Joseph Anton Kraus

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schloss Schlobitten, Großer Festsaal, 1713, Bildhauer Joseph Anton Kraus
Schloss Schlobitten, Relief über einem Kamin im großen Saal, 1713, Bildhauer Joseph Anton Kraus

Joseph Anton Kraus[1] (* in Berlin; † 21. Januar 1721 in Danzig[2]) war ein deutscher Bildhauer, der in Stein, Holz und Stuck arbeitete. Er war in Berlin und in Ostpreußen tätig.

Leben[Bearbeiten]

Der Bildhauergeselle und spätere Bildhauer Joseph Anton Krause wird zwischen 1704 und 1706 in Berliner Kirchenbüchern erwähnt.[3] Er heiratete am 27. Oktober 1703 in Berlin Elisabeth Frauenschein.[2] In Berlin war er vermutlich in der Werkstatt des Bildhauers Georg Gottfried Weyhenmeyer tätig.[2] Er trat Heinz Ladendorf zufolge in der „Zeit der Schloßbauleitung Schlüters auf.“[4]

Im Jahre 1708 ging er auf Veranlassung des Grafen Friedrich Alexander von Dohna (1661–1727) von Berlin nach Schlobitten, um am dortigen Schloss zu arbeiten.[2] Von 1712 bis 1717 war er in Königsberg tätig.[5] 1718 ging er nach Danzig.[2] Für kurze Zeit war er 1719 in Frauenburg.[6]

Werkverzeichnis[Bearbeiten]

  • 1708–1711: Für das Schloss Schlobitten schuf er die Stuckarbeiten in den Treppenhäusern, in den königlichen Zimmern, im Mittelschloss und im Festsaal.[7]
  • 1714: Taufengel für die Kirche in Sankt Lorenz, Ostpreußen.[8]
  • 1714: Anton Ulbrich zufolge schuf er auch die Decke im Magistrats-Sitzungssaal des Königsberger Rathauses.[9]
  • 1715: Altaraufsatz in der Kirche von Groß Wolfsdorf.[10]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Ulbrich: Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis gegen 1870. Band 2, Gräfe und Unzer, Königsberg 1929, S. 454-464 (Digital).
  • Herbert Meinhard Mühlpfordt: Königsberger Skulpturen und ihre Meister 1255–1945. Holzner, Würzburg 1970, S. 110.
  • Kevin E. Kandt: Schlüteriana III. Studies in the Art, Life, and Milieu of Andreas Schlüter. Lukas Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-86732-183-9, S. 177.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zu abweichenden Namensformen wie Craus, Krauß oder Kruse, s. Ulbrich S. 455.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Mühlpfordt S. 110.
  3. Heinz Ladendorf: Der Bildhauer und Baumeister Andreas Schlüter. Beiträge seiner Biographie und zur Berliner Kunstgeschichte seiner Zeit. Berlin 1935, S. 15 (Digital).
  4. Heinz Ladendorf: Der Bildhauer und Baumeister Andreas Schlüter. Beiträge seiner Biographie und zur Berliner Kunstgeschichte seiner Zeit. Berlin 1935, S. 76: „Andere treten in der Zeit der Schloßbauleitung Schlüters auf, ohne daß sich von ihnen eine nähere Vorstellung gewinnen ließe, z. B. Christian Eben, Johann Heinrich Günther, Johann Michael Hirn, Joseph Anton Krause, Gerhard van Rietfeld, Johann Christoph Reinboth, Paul Ritter, Georg Rodener, Elias Roßbach, Andreas Roth, Dietrich Stein und Caspar Vette“ (Digital).
  5. Ulbrich S. 455.
  6. Ulbrich S. 455.
  7. Ulbrich S. 456f.; Carl Grommelt, Christine von Mertens: Das Dohnasche Schloß Schlobitten in Ostpreußen. Kohlhammer, Stuttgart 1962, S. 87–89; Mühlpfordt S. 110; Abbildungen der Stukkaturen von Joseph Anton Kraus im Schloss Schlobitten im Historischen Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei.
  8. Ulbrich S. 461–462; Mühlpfordt S. 110.
  9. Ulbrich S. 426: „Die Gebrüder Pörtzel kommen nach unserem Ermessen für die Ausführung der Rathausdecke nicht in Betracht […] Wenn ein einheimischer Bildhauer genannt werden soll, der die hierfür nötigen Fähigkeiten besessen hat, so ist es Kraus, der Meister des Schlobitter Festsaales und anderer trefflicher Bildnereien. Hier wie dort wird man durch Vergleich verwandte stilistische Merkmale in der Kopfbildung, der Haaranordnung und andere Einzelheiten finden, die alle die angedeutete Vermutung unterstützen“.
  10. Ulbrich S. 462–464.
Info Sign.svg Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.