Otto von Bismarck als Soldat

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Bismarck träg Kaiser Wilhelm I. in seinem Arbeitszimmer unter dem Linden vor

Gleichwohl Otto von Bismarck in die Geschichte als Politiker eingegangen ist, wird er in den bildlichen Darstellungen überwiegend in soldatischer Uniform wiedergegeben. Tatsächlich war er über 60 Jahre seines Lebens Soldat und die Bildnisse geben seine Uniformierung zumeist richtig wieder. Dieser Umstand war seiner Kariere ungemein förderlich gewesen, da Kaiser Wilhelm I ihn darin immer am meisten achtete. Daher leis er sich selbst gerne in Uniform darstellen, wurde aber auch in Karikaturen so oft dargestellt.

Politik[Bearbeiten]

Besonders in der politischen Kultur griff Bismarck immer wieder aus soldatische und martialische Gesten und Attitüden zurück:

  • Beim Berliner Kongress begegnete er der osmanischen Gesandtschaft, äußerst rüde. So empfing er beispielsweise einmal diese in voller Uniform einschließlich Pickelhaube.[1]

Bismarcks Uniformen[Bearbeiten]

  • Bismarck trug 1864 - 66 die Uniform eines Majors, die dem 7. schweren Landwehr-Reiter-Regiment korrespondierenden 7. (Halberstädter) Kürassiere mit gelben Abzeichen und silbernen Knöpfen.
  • 1864 - 66 trug der den Kürassierhelm M/1843 und nach 1866 die leichtere Version
  • 1871 trug er den Kürassierhelm M/1867 ohne Landwehrkreuz auf dem gelben Helmadler mit weißem Koller, wie sie auch beim Regiment der Gardes du Corps getragen wurden. Der dunkelblaue Überrock entsprach ebenfalls genau demjenigen der Offiziere der 7. Kürassiere mit gelben Kragen, gelben Aufschlagverstößen und Schoßtaschenleisten und die beiden Reihen von je 6 silbernen Knöpfen. Dazu als Zeichen seiner Generalswürde zum dunkelblauen Futter das gelbe Brustklappenfutter.
  • Im Feld (1871) trug die weiße Schirmmütze mit gelben Randstreifen und ebensolchen Deckvorstößen, sowie kleinem schwarzen Lacklederschirm. Auf dem Randstreifen die schwarz-silbern-schwarze Kokarde. Dazu einen Feldstecher und an der linken Seite einen Revolver. In den ersten Monaten des Krieges wurde er auch mit dem Komturkreuz des Roten-Adler-Ordens gesehen. Später trug er im zweiten Knopfloch des Interrimsrockes und des Überrockes nur noch das Band des Eisernen Kreuzes. Als Seitenwaffen diente der gelbmontierte Pallasch der Kürassiere.

Zeittafel[Bearbeiten]

militärischer Werdegang[Bearbeiten]

  • 25.3.1838 Bismarck tritt als Einjährig-Freiwilliger bei den Garde-Jäger-Bataillon in Potsdam ein.
  • Okt.1838 Bismarck leistet den Rest seiner Dienstzeit beim Pommerschen Jäger-Bataillion Nr. 2 in Greifswald Daneben besucht er auch noch die landwirtschaftliche Akademie in Eidena.
    • In dieser Zeit erwarb er Rettungsmedaille, als er in der Nähe der westpommerschen Stadt Lippehne einen Kameraden vor dem Ertrinken rettete.
  • 12.8.1842 Versetzung zur Landwehr-Kavallerie (4. Landwehr-Ulanen)
  • Frühj. 1843 Freiwillige Übung beim 4. Landwehr-Ulanen-Regiment in Treptow und Greiffenberg.
  • Aug./Sep 1845 Landwehrübung
  • Dez. 1852 Bismarck wird zum 7. schweren Landwehr-Reiter-Regiment zugeteilt

Beförderungen und Standeserhöhungen[Bearbeiten]

  • 12.8.1841 Ernennung zum Seconde-Lieutenant
  • 18.11.1854 Ernennung zum Premier-Lieutenant
  • 18.10.1861 Ernennung zum Major anlässlich der Beiwohnung der Krönung König Wilhelms I in Königsberg. Zugleich die Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat, was ihm den Titel: "Exellenz" einbringt.
  • 16.9.1865 Erhebung in den Grafenstand nach der Gasteiner Konvention
  • 20.9.1866 Ernennung durch den König vom Major der Landwehrkavallerie unmittelbar zum Generalmajor von der Kavallerie
  • 18.1.1871 Ernennung zum Generallieutenant von der Kavallerie anlässlich der Proklamierung des deutschen Kaiserreiches.
  • 21.3.1871 Erhebung mit dem Recht der Erstgeburt in den Fürstenstand
  • 25.3.1888 Feier des 50jährigen militärischen Dienstjubiläums
  • 26.1.1894 Ernennung zum Chef des Kürassier-Regiment „von Seydlitz“ (Magdeburgisches) Nr. 7
  • 26.3.1894 Ernennung zum Generalobersten der Kavallerie mit dem Rang eines Feldmarschalls und Überreichung des goldenen Ehrenpallaschs durch Kaiser Wilhelm II. Gleichzeitig verlieh er ihm den Titel eines Herzogs von Lauenburg, den Bismarck jedoch niemals führte.
  • 25.3.1898 Feier des 60jährigen Dienstjubiläums

weitere militärische Ränge[Bearbeiten]

  • Bismarck war Chef des Landwehr-Regimentes Nr. 26 und stand á la Suite des Kürassier-Regiment „von Seydlitz“ (Magdeburgisches) Nr. 7, sowie des 2. Garde-Landwehr-Regiments.[2]

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Otto Pflanze: Bismarck. Der Reichskanzler. Beck, München 1998, S. 165–168
  2. Jürgen Olmes: Zeitschrift für Heeres- und Uniformkunde, Nr 169, 24. Jahrgang, 1960, S. 35

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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