Jörg Hillinger

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Jörg Hillinger (* 8. November 1947; † 28. April 1999 in seinem 4 Wochen alten Opel Astra auf der Staatsstraße 2027 zwischen Zusamaltheim und Roggden an einem entgegenkommenden LKW auf der linken Fahrbahnseite ) war ein leitender Oberstaatsanwalt bei der de:Staatsanwaltschaft Augsburg, der ab 1995 im Steuerstrafverfahren gegen den Lobbyisten de:Karlheinz Schreiber, den Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls (CSU), den Strauß-Sohn Max Josef, den früheren Staatssekretär Erich Riedl (CSU), den ehemaligen CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep und hochrangige ThyssenKrupp-Manager ermittelte.

Bei der Staatsanwaltschaft Augsburg wurde zur Aufklärung des Unfallhergangs ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. In dieser Angelegenheit wurden mehrere Zeugen vernommen und insgesamt acht Gutachten von der Staatsanwaltschaft Augsburg in Auftrag gegeben. Der Verstorbene wurde obduziert, es wurden eine neuropathologische, eine chemisch-toxikologische und eine BAKUntersuchung angeordnet. Die medizinischen Gutachten und Zeugenaussagen ergaben keine Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden. Im Blut von Hillinger war nichts vorhanden, was seine Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen konnte, der BAK-Wert lag bei 0,00 Promille. Ebenso wurden ein unfallanalytisches Gutachten und ein Gutachten zum technischen Zustand des verunglückten Fahrzeuges in Auftrag gegeben. Die Kfz-Sachverständigen konnten an dem Unfallfahrzeug keine technischen Mängel oder Hinweise auf Manipulationen feststellen. Es waren keine Hinweise auf ein Fremdverschulden erkennbar. Das von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wurde deshalb am 17. August 1999 gem. § 170 Abs. 2 Strafprozessordnung eingestellt. Am 15. November 2000 wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Anlass hierfür waren Berichte über ein angebliches Bremsversagen an dem mittlerweile in Polen reparierten Unfallfahrzeug. Die KFZ-Sachverständigen untersuchten das Fahrzeug deshalb Ende 2000 erneut und fertigten zwei weitere Gutachten an. Sie stellten auf der Grundlage von Zeugenaussagen fest, dass ca. 1000 km Fahrleistung nach der nicht professionell durchgeführten Reparatur des Fahrzeuges möglicherweise ein Teilausfall an der Bremse aufgetreten war. Warum es zu dem von einem Zeugen behaupteten Teilausfall der Bremse in Polen gekommen ist, kann dahingestellt bleiben. Nach den Feststellungen der Sachverständigen ist ein Bremsversagen als Unfallursache auszuschließen. Da die im Anschluss daran durchgeführten Untersuchungen wieder keine Anhaltspunkte für eine Manipulation am Fahrzeug oder Hinweis auf ein Fremdverschulden erbrachten, wurde das Ermittlungsverfahren a 21. Januar 2001 erneut eingestellt.[1]

Der Staatsanwalt war auf einer Dienstfahrt von Augsburg nach Dillingen mit seinem Auto zunächst in Schlangenlinien gefahren, dann auf die Gegenfahrbahn geraten und dort gegen einen Lastwagen geprallt. Der Wagen sei zu dem Zeitpunkt nahezu neuwertig gewesen, so Frey. Als 2000 der Käufer des Unfallautos berichtete, er habe Bremsprobleme mit dem Fahrzeug, wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen.[2]

Offen ist nun noch, warum sich der Seitenairbag nicht geöffnet hat, ob Hillinger gebremst hat, und ob die Bremsen wegen eines Fremdkörpers im Bremszylinder überhaupt funktioniert hätten. Doch selbst wenn nicht: "Mängel an der Bremsanlage wäre nicht relevant gewesen, sie hätte den Unfall nicht verhindert", glaubt der Sachverständige Michael Frey. Aufgefallen ist ihm aber, dass das Handschuhfach des Fahrzeugs nach dem Unfall offen stand und ein Stadtplan im Fußraum lag. Frey erklärte dazu vorsichtig: "Man könnte daraus schließen, dass der Fahrer etwas gesucht hat, zum Beispiel den Stadtplan." [3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frage 10.: Welche Untersuchungen bzw. Ermittlungen wurden hinsichtlich des Unfalltodes des Leitenden Oberstaatsanwalts Jörg Hillinger am 26.4.1999 veranlasst und welche Ergebnisse hatten diese? (Der Leitende Oberstaatsanwalt Hillinger kam am 28.04.19991 mit seinem PKW auf der Staatsstraße 2027 zwischen Zusamaltheim und Roggden auf die linke Fahrbahnseite und 1 Die Frage II 10 im Einsetzungsbeschluss des Bayerischen Landtags vom 15.02.2001 (Drs. 14/5770) nennt das falsche Unfalldatum. Der Untersuchugsausschuss hat das Todesdatum festgestellt. Vgl. Schlussbericht des Untersuchungsausschusses zur Prüfung etwaiger unzulässiger staatlicher Einflussnahme seitens bayeri-scher Amtsträger auf die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Karlheinz Schreiber, Max Josef Strauß, Dr. Ludwig-Holger Pfahls, Dieter Holzer, Walther Leis-ler Kiep, Jürgen Maßmann, Winfried Haastert und Dr. Erich Riedl (Drs. 14/5770) [1]
  2. [2]
  3. [3]