Pfeilschnitzer (Ägypten)
Der Beruf des Pfeilschnitzers, bzw. Pfeilherstellers, war im Alten Ägypten bereits seit der Frühzeit angesehen und wurde von hochrangigen Personen mit dem Titel Ibech-senu ausgeübt. Wörtlich bedeutet Ibech-senu „Pfeilemacher“, da es kein Wort für „schnitzen“ gab. Er ging zumeist mit dem Titel eines Elfenbeinschnitzers, Genutj, einher. Königliche Pfeilehersteller trugen den Titel Wer-ibech-senu, zu Deutsch „Großer Pfeilemacher“. Ein bekannter Pfeilehersteller war der hohe Beamte Hesire aus der 3. Dynastie (um 2580 v. Chr.), welcher unter König Djoser amtierte. Um die Lesung des o.g. Titels gibt es allerdings Diskussionen innerhalb der Ägyptologie, da er in späteren Zeiten auch „Zahnarzt“ bedeuten konnte, sodass Hesirê vielleicht ebenso königlicher Zahnarzt war. Pfeileschnitzer stellten überwiegend Pfeilschäfte aus Schilfrohr, Zedernholz oder Elfenbein her. Pfeilspitzen wurden relativ selten hergestellt. Aus späteren Epochen stammen Spitzen aus Elfenbein, die nie waffentechnisch genutzt, sondern nur zur Zierde verwendet wurden.
Literaturquellen[Bearbeiten]
- Dilwyn Jones: An Index of ancient Egyptian titles, epithets and phrases of the Old Kingdom. Band 1. Archaeopress, Oxford 2000, ISBN 1-84171-069-5, S. 307−310, Nr. 1412 (englisch).
- Walter Bryan Emery: Ägypten: Geschichte und Kultur der Frühzeit, 3200-2800 v. Chr. Fourier, München 1964, ISBN 3-921695-39-2, S. 125 und 126.
- Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit (= Ägyptologische Abhandlungen. Band 45). Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1987, ISBN 3-447-02677-4, S. 196.
- Susanne Bickel: In ägyptischer Gesellschaft: Aegyptiaca der Sammlungen Bibel+Orient an der Universität Freiburg Schweiz. Saint-Paul Luxembourg, 2004, ISBN 978-3-7278-1429-7, S. 21.
