Itzehoe (Schiff, 1905)
Die Itzehoe war ein deutsches Frachtschiff, das im Ersten Weltkrieg, inzwischen umbenannt in Lebbin II, in der Ostsee wahrscheinlich durch Minentreffer verloren ging.
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[Verbergen]Bau und technische Daten[Bearbeiten]
Das Schiff wurde 1904/5 mit der Baunummer 61 auf der Werft von Schömer & Jensen, die ab Oktober 1904 als Eiderwerft AG Schiffswerft, Kesselschmiede und Gießerei firmierte, in Tönning an der Eider in Nordfriesland gebaut. Es war 49,10 m lang (48,8 m zwischen den Loten) und 8,30 m breit und hatte 3.81 m Seitenhöhe und voll beladen 3.50 m Tiefgang. Es war mit 370 BRT und 267 NRT vermessen und hatte 650 tdw Tragfähigkeit. Die Maschinenanlage bestand aus einer Dreifachexpansionsdampfmaschine mit 320 mm, 525 mm und 860 mm Zylinderdurchmesser und 600 mm Hub, einem Hauptkessel mit 120 m2 Heizfläche und 12 Atmosphären und einem Donkey- oder Hilfskessel. Sie hatte eine Innenleistung von 350 PSi und gab dem Schiff ein Höchstgeschwindigkeit von 8 Knoten.[1]
Schicksal[Bearbeiten]
Die Itzehoe wurde nach erfolgreicher Probefahrt im Februar 1905 an ihre Besteller, das Kohlen-Import-Geschäft Gahde & Compas in Itzehoe, ausgeliefert, deren erstes und einziges Schiff sie bleiben sollte.[2] Im Zuge der Insolvenz der Firma wurde das Schiff 1910 an die Reederei Johan Amundsen & Sønners Rederi in Haugesund, Norwegen, verkauft, für die es dann bis 1914 unter dem neuen Namen Hans Kyvig fuhr.[3] 1914 wurde das Schiff von Johannes Quistorps Pommerschem Industrie-Verein auf Actien in Stettin gekauft, in Lebbin II umbenannt und dann vornehmlich zum Transport von Rügener Kreide nach Lebbin auf Wollin in Quistorps dortige Portlandzementfabrik eingesetzt, damit diese trotz rückgängiger Kreideförderung im Nachbarort Kalkofen weiterarbeiten konnte.
Am 16. Dezember 1914 verschwand das Schiff spurlos mit seiner gesamten Besatzung. Wahrscheinlich war es auf eine der in der Nacht vom 18. zum 19. November von dem russischen Minenleger Amur nordwestlich der Stolpe-Bank etwa auf Position 55° 3′ 0″ N, 16° 15′ 0″ O55.0516.25Koordinaten: 55° 3′ 0″ N, 16° 15′ 0″ O (Karte) gelegten 240 Minen gelaufen und gesunken.[4]
Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]
- Hochspringen ↑ Schiffbau, VI. Jahrgang, 1904-05, No. 11, Berlin, S. 492
- Hochspringen ↑ Die Firma wurde um die Jahrhundertwende gegründet und hatte ihren Geschäftssitz in der Viktoriastraße in Itzehoe. Das Unternehmen ging nach zunächst schnellem Aufschwung 1910 in Konkurs und wurde in die Itzehoer Kohlenhandelsgesellschaft umgewandelt. (http://www.europese-bibliotheek.nl/en/Books/Itzehoe_in_alten_Ansichten/100-124340/Article/9).
- Hochspringen ↑ http://www.docstoc.com/docs/113684115/162-Johan-Amundsen-and-S%EF%BF%BDnners-Rederi-Haugesund
- Hochspringen ↑ René Greger: Die russische Flotte im Ersten Weltkrieg: 1914 - 1917. J. F. Lehmann, München, 1970, ISBN 978-3-4690-0276-1