Martin Geissler

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Martin Geissler (* 1984 in Weißenfels) ist ein deutscher Sportmanager.

Geissler ist seit 2008 Geschäftsführer der Mitteldeutschen Basketball Marketing GmbH (MBM),[1] die sich wiederum verantwortlich zeigt für den Spielbetrieb der professionellen Basketballmannschaft Mitteldeutscher Basketball Club aus Weißenfels, und war zum damaligen Zeitpunkt mit 23 Jahren der „jüngste Club-Chef der Liga“.[2] In der Geschäftsführung der MBM ist Geissler verantwortlich für den Bereich Sport und Kommunikation, während für die kaufmännische Leitung zunächst Jörg Hexel und seit 2015 Elke Simon-Kuch verantwortlich zeichnet.[3]

Karriere[Bearbeiten]

Der Herren-Basketballmannschaft des SSV Weißenfels gelang zur Basketball-Bundesliga 1999/2000 als erstem Klub aus den Beitrittsgebieten der Sprung in die höchste gesamtdeutsche Spielklasse Basketball-Bundesliga. Auch der Schüler Martin Geissler begeisterte sich für die örtliche Basketballmannschaft und wurde bereits 2002 mit 17 Jahren in verantwortlicher Position in die Pressearbeit des Vereins in der höchsten deutschen Spielklasse eingebunden.[2] In den folgenden Jahren wollte die damalige Klubleitung den Erfolg erzwingen und verpflichtete namhafte Trainer mit Henrik Dettmann und Spieler wie Wendell Alexis. Zwar konnte man damit sportliche Erfolge generieren, darunter einen raren Europapokal-Titelgewinn eines deutschen Vereins in der FIBA EuroCup Challenge 2004.[4] Dies war nach dem jedoch sportlich höherwertigen Korać-Cup-Gewinn 1996 durch Alba Berlin erst der zweite Titelgewinn einer deutschen Herrenmannschaft überhaupt in einem Vereinswettbewerb der FIBA Europa. Die finanziellen Einnahmen hielten jedoch nicht Schritt mit den gewachsenen Ausgaben und so musste der MBC im März 2004 noch vor dem Finalturnier im Europapokal Insolvenz anmelden.[5] Im Unterschied zum bereits im Dezember 2003 Konkurs gegangenen Ligakonkurrenten Brandt Hagen erstritt sich der MBC das Recht, die Saison in der Basketball-Bundesliga 2003/04 zu Ende zu spielen. Trotzdem verweigerte die Liga dem MBC wegen Verstößen gegen die Lizenzbestimmungen eine weitere Lizenzerteilung. Ohne Lizenz bestand keine Aussicht auf Generierung von nennenswerten Sponsoring-Einnahmen und eine Tilgung von Altlasten.

Der MBC musste 2004 in der damals dritthöchsten Spielklasse Regionalliga komplett neu anfangen. Zur Vorbereitung einer Rückkehr in nationale Spielklassen wurden jedoch neue Strukturen eingeführt, um als Basis eine professionelle Tätigkeit in der Zukunft gewährleisten zu können. Neben einem Beirat wurde der ansonsten in der Logistikbranche tätige Jörg Hexel Geschäftsführer. Geissler blieb weiterhin der Kommunikationsarbeit des Klubs verbunden und übernahm zudem Aufgaben im sportlichen Bereich, als er den Posten des Teammanagers übernahm.[1] Zunächst konnte man gleich den Aufstieg realisieren und war bereits in der 2. Basketball-Bundesliga 2005/06 wieder in der zweithöchsten Spielklasse vertreten. Nach zwei zweiten Plätzen in der Gruppe Nord 2006 und 2007 gelang in der neu als zweithöchster Spielklasse eingerichteten ProA 2007/08 ein fünfter Platz. Nach dem Saisonende wurde Geissler, der sein Kommunikationsmanagement-Studium an der Universität Leipzig zum damaligen Zeitpunkt noch nicht beendet hatte, bereits zum Geschäftsführer der MBM GmbH bestellt.[1] In der Geschäftsführung verantwortete Geissler den sportlichen Bereich sowie die Öffentlichkeitsarbeit und war zu diesem Zeitpunkt der jüngste Geschäftsführer einer Basketballmannschaft in Deutschland.[2]

Nach den vielen guten Platzierungen der Vorsaisons gelang unter dem jungen Trainer Björn Harmsen die Meisterschaft der ProA 2008/09 und der Wiederaufstieg in die höchste Herren-Spielklasse. Hier konnte man als Aufsteiger in der Basketball-Bundesliga 2009/10 mit einer positiven Saisonbilanz auf dem zehnten Platz überraschen. In der Öffentlichkeitsarbeit Geisslers betonte dieser, dass man bei der Erstliga-Rückkehr aus den Erfahrungen der Vergangenheit, die Geissler unmittelbar miterlebt hat, gelernt hätte und nicht mehr Geld ausgeben würde, als man auch einnähme.[2] In der folgenden Saison kam es zu einem Rückschlag; statt eines angestrebten Angriffs auf die vorderen, für die Meisterschafts-Play-offs berechtigenden Plätze fand man sich im Tabellenkeller wieder und ohne den gesundheitlich anschlagenden Trainer musste man nach dem vorletzten Tabellenplatz der Basketball-Bundesliga 2010/11 vorerst wieder absteigen. Zur folgenden Zweitliga-Spielzeit ProA 2011/12 verpflichtete Geissler den Erstliga-erfahrenen Trainer Silvano Poropat, der die Mannschaft nach dem ersten Hauptrundenplatz auch in den Aufstiegs-Play-offs zur ProA-Meisterschaft und zum Wiederaufstieg führen konnte. Nach dem Klassenerhalt 2013 war man in der folgenden Saison Basketball-Bundesliga 2013/14 trotz eines wenig konkurrenzfähigen Etats auf dem neunten Platz der erstmaligen Qualifikation für die Erstliga-Play-offs seit 2001 sehr nahe. Nach einer wechselhaften Saison 2014/15 wurde der Vertrag von Trainer Poropat ungewöhnlicherweise gleich um fünf Jahre verlängert, wobei Trainer Poropat und Manager Geissler sich ihrer gegenseitigen Wertschätzung versicherten.[6] Nachdem der längjährige Geschäftsführer Jörg Hexel im September 2015 als Sprecher in den Beirat des Vereins berufen wurde, übernahm die Marketing-Managerin Elke Simon-Kuch die kaufmännische Leitung der MBM GmbH als Geschäftsführerin neben Martin Geissler.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Martin Geissler neuer MBC-Geschäftsführer. Mitteldeutscher Basketball Club, 21. April 2008, abgerufen am 8. Oktober 2015 (Medien-Info).
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Gaby Mayer-Grum: Die 16 Wölfe und der Geissler. Stuttgarter Zeitung, 19. Juni 2010, abgerufen am 8. Oktober 2015.
  3. 3,0 3,1 Dino Reisner: Neustrukturierung der Geschäftsführung: MBC rüstet sich für die Zukunft. Mitteldeutscher Basketball Club, 25. September 2015, abgerufen am 8. Oktober 2015 (Medien-Info).
  4. Mitteldeutscher 84 SAOS JDA Dijon 68. FIBA Europa, 28. März 2004, abgerufen am 8. Oktober 2015 (englisch, Spielbericht Finalspiel).
  5. MBC beantragt Insolvenz. n-tv, 17. März 2004, abgerufen am 9. Oktober 2015 (Meldung im News-Archiv).
  6. Fünf-Jahres-Vertrag für Silvano Poropat. Mitteldeutscher Basketball Club, 24. April 2015, abgerufen am 9. Oktober 2015 (Medien-Info).
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