Bürgermeister Felix von Longo-Liebenstein, Dorfchronik Gemeinde Krumpendorf am Wörthersee. DI Richard Marinitsch, abgerufen am 11. Dezember 2016 (deutsch).
  4. Anton von Longo-Liebenstein - Weinbauern. In: www.fws.it. Vereinigung Freie Weinbauern Südtirol, abgerufen am 21. November 2016.
  5. Weingut Baron Longo bei FIVI. FIVI, abgerufen am 20. Dezember 2016.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Die Geschichte der Gemeinde Neumarkt in Südtirol[1]

Südtirol Wein Leseblätter[2]

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  1. Luana Bergamo, Vittorio Novelli: Neumarkt: Geschichte, Kunst und Kultur. Hrsg.: www.gemeinde.neumarkt.bz.it/system/web/GetDocument.ashx?fileid=908307.
  2. IDM Südtirol - www.idm-suedtirol.com, Südtiroler Weinwerbung - www.suedtirolwein.com: Südtirol Wein Leseblätter. Hrsg.: IDM Südtirol - www.idm-suedtirol.com, Südtiroler Weinwerbung - www.suedtirolwein.com.