Walter Serno

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Walter Serno (* 24. Oktober 1902 in Britz, Kreis Teltow) war als SS-Untersturmführer (SS-Nr. 410.725) und Kriminalkommissar als Angehöriger der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Leiter der Politischen Abteilung im KZ Buchenwald.

Lebensabschnitte[Bearbeiten]

Die Volksschule in Britz wie in Weißensee absolvierte er in den Jahren von 1908 bis 1917. Ab dem 11. Januar 1924 bis zum 10. Januar 1936 gehörte er der Schutzpolizei in Preußen an. Nach einer Probezeit im Kriegsministerium wechselte er zum Geheimen Staatspolizeiamt Berlin (Gestapa Berlin). Am 1. Mai 1937 trat er der NSDAP (Mitglieds-Nr. 5.852.943) bei.

Am 28. Juni 1937 bestand er die Fachprüfung I für den mittleren Vollzugsdienst bei der Sicherheitspolizei.[1] Zum 1. September 1937 wurde er zum Kriminaloberassistenten auf Lebenszeit beim Gestapa Berlin ernannt. Durch einen Erlass ( I C (a) 1 c Nr. 8426/40) des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) vom 4. April 1940 mit Wirkung vom 1. April 1940 zum KZ Buchenwald versetzt, wo er am 2. April 1940 seine Dienststellung antrat.[2]

Mitgliedschaft im Sicherheitsdienst der SS[Bearbeiten]

Deda und Trostorff vermuten für Serno eine Mitgliedschaft im Sicherheitsdienst der SS (SD) und leiten diesen Sachverhalt aus der Tatsache ab, dass in der PA höhere SS-Dienstgrade als der von Serno tätig waren. Marlis Gräfe und Andreas Theo Schneider geben an, dass Serno Angehöriger des SD war.

Diesen Zusammenhang kann man auch aus der Entwicklung des SD ableiten. Der SD der SS wurde 1931 als Nachrichtendienst von Reinhard Heydrich errichtet. Nach Juni 1936 wurde die Vereinigung von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und Kriminalpolizei zur Sicherheitspolizei angeordnet. Damit wurden die Angehörigen der Sicherheitspolizei unter der Voraussetzung der vorhandenen Mitgliedschaft in der SS auch Angehörige des SD.[3] Somit war Serno spätestens mit seinem Eintritt am 1. Oktober 1941 in die SS auch Angehöriger des SD.

Funktion im KZ Buchenwald[Bearbeiten]

Nach seiner Beförderung zum Kriminalsekretär am 1. Februar 1941 leitete er die Politische Abteilung (PA) II und die kriminalpolitische Abteilung im KZ Buchenwald. Bis September 1939 hatte die PA der spätere SS-Obersturmführer (SS-Nr. 310.578) Wilhelm Frerichs geleitet, der dann Stellvertreter von Serno in der PA wurde.[4] Serno wurde am 1. Oktober 1941 Mitglied der SS.[5] Serno leitete die PA im KZ Buchenwald bis zum Kriegsende und blieb danach verschollen.

Ausschluss aus der SS[Bearbeiten]

Serno war von seiner ersten Frau geschieden. Als Angehöriger der SS konnte er nur mit Erlaubnis des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes (SS-RuSHA) eine neue Ehe eingehen. Am 26. Februar 1943 richtete er ein Heiratsgesuch an das SS-RuSHA, um eine 49-jährige Frau zu heiraten, die neun Jahre älter als er war. Dieser Vorgang wurde direkt an den Chef der SS Heinrich Himmler vorgetragen. In einer Mitteilung vom 29. März 1943 an den Leiter des SS-RuSHA vermerkte Himmler, dass Serno als nicht gedienter Frontsoldat die Regeln der SS, eine Nachkommenschaft in einer Ehe zu zeugen, nicht verstanden hätte; deshalb schlösse er Serno aus der SS aus. Serno könnte aber in der Gestapo bleiben, hätte die Sondergenehmigung, eine SS-Uniform zu tragen und wurde noch zum Kriminalkommissar befördert.[6][7][4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen Marlis Gräfe, Bernhard Post, Andreas Schneider (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen 1933–1945 (= Quellen zur Geschichte Thüringens. II. Halbband, Nr. 24). 5. Auflage. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009, ISBN 978-3-931426-83-5, S. 557–558 (urn:nbn:de:gbv:27-20110113-105206-3 (I. Halbband als PDF; 5,2 MB) und urn:nbn:de:gbv:27-20110525-153323-9 (II. Halbband als PDF; 1,5 MB)).
  2. Hochspringen Marlis Gräfe, Bernhard Post, Andreas Schneider (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen 1933–1945 (= Quellen zur Geschichte Thüringens. I. Halbband, Nr. 24). 5. Auflage. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009, ISBN 978-3-931426-83-5, S. 193 (urn:nbn:de:gbv:27-20110113-105206-3 (I. Halbband als PDF; 5,2 MB) und urn:nbn:de:gbv:27-20110525-153323-9 (II. Halbband als PDF; 1,5 MB)).
  3. Hochspringen Michael Wildt (Hrsg.): Nachrichtendienst, politische Elite und Mordeinheit: der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS. Hamburger Edition, Hamburg 2003, ISBN 3-930908-84-0, Einleitung, S. 7 (387 S.).
  4. Hochspringen nach: 4,0 4,1 Ewald Deyda, Klaus Trostorff: Die Verbrechen der politischen Abteilung im KZ Buchenwald (= Buchenwaldheft. Nr. 9). Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, Buchenwald 1978, OCLC 314313727, S. 13.
  5. Hochspringen Andreas Theo Schneider: Die geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen. 1. Auflage. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-86676-051-6, S. 99.
  6. Hochspringen Andreas Theo Schneider: Die geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen. 1. Auflage. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-86676-051-6, S. 99–100.
  7. Hochspringen Johannes Tuchel: Registrierung, Mißhandlung und Exekution: Die „Politischen Abteilungen“ in den Konzentrationslagern. In: Gerhard Paul, Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Die Gestapo im Zweiten Weltkrieg: „Heimatfront“ und besetztes Europa. Primus-Verlag, Darmstadt 2000, ISBN 3-89678-188-X, S. 127–140, hier S. 131, Tabelle von Politischen Abteilungen in einzelnen Konzentrationslagern (674 S.).
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