Renate Piller

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Renate Heidler-Piller (* 1944/1946 in Salzburg) ist eine österreichische Kauffrau. Sie war bis zu seinem Tod im Oktober 1988 die letzte Lebensgefährtin des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.

Werdegang[Bearbeiten]

Piller stammt aus Salzburg. Sie schloss ihre Ausbildung an einer Handelsschule ab. Im Alter von 21 Jahren lernte sie einen um einiges älteren Bankangestellten kennen, den sie heiratete. Zwei Jahre später kam die Scheidung. Die Ehe blieb kinderlos.

Sie nahm wieder ihren Mädchennamen an, ging nach München und absolvierte Sprachkurse für Französisch und Italienisch. Anschließend war sie bei einem Investmentfonds, beim Organisationskomitee der Olympischen Spiele 1972, der Münchner Modewoche und bei einem Kosmetikhersteller tätig. Sie kam zu TV Weiß-Blau, wo sie für die Bereiche Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig war.

Die Beziehung zu Franz Josef Strauß[Bearbeiten]

Strauß und die 31 Jahre jüngere Piller lernten sich am 28. November 1986 während eines Festes im Haus des Anwalts Hermann Mayer an der Nymphenburger Straße kennen. Gefeiert wurde die von Franz Georg Strauß eingefädelte Ernennung Mayers zum Geschäftsführer von TV Weiß-Blau. Bereits am nächsten Morgen lud Strauß sie zum Abendessen in das Restaurant Canale Grande in Nymphenburg ein. Es fand ohne Polizeischutz statt, er holte sie selbst aus ihrer Wohnung in Thalkirchen ab.

Fortan verbrachten sie fast jedes freie Wochenende miteinander. Auf der Heimfahrt von einem Fest in Kufstein kurz vor Weihnachten fragte er sie, ob sie seine Freundin werden wolle. Am 23. Dezember 1986 feierten beide das Weihnachtsfest vor, im Frühjahr 1987 begleitete sie ihn zum Wiener Opernball. Als Strauß das Thema Heirat erwähnte, versuchte sie vor dem Diözesangericht in Salzburg, die Auflösung ihrer 20 Jahre zuvor geschlossenen Ehe zu erreichen. Der Prozess zog sich bis 1988 hin. Im August 1988 machte sie gemeinsam mit Strauß und dessen Kindern Ferien im Sommerhaus der Familie im südfranzösischen Calanques des Issambres.

Das schwierige Verhältnis zu den Kindern[Bearbeiten]

Zu den drei Kindern von Franz Josef Strauß gelang es Piller nicht, ein enges Verhältnis aufzubauen. Sie blieben ihr gegenüber reserviert. Auf Fragen von Journalisten nach der Beziehung ihres Vaters winkten sie anfangs ab. In einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit Franz Georg Strauß und Monika Hohlmeier anlässlich des 20. Todestages ihres Vaters schilderten sie ihre Bedenken, ihr Vater habe sich mit dem aktiven Leben an der Seite seiner deutlich jüngeren und quirligen Partnerin übernommen, und Franz Georg Strauß nannte sie „eher die falsche Frau“ für ihn.[1].

Vom Kreislaufkollaps ihres Lebensgefährten erfuhr Piller noch am Abend des 1. Oktober 1986. Unmittelbar vor dem Besuch der Gala der Modewoche erhielt sie einen Anruf von Innenstaatssekretär Peter Gauweiler. Vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg erhielt sie als Nicht-Familienangehörige keine Auskunft. Am 2. Oktober 1986 ließ Gauweiler sie durch seinen Chauffeur in München abholen und brachte sie – gegen Bedenken des Sicherheitsstabes – an das Krankenbett von Strauß.

Bei dem öffentlichen Trauerzug am 7. Oktober 1988 war sie nicht in vorderer Reihe erwünscht. Als sie kurze Zeit später im Stern über ihre Beziehung sprach, lancierte Max Strauß in der Quick, Piller sei zuletzt vielleicht gar nicht die einzige Frau im Leben seines Vaters gewesen.

Im September 2008, kurz vor dem 20. Jahrestag des Todes von Franz Josef Strauß, gab Piller dem Magazin Park Avenue ein Interview. Darin klagte sie, es „gäbe sie im Zusammenhang mit Strauß nicht mehr“. Insbesondere Max Strauß habe sie „mit blankem Hass verfolgt“.[2]. Bei den offiziellen Feierlichkeiten zum 20. Todestag spielte sie keine Rolle.

Neue Ehe[Bearbeiten]

Im April 1995 heiratete sie in Salzburg den Linzer Urologen und Universitätsdozenten Helmut Heidler.[3]

Filmografie[Bearbeiten]

Am 24. März 2006 war sie Gast der Talkshow Nachtcafé im SWR. Sie war Teil der 75-minütigen deutschen TV-Dokumentation Strauß – Aufstieg und Fall einer Familie aus dem Jahr 2006.

Literatur[Bearbeiten]

  • Renate. Der letzte Akt der großen Oper, In: Werner Biermann: Strauß. Aufstieg und Fall einer Familie. Rowohlt, Berlin 2008, ISBN 3-499-62302-1.
  • Thomas Schuler: Strauß. Die Biografie einer Familie. Scherz, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-502-15026-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Die echten Freunde sind geblieben", In: Süddeutsche Zeitung
  2. Park Avenue, Oktober 2008
  3. Ehemalige Strauß-Freundin in den Flitterwochen, In: Süddeutsche Zeitung, 26. April 1995, S. 42
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