Prunkharnisch Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen

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Die Rüstung von vorn

Der Prunkharnisch Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen, der im Kunsthistorischen Museum Dresden aufbewahrt wird, wurde von dem niederländischen Dekorateur Eliseus Libaerts 1563-1564 in Amsterdam hergestellt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Prunkharnisch Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen wurde wahrscheinlich im Auftrag König König Erik XIV. von Schweden hergestellt und gingen bei einem Raub verloren (siehe auch Prunkgarnitur Christian II.von Sachsen). 1604 wurde sie von Kurfürst Christian II. von Sachsen von dem Goldschmied Heinrich Cnoep erworben.

Die Rüstung besteht aus einem Mantelhelm mit Hals- und Nackenreifen sowie aufschlächtigem Visier, dem Kragen, der Rüstungsbrust mit Rüsthaken und Bauchreifen, dem Rücken mit dem Gesäßreifen, den Achseln mit breiten Flügen,den beiden Armzeugen mit ganzen Muscheln und gefingerten Handschuhen, den geschobenen Beintaschen, den Diechlingen und Kniebuckeln. Der Harnisch ist aus Eisen getrieben, mit Punzierungen dekoriert, zum Teil geschwärzt und auch vergoldet. Die Rüstung hat ein Gewicht von 25,5 kg.

Die Dekorationen bestehen aus verschiedenen Darstellungen von Sirenen, Sphingen, Löwen, Blüten und Blütenranken, Gruppen von Früchten sowie unterschiedlichen kleinen Tieren. Brust- und Rückenpanzer sowie die Achseln tragen die zentralen Motive des Harnischs. Auf der Brust ist ein fein gearbeitetes Medallion angebracht, auf dem das Haut der Medusa abgebildet ist. Ein Medallion auf dem Rückenpanzer zeigt den griechischen Halbgott Hercules der sich auf seine Keule stützt. Als Vorbild zu diesem Herkules diente wahrscheinlich der sogenannte "Farnese Herkules", der 1546 in Rom gefunden wurde und der sich heute im Nationalmuseum in Neapel befindet. Auf dem Mittelgrat befindet sich die Abbildung des Dreizack Neptuns, der von zwei Delphinen, einer auf jeder Seite flankiert wird. Auf den Vorderflügeln der Achseln befinden sich die Abbildungen zweier Löwen.

Es ist immer noch unsicher ob dieser Harnisch vom gleichen Auftraggeber bestellt wurde wie der Prunkharnisch Christian II.. Beide wurden zusammen geraubt und befanden sich auf dem Weg nach Schweden. Somit ist anzunehmen das sie an einen Auftraggeber geliefert werden sollten. Beweise dafür gibt es jedoch nicht[1].

Zu dieser Rüstung gehört auch noch ein Kürisssattel und ein Morion, die beide passend zur Rüstung verziert sind[2],[3],[4].

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Schumann: Dresden und seine Kunststätten. BoD – Books on Demand Auflage. 2011, ISBN 978-3-86741-673-3, S. 64 (deut., Neuauflage).
  • Dresdner Rüstkammer: Historisches Museum: Meisterwerke aus vier Jahrhunderten. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Lüchow, 1992, ISBN 978-3-363-00573-8, S. 87,100 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten]

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