Realtimecomic

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Ein Realtimecomic ist eine fotografierte Bildgeschichte, deren einzelne Fotos mit Hilfe von verschiedenen Computerprogrammen oder einzelnen Softwarefiltern in comicähnliche Bilder verändert werden. Zudem wird mit comictypischen Elementen, wie Sprechblasen und Textfeldern gearbeitet. Der Begriff Realtimecomic wurde 2008 von Mitsch Schulz definiert, zuerst für seinen Newsletter „Herbst in Fränkisch-Crumbach“, dann auch als Methode in der medienpädagogischen Bildung sowie im Print- und Onlinemarketing. Die Marke realtimecomic ist seit Februar 2009 beim Deutschen Patent- und Markenamt geschützt.

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff des Realtimecomic setzt sich aus den englischen Worten comic (ursprünglich etwas Komisches) eine Folge von Bildern, die eine Geschichte erzählen), real (engl. wirklich, tatsächlich, real) und time (Zeit, Takt, Tempo) zusammen. Der englische Begriff real time wird mit Echtzeit oder zeitnahe übersetzt. Im Unterschied zu einem gezeichneten Comic kommt beim realtimecomic, oder Echtzeitcomic die bedeutende Komponente des realen zeitnahen Bildes als kreativer Faktor hinzu. Ein Realtimecomic ist also eine erzählende Bildgeschichte, mit fotografierten Bildern, die sich am Erscheinungsbild des Comics in seiner originären Form orientiert. Das bedeutet, Text erscheint in drei typischen Varianten. In der Text- oder Gedankenblase, als erzählendes Element in einem Textfeld (meistens am unteren Rand eines Bildes), oder als typischer Comiclaut (z.B. grrrr – wütend, seufz – traurig…), der die jeweiligen Bilder in ihrem Ausdruck unterstützt bzw. verstärkt.

Projekte Medienpädagogik[Bearbeiten]

Realtimecomic hat sich innerhalb kurzer Zeit als eigenständige Form im Bereich der medienpädagogischen Praxis etabliert. Das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation/Landesfilmdienst Hessen e. V. (MuK) führt regelmäßig Realtimecomic-Projekte durch. An verschiedene hessischen Schulen gab es 2009 Modellprojekte. Im Mai 2009 konnten Schüler eine Hauptschulprüfung in Form eines Realtimecomics erfolgreich abschließen. Im Dezember 2009 wurde der realtimecomic "Der Schock" bei der Visionale 09, dem größten hessischen Medienfestival, mit einem Sonderpreis in der Kategorie "politische Fotografie" ausgezeichnet. Für 2010 sind weitere Modellprojekte in Hessen geplant.

Medienkompetenz[Bearbeiten]

Im medienpädagogischen Prozess bedeutet die Erstellung eines realtimecomic, die Notwendigkeit verschiedenste Medien zu benutzen und miteinander zu verknüpfen. Realtimecomic-Projekte zur Förderung individueller Medienkompetenz eignen sich fach- und disziplinübergreifend in jedem Bereich von Schule ebenso wie in außerschulischen Jugendeinrichtungen. Inhaltlich ungebunden lässt sich jedes denkbare Thema medial bearbeiten. Ob in sozialen Zusammenhängen, Fremdsprachen, Naturwissenschaften oder auch im Sportunterricht, es ist immer denkbar ein Thema zu recherchieren, fotografisch zu dokumentieren, mit Texten zu versehen und eine interessante und anschauliche sowie künstlerische Story zu entwickeln. Unabhängig von fachlichen Zusammenhängen setzen sich die Schüler mit unterschiedlichen Medien und Technologien auseinander und erleben so eine Steigerung ihrer Medienkompetenz.

Imagewerbung[Bearbeiten]

Auch im Bereich der Imagewerbung ist Realtimecomic seit 2009 aktiv. Der Fußballverein SV Darmstadt 98 setzt Realtimecomics regelmäßig als Imagewerbung ein. Auch die Künstlerin Gabriele von Lutzau kooperiert für Ihre Ausstellungsreihe „Kunsträume“ mit Realtimecomic.

Nachweise und Weblinks[Bearbeiten]

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