MME U81000
Der Mikroprozessor U81000 des VEB Mikroelektronik Erfurt (MME) ist ein unlizenzierter Nachbau des Zilog Z80000, den Zilog bereits zwei Jahre zuvor vorstellte. Die Entwicklungsarbeiten begannen 1987, nachdem erste Muster des Originals trotz CoCom-Embargo in die DDR gelangten. Auf Basis dieses Chips sollte ein leistungsfähiger und kompakter 32-Bit-Minisupercomputer gebaut werden. Gleichzeit fiel hier die Entscheidung in der DDR-Halbleiterindustrie, dem internationalen Entwicklungen folgend, Bauteile in SMD-Bauform herzustellen. Erfahrungen mit der SM-Technologie wurden seit 1986 mit unterschiedlichen Schaltkreisen im KME gesammelt – unter anderem ASICs, U8000, U80601 und einigen kundenspezifischen Schaltkreisen für das Röhrenwerk Mühlhausen (Einsatz im KC compact), den VEB Robotron Messelektronik Otto Schön in Dresden (BIC A5105) sowie das Kombinat TEXTIMA in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) sowie den VEB Numerik Karl-Marx-Stadt (Einsatz in Maschinensteuerungen, Programmiergeräten).
Der U81000 ist ein 32-Bit-Mikroprozessor mit Pipelines. Für die ersten Chips wurde ein 84-poliges PLCC-Gehäuse eingesetzt. Die Besonderheit davon war, dass es metrische Pinabstände hatte und so inkompatibel zu den Chips von Zilog war.
Nach dem Zusammenbruch der DDR im Herbst 1989 wurden bei KME die Arbeiten am U81000 eingestellt, da sich der Hauptabnehmer, das Kombinat Robotron Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt auflöste.
Auf dem Weltmarkt konnte sich auch der Z80000 nicht durchsetzen, so dass einige Firmen, die bereits Geräte damit gebaut hatten oder im Moment entwickelten, die Arbeiten ebenfalls einstellten. Ein Computer auf Basis des Z80000 ist das Zilog System 8000. Olivetti zum Beispiel setzte später auf die Prozessoren i386 und i486 von Intel.