Transzensus
Transzensus (Substantiv des lateinischen Verbes tran-scendere) ist ein selten gebrauchter philosophischer Fachbegriff für einen „Aufstieg“ auf eine Reflexionsebene höherer Ordnung, der in Bezug auf die Transzendentalphilosophie des Deutschen Idealismus geprägt wurde. Gemeint ist ein spezifischer "Rück-, Hindurch- und Überstieg" des transzendentalen Ichs zu den ontologischen und epistemischen Bedingungen seiner eigenen Möglichkeit. Dahinter steht die These, dass jedes Bewusstsein im Nachdenken über seine Eigenschaften als Bewusstsein auf gewisse notwendige Strukturen stößt. Die Verwendung des Begriffes Transzensus für diese Reflexion deutet dabei an, dass die so aufgefundenen Bedingungen „ontologisiert“ werden, d. h., sie sollen als eine höherrangige Seinsart verstanden werden.
Der Deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte (1762–1814) arbeitete seine Wissenschaftslehre aus, indem er mittels verschiedener Transzensus immer wieder neu die Inanspruchnahme auch von Transzendentalität einbaute und so unter anderem den Grundstein legte für eine transzendentale Fundamentaltheologie.[1]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Mathias Müller: Theologie im Transzensus. Die Wissenschaftslehre als transzendentale Fundamentaltheologie in Johann Gottlieb Fichtes "Principien der Gottes- Sitten u. Rechtslehre" von 1805. Amsterdam/New York 2010, ISBN 978-90-420-3125-8.