Nichtkanonische Kirchen

Nichtkanonische Kirchen sind Kirchen und Gemeinschaften, die von anderen christlichen Kirchen nicht als kanonisch anerkannt werden und nicht in Kirchengemeinschaft mit ihnen stehen.

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Theologische und kirchenrechtliche HintergründeBearbeiten

Als nichtkanonisch wurden meist Gemeinschaften eingestuft, die sich von einer bestehenden Kirche abspalteten. Die Begründung für eine Nichtanerkennung durch die kanonischen Kirchen waren

  • Keine apostolische Sukzession der Bischöfe oder Vorsteher der neuen Kirchen. Das heißt, diese waren nicht rechtmäßig nach kanonischen Recht geweihte Bischöfe. Dies trifft auf fast alle reformatorischen Kirchen, sowie auf viele kleinere Gemeinschaften zu, die aus einer orthodoxen oder katholischen Kirche ausschieden.
  • Keine Zustimmung der zuständigen Patriarchate oder Synoden zur Bildung einer neuen Kirche oder Gemeinschaft. Das trifft zum Beispiel auf die griechisch-katholischen und andere Ostkirchen zu, die sich ohne Zustimmung der Kirchenleitungen der römisch-katholischen Kirche angeschlossen hatten.
  • Ausschluss von Gemeinschaften aus einer Kirche durch Beschlüsse von Konzilien oder Synoden. Dies betrifft alle orientalisch-orthodoxen Kirchen, die nach den Ökumenischen Konzilen im 4. bis 7. Jahrhundert aus der orthodoxen und katholischen Kirche ausgeschlossen wurden. Altgläubige Gemeinschaften in Russland wurden 1666/67 durch Synodenbeschluss ausgeschlossen.
  • Wenn es mehrere verschiedene Kirchen einer Konfession in einem Land gibt, können sie nicht nebeneinander als eigenständige kanonische Kirchen anerkannt werden.

GeschichteBearbeiten

Es gab immer christliche Gemeinschaften, die sich aus bestehenden Kirchen lösten oder von ihnen ausgeschlossen wurden.

Die kirchengeschichtlich grundlegendsten Trennungen waren die Häretisierung der alten orientalischen orthodoxen Kirchen im 5. Jahrhundert. Seit dem 7. Jahrhundert gab es Trennungen zwischen Ikonodulen und Ikonoklasten im Streit um die Bilderverehrung in der orthodoxen Kirche.

In der lateinischen Kirche gab es im Mittelalter zahlreiche Gemeinschaften, die sich außerhalb der katholischen Strukturen befanden, wichtige Kirchen waren die Albigenser, Katharer und die Waldenser.

Die reformatorischen Kirchen bildeten sich seit dem 16. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert entstand die griechisch-katholische Kirche der Ruthenen in Polen-Litauen. In den folgenden Jahrhunderten entstanden viele neue Kirchen und Gemeinschaften aus den traditionellen Kirchen.

Nichtkanonische KirchenBearbeiten

Nichtkanonische orthodoxe Kirchen und Gemeinschaften mit byzantinischen RitusBearbeiten

Die wichtigsten sind [1]

Dazu gibt es Gemeinschaften der Altgläubigen in Russland, der Ukraine, Weißrussland und Rumänien, sowie Altkalendarier in Griechenland.

Orientalisch-Orthodoxe KirchenBearbeiten

Die alten orientalisch-orthodoxen Kirchen werden von den byzantinisch-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche kirchenrechtlich als nichtkanonisch eingestuft. In den letzten Jahren gab es aber intensive Bemühungen zur Überwindung der Spaltung. Viele orientalisch-orthodoxe Kirchen stehen miteinander in Kirchengemeinschaft und erkennen sich gegenseitig als kanonisch an. Einige Kirchen spalteten sich ab und gelten daher auch unter ihnen als nichtkanonisch

Katholische OstkirchenBearbeiten

Aus einigen byzantinisch-orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen bildeten sich neue Kirchen, die sich der römisch-katholischen Kirche anschlossen. Diese werden von den orthodoxen Ursprungskirchen als nichtkanonisch betrachtet.

Nichtkanonische katholische KirchenBearbeiten

Protestantische KirchenBearbeiten

Alle evangelischen Kirchen werden von den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche als nichtkanonisch betrachtet. Untereinander stehen einige in verschiedenen Kirchengemeinschaften. Eine Einstufung als nichtkanonisch gibt unter ihnen nicht, auch wenn sie sich in theologischen und kirchenrechtlichen Positionen teilweise erheblich unterscheiden.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten