KOMMA - Jugend und Kultur Esslingen

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Frontfassade des KOMMA

Das Komma ist ein Jugendhaus und Kulturzentrum in Esslingen am Neckar.

Komma[Bearbeiten]

Das KOMMA befindet sich auf dem Lorch Areal an der Maille 5 und wird vom Kreisjugendring Esslingen e. V. als Veranstaltungsort für Konzerte, Popkultur, Partys, Lesungen, Vorträge und politische Themen genutzt. Der Betrieb des meist defizitär arbeitenden Hauses wird von fünf hauptamtlichen Mitarbeitern pädagogisch betreut und geleitet. Unterstützt werden sie hierbei von FSJ'lern und einigen ehrenamtlichen Helfern.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte des Gebäudes[Bearbeiten]

Die Gebäude des Lorch Areals fungieren heute als Räume des KOMMA. Haus Nr. 3 ist eine ehemalige Zwirnmühle, die ein Zeugmacher namens Hartter im Jahr 1758 auf den Mauern eines Vorgängerbetriebs aus dem 17. Jahrhundert aufbaute. Der zweigeschossige verputzte Fachwerkbau kragt zum Rossneckar hin auf Eisenstützen aus. Spätestens 1804 ging diese Zwirnmühle in den Besitz der Familie Hardtmann über. Allerdings wurde das Bauwerk 1836 an den Konditor Christoph Friedrich Berckhemer verkauft. Berckhemers Betrieb ging in die Hände des Kaufmanns Wilhelm Geißler über, der 1874 in einem eingeschossigen Anbau eine Senf- und Gurkenfabrik mit Senfmühle etablierte. Die Tuchmacherfamilie Hardtmann erwarb jedoch 1822 eine benachbarte Walkmühle der Tucherzunft, die mindestens seit 1650 existierte. Ein Bau, den die Familie anstelle dieser Walkmühle errichtete, ist bis auf wenige Überreste nicht erhalten geblieben. Nur eine Außenmauer und die im frühen 20. Jahrhundert erneuerte Wasserradanlage existiert noch. 1826 wurde die 1811 auf der Maille gegründete Tuchfabrik Johann Gottfried Steudels angekauft; seit 1823 existierte außerdem eine Schafwollspinnerei, die Christian Ludwig Hübler gehörte und 1826 von Georg Christian Kessler übernommen wurde. Dieser verkaufte sie unmittelbar darauf an die Gebrüder Hardtmann, die sie noch im selben Jahr abreißen ließen und den heute noch bestehenden Gebäudekomplex anlegten. Dazu gehörten eine vierstöckige Zeugwollspinnerei, die heute die Adresse Maille 4 hat, und südöstlich davon eine Tuchschererei sowie eine Färberei mit Comptoir und Magazin und ein Trockenhaus. Diese Bauwerke haben heute die Adresse Maille 5. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Umstellung von Wasser- auf Dampfkraft noch ein Kesselhaus auf dem Gelände errichtet.

Die Tuchfabrik Hardtmann ging 1870 in Konkurs. Ihre Bauten wurden von der Tuchfabrik Bender & Faber übernommen und großenteils 1903 an Hermann Bauer, den Inhaber der Maschinenfabrik Lorch AG, verkauft. Bauer ließ das Haus Nr. 4 zu einem Wohnhaus im Jugendstil umgestalten. Dieses Bauwerk mit seiner hohen Tordurchfahrt stand damals noch in der Achse der Hauptallee der Maille. Er besitzt einen dreiachsigen Mittelrisaliten, der durch dorische Pilaster angedeutet wird. Im Zuge des Umbaus wurde ein bislang eingeschobenes Mezzanin beseitigt, um die Fenster und Räume im ersten Obergeschoss erhöhen zu können. Im zweiten Obergeschoss, der Wohnung Bauers, wurde ein schmiedeeiserner Balkon über der Tordurchfahrt angebracht. Die Durchfahrt selbst wurde mit Jugendstiltüren und vier Landschaftsbildern des Dekorationsmalers Eugen Braun in Stuckrahmen geschmückt. Sie zeigen den Rotenberg, die Burg Hohenzollern, den Lichtenstein und den Hohenstaufen. Die Durchfahrt besitzt auch Stuckverzierungen an der Decke und ein schmiedeeisernes Tor. Im Treppenhaus sind die originalen Türen, Geländer, Vertäfelungen und Tapeten erhalten geblieben.

Die Bauwerke auf dem Lorch-Areal wurden in die Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen, weil einerseits die klassizistische Fabrikanlage als früher Vertreter dieser neuen Bauform bemerkenswert ist, andererseits das im Jugendstil umgebaute Wohnhaus zu den qualitätvollsten und anspruchsvollsten Bauwerken dieser Zeit in Esslingen gerechnet wird.

Xiu Xiu im KOMMA (2017)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressebericht Stuttgarter Zeitung

48.7383869.309401Koordinaten: 48° 44′ 18″ N, 9° 18′ 34″ O

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