Semota

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Semota steht für Senso-Motorische-Aktivierung. Es ist eine bewegungs- und physiotherapeutische Behandlungsform auf Grundlagen der Sensomotorik basierend.

Angewandt wird diese Methode in der Ergotherapie und in der Physiotherapie. Bewegungs- und Wahrnehmungsimpulse werden zentral verarbeitet, um mit dem motorischen System entsprechend zu antworten. Diese physiologischen Abläufe können durch die Implementation sensomotorisch angepasster Übungsabläufe therapeutisch genutzt werden (z. B. bei Zustand nach Schlaganfall, Multipler Sklerose, Morbus Parkinson, oder erworbenen Hirnstörungen wie Schädel-Hirn-Trauma). Diese Therapieform arbeitet mit der Einbeziehung von unterschiedlichen Wahrnehmungskanälen im Sinne der sensomotorischen Integration (auch: sensorische Integration). Dabei werden der taktil-kinästhetische, vestibuläre und propriozeptive Wahrnehmungsbereich gezielt stimuliert. Es werden mit Hilfe der Stimulation dieser körpernahen Wahrnehmungsbereiche, in Anlehnung an die kindliche Entwicklung,

  • die Wahrnehmung des eigenen Körpers und die Entwicklung eines eigenen Körperkonzeptes,
  • die Orientierung im Raum,
  • das Symbolverständnis,
  • das Wahrnehmen, Erfassen und Deuten von Merkmalen,
  • das differenzierte Wahrnehmen und Deuten von Tönen, Geräuschen, Sprache,
  • das Bilden, Sprechen und Verstehen von Lauten / Wörtern

angeregt und gefördert.

Das Wort semota f. bedeutet im Lateinischen: lang, weit, weit weg, entfernt, entlegen

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H.J. Luhmann: Sensomotorische Systeme: Körperhaltung und Bewegung. In: Rainer Klinke, Hans-Christian Pape, A. Kurtz, S. Silbernagl (Hrsg.): Lehrbuch Physiologie. 6., vollst. überarb. Aufl. Thieme, Stuttgart/New York 2009, ISBN 978-3-13-796006-5, S. 757–798.
  • H. Sinnhuber: Sensomotorische Förderdiagnostik: Ein Praxisbuch zur Entwicklungsüberprüfung und Entwicklungsförderung für Kinder von 4 bis 7,5 Jahren. Verlag Modernes Lernen, 2008, ISBN 978-3-80800-469-2.
  • U. Häfelinger, V. Schuba: Koordinationstherapie - Propriozeptives Training. Meyer und Meyer, Aachen 2010, ISBN 978-3-89899-571-9.
  • M. Bechstein: Psychomotorik. Sensomotorische Integration. In: www.mbechstein.de/reader_pm/theorie_themen/13_literatur.pdf
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