Oscar-Romero-Haus

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Oscar-Romero-Haus ist der Name etliche Einrichtungen, die sich seit 1980 haben diesen Namen gegeben oder sich als solche neu gegründet haben. Sie beziehen sich dabei auf Óscar Romero, der von 1977 bis 1980 Erzbischof von San Salvador war und wegen seines Einsatzes für Entrechtete und gegen die Unterdrückung durch die Herrschenden von einem salvadorianischen Militärkommando am Altar erschossen worden war. In seinem Sinne engagieren sich die Bewohner bzw. Initiatoren der einzelnen Oscar-Romero-Häuser in unterschiedlicher Weise.

Mit der Gemeinsamkeit des Bezugs auf den gleichen Namensgeber stimmen die verschiedenen Romero-Häuser darin überein, dass sie wesentliche Merkmale der lateinamerikanischen Befreiungstheologie im Kontext des eigenen Lebens und Handelns fruchtbar zu machen versuchen. Damit sind vor allem Lernprozesse angestrebt, durch die jede(r) zu einem handlungsfähigen Subjekt wird, und zwar nicht durch Machtsteigerung, sondern durch Sozialbeziehungen, die durch Rücksicht auf Benachteiligte und Verantwortung für einander geprägt sind.

Das Oscar-Romero-Haus Bonn[Bearbeiten]

Das Haus in Heerstraße 205 wurde ab 1973 von dem Studentenpfarrer Martin Huthmann zusammen mit Studierenden der Katholischen Hochschulgemeinde renoviert und bewohnt. Der Name Oscar-Romero-Haus wurde 1982 mit der Gründung eines gleichnamigen Fördervereins angenommen und das Haus (das 1869 als Kantonsgefängnis gebaut worden war und unter Denkmalschutz steht) von der Stadt Bonn gekauft. Zweck des Vereins ist die Unterstützung von Studierenden und Auszubildenden, die Volksbildung und Jugendpflege sowie Öffentlichkeitsarbeit.[1]

Im Haus gibt es zwei Wohngemeinschaften. Von den Hausbewohner/innen, die das Gebäude in Selbstverwaltung in Stand halten, sind im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte initiiert und durchgeführt worden; so z.B.: der Bau eines Spielplatzes für die Kinder der Nachbarschaft, Gründung des Bonner Tauschrings, ein Forum totaler Kriegsdienstverweigerer, der ökologische Umbau des Hauses, die Aufnahme bosnischer Kriegsflüchtlinge, Aktivitäten zu UN-Klimakonferenzen in Bonn, das Näh-Café, eine Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt, Koch- und Backworkshops „go vegan“.[2]

Folgende Initiativen haben im Oscar-Romero-Haus ihre Büros: die Informationsstelle Lateinamerika (ila), die Initiative Kirche von unten Ikvu), die Vermittlungsstelle für Flüchtlinge, MigrantInnen und Menschen ohne Papiere (MediNetzBonn) und die Rosa-Luxemburg-Bibliothek.

Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat feiert die Bonner Basisgemeinde auf dem Dachboden des Oscar-Romero-Hauses Gottesdienst.[3]

Das „Pfarrzentrum Oscar Romero“ in Gersthofen[Bearbeiten]

Das „Pfarrzentrum Oscar Romero“ in Gersthofen wurde 1998 erbaut. Es gehört zur katholischen Pfarrei St. Jakobus und bietet wichtige Versammlungsräume für die Gemeinde: Einen großen Veranstaltungsraum, sowie einige kleinere Tagungsräume. Im südlichen Teil sind Räume speziell für Kindergruppen eingerichtet. Die Jugend der Pfarrei hat ihren Treffpunkt im unteren Stockwerk des Hauses.

2002 wurde ein Förderverein gegründet, der es als seine Aufgabe ansieht, das Gedenken an Erzbischof Romero wach zu halten und – gemäß seinem Wort – Solidarität mit den Armen des Landes zu pflegen. Das Kuratorium dieses Vereins, bestehend aus 7 Mitgliedern, darunter der Stadtpfarrer der Pfarreiengemeinschaft Gersthofen sowie VertreterInnen aus Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, trifft sich regelmäßig zur Organisation und Planung von Aktivitäten, Intensivierung des Kontaktes mit den Menschen in El Salvador und Verteilung der Spendengelder.[4]

Das Bischof-Oscar-Romero-Haus Hannover[Bearbeiten]

Das Bischof-Oscar-Romero-Haus in Hannover gehörte zur Pfarrei St. Josef in Hannover und war eine Jugendbildungsstätte des Bistums Hildesheim.[5] Im Zuge von Sparmaßnahmen des Bistums Hildesheim wurde es geschlossen.[6]

Das RomeroHaus Luzern[Bearbeiten]

Das RomeroHaus Luzern (Kreuzbuchstraße 44) wurde 1986 von der Bethlehem Mission Immensee gegründet. Die Anfänge dieser katholischen Organisation reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Bethlehem Mission Immensee ist ein ziviler Verein, der sich der personellen Entwicklungszusammenarbeit sowie der Informations- und Bildungsarbeit in der Schweiz widmet. Seit 2013 ist das RomeroHaus auch Geschäftssitz der Bethlehem Mission Immensee. Nach dem Vorbild Oscar Romeros macht sich das RomeroHaus für eine solidarische Verbindung von Welten stark; es schlägt Brücken zwischen Kontinenten und Kulturen, zwischen Religionen und Kirchen, zwischen Politik und Wirtschaft, zwischen Frau und Mann.[7]

In Veranstaltungen, Kursen und Begegnungen gibt das RomeroHaus Menschen Impulse, die sich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen – in der Schweiz und in aller Welt. In den RomeroHaus-Protokollen wird ein breites Spektrum von Veranstaltungen dokumentiert.[8] Das RomeroHaus ist auch offen für Gastgruppen. Die Sitzungsräume verfügen über moderne technische Infrastruktur. Das Hotel RomeroHaus verfügt über 13 Gästezimmer mit insgesamt 34 Betten.[9]

Das Oscar-Romero-Haus in Oldenburg[Bearbeiten]

Das Oscar-Romero-Hauses in Oldenburg (Bloherfelder Str. 24a) ist als Wohnheim an die Katholische Hochschulgemeinde in Oldenburg angebunden und wurde 2003/2004 neu gebaut.[10]

Das Oscar-Romero-Haus bietet Wohnraum für zehn Studierende. Es verfügt über einen Gemeinschaftsraum, einen Raum der Stille und eine Gemeinschaftsküche. In einem davon abgetrennten Hausteil gibt es zwei 1½-Zimmer Appartements, die vorrangig allein erziehenden Studierenden mit Kind zur Verfügung stehen. Nachrangig können hier Promotionsstudierende wohnen.[11]

Das Oscar-Romero-Haus für Wohnungslose, Viersen[Bearbeiten]

Das Oscar-Romero-Haus in Viersen (An der Josefskirche 36) ist ein Wohnheim für Wohnungslose. Es wendet sich an Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten (in erster Linie alleinstehende wohnungslose Männer), denen dort auch langfristig – ggf. auch über 18 Monate hinaus- Obdach und Beratung angeboten wird; zur Verfügung stehen 3 Einzel- und 3 Doppelzimmer. Das Haus ist in Trägerschaft des Vereins Menschen ohne Wohnung, der mit dem Katholischen Verein für soziale Dienste in der Region Kempen – Viersen (SKM), einem Fachverband des Caritasverbandes für das Bistum Aachen, zusammenarbeitet.[12]

Das Oscar Romero Haus in Walsum[Bearbeiten]

Das Oscar Romero Haus ist das Gemeindezentrum der kath. Parrei St. Dionysius im Ortsteil Alt-Walsum. Es wurde 1996 als Ersatz für das Jugendheim St. Michael an der Königsstraße errichtet. Im Oscar Romero Haus treffen sich u.a. Gemeindemitglieder, die eine Patenschaft mit einer Pfarrgemeinde in El Salvador pflegen.[13]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Förderverein Oscar-Romero-Haus e.V. (Hg.): Wo Spinner bunte Netze knüpfen – 25 Jahre Oscar-Romero-Haus Bonn, Informationsstelle Lateinamerika (ila), Bonn 1998
  2. www.oscar-romero-haus.de/projekte.htm
  3. www.oscar-romero-haus.de/leben_bueros.htm
  4. www.pg-gersthofen.de/el-salvador/
  5. http://www.bistum-hildesheim.de/bho/dcms/sites/bistum/seelsorge/beratung/gemeindeberatung/personen/semmet.html
  6. Neue Strukturen für eine veränderte Welt, Nachrichten des Bistums Hildesheim, 15. Oktober 2003
  7. http://www.romerohaus.ch/comundo/wer_wir_sind/allianz_comundo_bethlehem_mission_immensee/bethlehem_mission_immensee_das_romerohaus/
  8. http://www.romerohaus.ch/comundo/wer_wir_sind/allianz_comundo_bethlehem_mission_immensee/bethlehem_mission_immensee_das_romerohaus/romerohaus_protokolle.cfm
  9. http://assets.comundo.ch/downloads/rh_mappe_plus_einlage_1.pdf
  10. Klaus Hagedorn (Hg.): Óscar Romero: eingebunden zwischen Tod und Leben; 15 Jahre Óscar-Romero-Stiftung in Oldenburg; Texte und Dokumente zu Óscar Romero und zum Raum der Stille im Óscar-Romero-Haus in Oldenburg, BIS-Verl. der Carl-von-Ossietzky-Univ., Oldenburg 2006 (ISBN 978-3-8142-2039-0)
  11. www.oscar-romero-haus-oldenburg.de
  12. http://www.rp-online.de/nrw/staedte/viersen/25-jahre-oscar-romero-haus-aid-1.719489
  13. http://www.dionysius-walsum.de/index.php?id=49

Literatur[Bearbeiten]

  • Förderverein Oscar-Romero-Haus e.V. (Hg.): Wo Spinner bunte Netze knüpfen – 25 Jahre Oscar-Romero-Haus Bonn, Informationsstelle Lateinamerika (ila), Bonn 1998 (ISBN 3-924958-21-1)
  • Georg Milz: Das „Oscar-Romero-Haus“ Bonn. Eine Überlebenschance des christlichen Aufbruchs. In: N. Arntz, R. Fornet-Betancourt, G. Wolter (Hg.): Werkstatt „Reich Gottes“. Befreiungstheologische Impulse in der Praxis, IKO-Verlag, Frankfurt 2002, S. 13–22 (ISBN 3-88939-638-0)
  • Klaus Hagedorn (Hg.): Óscar Romero: eingebunden zwischen Tod und Leben; 15 Jahre Óscar-Romero-Stiftung in Oldenburg; Texte und Dokumente zu Óscar Romero und zum Raum der Stille im Óscar-Romero-Haus in Oldenburg, BIS-Verl. der Carl-von-Ossietzky-Univ., Oldenburg 2006 (ISBN 978-3-8142-2039-0)
  • Alicia Gamboa: 25 Jahre RomeroHaus Luzern: Banquet civique : politisch. kulturell. kulinarisch : Referate vom 21. Januar 2011, Verlag Romero-Haus, Luzern 2011
  • Josef Senft: Befreiungstheologisch orientiertes Lernen und politische Bildung, in: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, hrsg. von G.Bitter/ R.Englert/ G.Miller/ K.E.Nipkow, München 2002, 243-246
  • Michael Ramminger.: Kirchenkritische Bewegungen in der BRD und Theologie der Befreiung, in: R. Fornet-Betancourt (Hrsg.): Befreiungstheologie: Kritischer Rückblick und Perspektiven für die Zukunft, Bd. 3, Mainz 1997, S. 113–128
  • Dorothee Sölle: Eine Theologie der Befreiung für Europa. In: Th. Knauth, J. Schroeder (Hg.): Über Befreiung. Befreiungspädagogik, Befreiungsphilosophie und Befreiungstheologie im Dialog. Münster 1998, S. 95–101
  • Christliche Initiative Romero (CIR) (Hg.): „Falsche Propheten gibt es genug“. Werkmappe zum 20. Todestag von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero 1980 ...2000, Münster 1999

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