Karsten Nissen (Politiker)

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Karsten Nissen (* 21. November 1944 in Kiel; † 23. Juli 2015 in München) war ein deutscher Politiker (PDS bzw. Die Linke). 2007 war er Schatzmeister und Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des Landesverbandes Bayern.

Leben[Bearbeiten]

Nissen war Betriebsrat in einer deutschen Tochterfirma eines US-Konzerns, bevor er sich selbständig machte. Mitte der 1980er Jahre zog er nach Bayern. Er trat der PDS bei und wurde im Januar 2006 in den bayerischen Landesvorstand der Linkspartei.PDS gewählt.[1] 2007 war er als Schatzmeister Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes und gehörte ab 17. Juli 2007 dem Gründungsvorstand der bayerischen Linkspartei an.[2][3] Am 10. August 2007 erhob er Vorwürfe, dass der bayerischen PDS-Landesverband Parteispenden irregulär verbucht habe und trat deshalb zurück. Die Landesvorsitzende Eva Bulling-Schröter bestritt dies und verwies auf die Klärung durch die Bundestagsverwaltung.[4][5]

Hintergrund des Rücktritts war ein Finanzskandal um die Kommunistische Arbeitsgemeinschaft (KAG) in der PDS, eine Nachfolgeorganisation des Bundes Westdeutscher Kommunisten.[6][7] Nissen hatte Unregelmäßigkeiten entdeckt, die ihm offenbar sein Amtsvorgänger hinterlassen hatte. Der KAG wurden seit 1995 Spendenquittungen für Zuwendungen in der Höhe von 20.000 Euro pro Jahr ausgestellt. Diese „Spenden“ gingen nach seiner Feststellung zweckgebunden auf ein Privatkonto eines KAG-Mitglieds, auf das der Landesvorstand keinen Zugriff hatte.[7]

„… Ich bin der Meinung, dass die neue Partei, die für saubere, anständige und durchschaubare Politik eintritt, auch im Inneren diese Eigenschaften braucht, ansonsten kann sie kein glaubwürdiges Bild abgeben und die Politikverdrossenheit der Bevölkerung würde auch uns mit einbeziehen. Dazu muss auch mal ein Strich gezogen werden und kein Augenblick ist günstiger als jetzt. […]“

Karsten Nissen, Linke Zeitung, August 2007[8]

Dem bayerischen Landesvorstand des parteinahen Wirtschaftsverbandes OWUS gehörte Nissen von 2007 bis zu seinem Tode an und war lange Zeit dessen stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer.[9] 2009 initiierte er die Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft Linke UnternehmerInnen.[10]

Nissen war verheiratet und hatte eine Tochter.[9] Die Trauerfeier und Beisetzung erfolgte auf dem Waldfriedhof München.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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