Plug and Fight
Plug and Fight (engl. für „Anschließen und Kämpfen“) ist ein Begriff, der für meist räumlich verteilte militärische Waffen-Systeme verwendet wird. Der Begriff ist angelehnt an die Bezeichnung Plug and Play aus dem Gebiet der Computertechnologie, wobei hier Eigenschaften bezeichnet werden, neue Geräte – meist Peripheriegeräte – ohne größeren Aufwand anschließen und benutzen zu können.
Mit Plug and Fight werden analog hierzu Eigenschaften von Systemkomponenten von Waffensystemen bezeichnet, die es erlauben, sich schnell und ohne größeren Aufwand einem bereits bestehenden oder im Aufbau befindlichen Verbund von Waffensystem-Komponenten einzufügen.
Beispiele für derartige Verbundsysteme sind räumlich verteilte Systeme zur Luftverteidigung und Flugabwehr sowie deren gemischte Verbundsysteme, bei denen Komponenten (Führungssysteme, Sensoren, Waffen und logistische Unterstützungssysteme) über die eigentlichen Waffensystem-Grenzen hinweg benutzt werden sollen.
Allgemein könnte der Begriff für alle zusammengesetzten Verbände von Waffenträgern, Sensoren, Systeme zur Führung von Einsätzen und von logistischen Komponenten verwendet werden. Hier wird im Allgemeinen aber meist von Interoperabilität der betroffenen Systeme gesprochen. Der Begriff Plug and Fight wird jedoch insbesondere dann verwendet, wenn der Verbund von Komponenten hochautomatisiert und zeitkritisch hergestellt werden soll.
Besondere Bedeutung erlangt der Begriff Plug and Fight bei der Abwehr von Luftzielen und ballistischen Raketen deshalb, weil hier äußerst zeitkritische Einzel-Prozesse durch ein Führungssystem (BMC4I für Battle Management Command, Control, Communications, Computers and Intelligence) miteinander verknüpft werden müssen. Durch die Vernetzung der räumlich verteilten Komponenten kann im Allgemeinen die Reichweite von Einsätzen, die Reaktionsgeschwindigkeit und die Genauigkeit erhöht werden.
Plug and Fight kann nur funktionieren, wenn es sowohl von Hardware als auch von Software in Echtzeit und mit standardisierten und sicheren Datenformaten unterstützt wird. Deshalb kommt der Kommunikation und der hierfür benutzten Hardware und Software eine besondere Schlüsselrolle zu. Für bereits bestehende Systeme kann dies durch eigens zu entwickelnde Schnittstellen-Geräte hergestellt werden. Bei neuen Entwicklungen wie etwa beim Waffensystem MEADS werden die Prinzipien des Plug and Fight bereits realisiert.