Klingenfänger
Klingenfänger | |
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Angaben | |
Waffenart: | Schutzwaffe, Parierwaffe |
Bezeichnungen: | Klingenfänger |
Verwendung: | Parierwaffe |
Entstehungszeit: | etwa 16. Jahrhundert |
Ursprungsregion/ Urheber: |
Italien |
Verbreitung: | Europa |
Besonderheiten: | Verschiedene Ausführungen an unterschiedlichen Waffen |
Ein Klingenfänger ist eine Pariervorrichtung an unterschiedlichen Waffen.Die Klingenfänger findet man in unterschiedlichen Formen und Positionen an Schilden, Klingenwaffen und auch Rüstungsteilen. Sie dienen in allen Fällen dazu eine gegnerische Waffe aufzufangen und festzuhalten. Der Zweck hierbei ist es, die Verteidigung des Gegners zu Unterbrechen um selbst einen Gegenangriff (Konter/Riposte) auszuführen, oder aber auch die Waffe des Gegners zu halten und anschließend diese zu zerbrechen.
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]Beschreibung[Bearbeiten]
Man findet sie nur an Gegenständen, die im Kampf gegen Degen und/oder Rapiere geutzt wurden, da diese Art der Klingen dünn genug sind um sie zu Brechen.
- Schilde

Man findet die Klingenfänger oft an Fechtschilden aus Italien ab dem 16. Jahrhundert. Sie sind in verschiedenen Arten an den Schilden angebracht. Es gibt sie als flache Bänder, die horizontal und auf Stegen als Abstandshalter zur Schildoberfläche angenietet sind. Diese sind meist kreisförmig, dem Verlauf der Schildrundung angepasst, mittig oder nahe am Schildrand angebracht.
Eine andere Version besteht aus vertikal angebrachten Stahlringen oder auch eingekerbten Stahlblechen, die ebenfalls vertikal angebracht sind. Mittig am Schildbuckel sind oft klingenartige- oder auch einfache, hakenförmige Klingenfänger (siehe Bild Infobox) angbebracht, die einerseits zum Halten, andererseits zum Brechen der Klingen gedacht sind[1]. Die einfachste Ausführung besteht in einer enger werdenden Kerbe am Schildrand oder einem einfachen Schlitz auf der Schildvorderseite[2].
- Degen- und Rapierkörbe, Fecht- und Parierdolche
Bei fast allen Ausführungen der Degen- und Rapierkörbe dienen die verschlungenen Parierelemente nicht nur dem Schutz der Führhand, sondern ebenfalls als Klingenfänger. Die ausgearbeiteten Formen der Körbe erleichtern ein verklemmen der gegnerischen Klinge wodurch diese geblockt, festgehalten und ein Gegenangriff mit dem in der anderen Hand gehaltenen Fechtdolch möglich wird. Diese Dolche, auch "linke Hand" genannt, sind bei vielen Versionen ebenfalls mit Klingenfängern- und -brechern ausgestattet.
Eine weitere Form des Klingenfängers ist am Springklingendolch zu sehen. Dessen aufklappbare Klingen dienen einerseits als Klingenfänger, bei dem die Klinge durch einfaches Drehen der Hand verklemmt werden kann, andererseits um eine Wunde nach dem Einstich, beim Herausziehen zu vergrößern[3].
Eine weitere Version die man auch als Klingenfänger bezeichen kann ist der Degenbrecher, der zum Halten und Brechen konstruiert ist, wie der Name schon sagt[4].
Selten sind solche Springklingen auch an Stangenwaffen zu finden, die dort aber den selben Zwecken dienen[5].

In Japan wird das Gegenstück zu den europäischen Klingenfängern oft an Lanzen Yari gefunden. Dort wird es "Hadome" genannt.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- Hochspringen ↑ Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 188-189, ISBN 978-3-201-00257-8
- Hochspringen ↑ Auguste Demmin, Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs: ein Handbuch der Waffenkunde, Verlag Seemann, 1869, Seite 568, Abbildung 52, ISBN 978-3-201-00257-8
- Hochspringen ↑ Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 301, Abbildung Seite 302, ISBN 978-3-201-00257-8
- Hochspringen ↑ Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 299, ISBN 978-3-201-00257-8
- Hochspringen ↑ Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1890, Fourier Verlag, Wiesbaden 1985, Seite 380, ISBN 978-3-201-00257-8
Literatur[Bearbeiten]
- Auguste Demmin, Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs: ein Handbuch der Waffenkunde, Verlag Seemann, 1869, Seite 566, Abbildung 46, 46 bis, Seite 568, Abbildung 50, 52, Seite 570, Abbildung 66
Weblinks[Bearbeiten]
- Linkshanddolch mit Klingenfänger/-brecher bei Hermann Historica
- Fechtschild mit Klingenfänger/-brecher und Stoßdolch bei Herman Historica
- Japanischer Klingenfänger "Hadome" an einer Lanze (unten).
