Valentin Siebenbürger

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Valentin Siebenbürger (* um 1510; † 1564 in Nürnberg) war ein deutscher Plattner, der in Nürnberg lebte und arbeitete.

Leben[Bearbeiten]

Beschlagmarke von Valentin Siebenbürger

Seine Frau war Anna von Worms (* unbekannt; † etwa 1547) die jüngste Tochter des bekannten Plattnermeisters Wilhelm von Worms d.Ä.. Aufzeichnungen über ihn sind belegt ab dem Jahre 1536. In den Stadtbüchern sind viele Petitionen aus dieser Zeit erhalten, in denen er den Stadtrat um die Erlaubnis bat mehr Gesellen einstellen zu dürfen, als vom Rat oder der Gilde erlaubt war, da seine vielen Aufträge dies erforderten. Seine Meisterrechte erwarb er im Jahre 1531.

In den Jahren 1537 bis 1538 arbeitete er für den Stuttgarter Hof, 1541 für Mitglieder des kaiserlichen Hofes und 1543 für Herzog August von Sachsen. 1544 wurde im Auftrag des Hofes ein Rennzeug erstellt, das er an Jacob Rosenpusch, den Hofrüstmeister des Herzogs von Preußen auslieferte. Ab 1545 arbeitete er auch für Kaiser Karl V. selbst. Neben den Harnischen, die in privatem Auftrag hergestellt wurden, fertigte er auch die ab dieser Zeit beliebter werdenden und auch benötigten „kugelfesten“ Harnische. Unter anderem lieferte er 100 Brustpanzer an einen Herrn von Andot, den Kaiserlichen Hofstallmeister. Desweiteren bekam er vom Nürnberger Stadrat den Auftrag die von der Stadt gekauften Rennzeuge, die zum Verleih bei Turnieren gedacht waren, aufzubessern und zu erhalten. Als Gegenleistung erhielt er die Erlaubnis zwei weitere Gesellen einzustellen, wozu er lange beim Rat angefragt hatte.[1][2]

Seine Beschlagmarke zeigt ein Wappenschild, abgebildet sind darauf ein Visierhelm mit einem Zimier in Form von drei Blättern und nebenstehend rechts ein „V“, sowie auf der linken Seite ein „S“.[3]

Werk[Bearbeiten]

Stechzeug mit Krötenkopfhelm von Valentin Siebenbürger und anderen im Higgins Armory Museum

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf von Eitelberger von Edelberg, Austria. Ministerium für Cultus und Unterricht: Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des Mittelalters und der Renaissance, Band 10. W. Braumüller, 1875, S. 64.
  • Wendelin Boeheim: Meister der Waffenschmiedekunst vom XIV. bis ins XVIII. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der Kunst und des Kunsthandwerks. W. Moeser, 1897, OCLC 187046190, S. 201–202 (archive.org [abgerufen am 25. Juni 2017]).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Valentin Siebenbürger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Bräuer, Elke Schlenkrich, Karl Czok (Hrsg.): Die Stadt als Kommunikationsraum: Beiträge zur Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Festschrift für Karl Czok zum 75. Geburtstag. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2001, ISBN 978-3-934565-72-2, S. 269 (868 S.).
  2. Vita auf der Website der Wallace-Collections, (engl., eingesehen am 02.11.2013)
  3. Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 652, ISBN 978-3-201-00257-8
  4. Breastplate (96.5.115c) im Metropolitan Museum of Art
  5. Pair of Mitten Gauntlets (22.145.1–.2) im Metropolitan Museum of Art
  6. Crinet (14.25.1655) im Metropolitan Museum of Art
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