Internationale Bauausstellung Thüringen
Die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen läuft über einen Zeitraum von zehn Jahren, bis zum Jahr 2023 und möchte mit richtungsweisenden Projekten die Zukunft Thüringens im Kontext des demografischen und energetischen Wandels aktiv gestalten.[1] 2014 beginnt die Projektarbeit mit konkreten Projektaufrufen.[2] Weitere Meilensteine werden die Präsentationsjahre 2019 und 2023 sein. Internationale Bauausstellungen werden seit über 100 Jahren als praktiziertes und bewährtes Instrument der Stadtplanung, des Städtebaus und der Regionalentwicklung angesehen.[1]
Inhaltsverzeichnis
[Verbergen]Meilensteine[Bearbeiten]
Die Internationale Bauausstellung Thüringen ist ein gemeinsames politisches Zukunftsprojekt der Thüringer Regierungskoalition. In ihrer Vereinbarung „Starkes Thüringen – innovativ, nachhaltig, sozial und weltoffen“ verständigten sich die Koalitionspartner im Oktober 2009 darüber, eine Internationale Bauausstellung als Teil einer von der Architektenkammer Thüringen angeregten „Qualitätsoffensive Bauen“ zu initiieren.[3]
In der Vorbereitungsphase rief der Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, im Jahr 2010 eine Projektgruppe ins Leben, die in einem ersten Schritt die Machbarkeitsstudie für eine Internationale Bauausstellung in Thüringen entwickelte. Darin wurden potentielle Themen, Partner und eine geeignete Organisationsstruktur ermittelt.[4]
Eigenen Angaben zufolge waren die Arbeitsgespräche mit der Impulsgruppe an der Bauhaus-Universität Weimar besonders prägend für die inhaltliche Arbeit. Bei diesen Gesprächen wurden die von der IBA-Projektgruppe vorgestellten Ziele und Themen einer IBA Thüringen diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt.[5]
2012 wurden unter der Geschäftsführung von Marion Eich-Born und Frank Krätzschmar die Strukturen der neu gegründeten IBA Thüringen GmbH aufgebaut.[6]
2013 feierte die IBA Thüringen ihr Auftaktjahr unter der neuen Geschäftsführung von Engelbert Lütke Daldrup.[7]
2014 beginnt die Projektarbeit mit der neuen Geschäftsführerin Marta Doehler-Behzadi.[8]
Im Konzept des Unternehmens ist verankert, dass die IBA Thüringen über einen Zeitraum von zehn Jahren, bis zum Jahr 2023 läuft, um den komplexen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen ihre benötige Zeit einzuräumen.[5]
Internationalen Charakter erhält eine Bauausstellung durch „herausragende Beiträge aus dem Ausland, durch die in den Projekten angelegte internationale Relevanz und durch eine international ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit“.[9]
Eine Internationale Bauausstellung ist demzufolge keine klassische Ausstellung. Mit Ausstellen ist laut der IBA Thüringen „ein kontinuierliches Kommunizieren und Vermitteln des Programms, der Projekte und Prozesse gemeint. Die Präsentationsjahre 2019 und 2023 sind wichtige öffentliche Bilanzierungs- und Reflexionspunkte. Aber auch davor ist die Öffentlichkeit zum Dialog eingeladen – mit IBA on tour, den IBA-Salons und den IBA-Konferenzen als wiederkehrende sogenannte Dialog-Formate.“[10]
Themen[Bearbeiten]
Die IBA Thüringen hat die „großen Herausforderungen der Energiewende und des demografischen Wandels“[10] zu ihren Leitthemen bestimmt. Wie wirken sich die Entwicklungen in diesen Bereichen auf die Baukultur und das Landschaftsbild in Thüringen aus? Wie kann der energetische Wandel gestalterisch ansprechender in Stadt und Land integriert werden und wie kann die regionale Wertschöpfung gestärkt werden? Darauf möchte die IBA Thüringen Antworten finden.
Thüringen ist historisch bedingt durch eine kleinteilige und polyzentrische Siedlungsstruktur geprägt. So entstand eine Kulturlandschaft, die durch „ein enges Netz aus Klein- und Mittelstädten und die diese umgebenden Dörfer“ bestimmt wird.[11]
Vor diesem Hintergrund hat sich die IBA Thüringen zur Aufgabe gemacht den demografischen und energetischen Wandel aktiv zu gestalten und mit richtungsweisenden Ansätzen zu erproben, „die Impulse für viele europäische Regionen sein können, die vor vergleichbaren Aufgaben stehen“[10]
Programmatische Ausrichtung[Bearbeiten]
Die programmatische Ausrichtung unterstützt die Kommunikation zwischen der IBA Thüringen GmbH und der Öffentlichkeit. Dazu wurden die Veranstaltungsformate IBA-Salon, IBA on tour und die IBA-Konferenz ins Leben gerufen.
IBA Salon[Bearbeiten]
Die IBA Thüringen veranstaltet mehrmals im Jahr „IBA Salons“. Die Veranstaltungsreihe erfolgt gemeinsam mit Partnern und wird in einem ansprechenden Rahmenprogramm abgehalten. Dazu wird für jeden Salon ein neuer Ort in Thüringen gewählt, an dem die Dialoge über aktuelle Themen der IBA und der Zukunft Thüringens stattfinden.[12]
Der erste IBA-Salon wurde gemeinsam mit der Stiftung Schloss Ettersburg als Partner veranstaltet. Im Schloss referierte Klaus Töpfer, Bundesminister a.D. vor 150 Gästen zum Thema „Regionalität als Chance?“. Anschließende Gespräche mit dem Publikum beschäftigten sich mit Fragen von Lebensqualität, Werten und regionaler Identität.[13]
IBA on tour[Bearbeiten]
Mit der IBA on tour werden die Landkreise und kreisfreien Städte Thüringens bereist. Dies bietet die Möglichkeit, das Land und die Menschen kennen zu lernen und regionale Potenziale aufzuspüren. In öffentlichen Abendveranstaltung werden Zukunftsfragen der Region aufgegriffen und innovative Ansätzen erörtert.[14]
IBA Konferenz[Bearbeiten]
Jährlich geplante IBA-Konferenzen werden genutzt, um die „übergeordneten inhaltlichen Themen und Schwerpunkte öffentlich zu diskutieren“.[15] Die erste Konferenz wurde im November 2013 zu den Leitthemen der Internationalen Bauausstellung Thüringen abgehalten.[16] In einem fachlichen Austausch wurden die Aspekte Regionalität und Kulturlandschaft, Diversität und Initiative, sowie Dezentralität und Vernetzung diskutiert. Durch Gastvorträge international tätiger Referenten wurde zudem internationaler Bezug hergestellt.
Projekte[Bearbeiten]
2014 beginnt die Arbeit an den Projekten. Dazu erfolgte am 6. Mai ein öffentlicher Projektaufruf. Thüringer Kommunen, Unternehmen, Institutionen, Organisationen, Vereine sowie Einzelpersonen können daraufhin Ihre Ideen für die Zukunft von Städten, Dörfern und Landschaften einreichen.
Organisation[Bearbeiten]
Die IBA Thüringen GmbH ist in dezentralen Strukturen aufgebaut. Die Geschäftsstelle in Weimar vertritt die IBA Thüringen in der Öffentlichkeit und ist Anlaufstelle für Projektinteressierte. Weiterhin liegt dort die Verantwortlichkeit der Projektaufrufe, die Prüfung der eingereichten Vorschläge und es erfolgt Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung der Projekte.
Zwei IBA Werkstätten, in Weimar und Nordhausen, sind an den Hochschulen des Landes angegliedert.[17] Damit soll das Innovationspotential der Hochschulen genutzt werden.
Als unterstützende Gremien wurden ein Aufsichtsrat, Kuratorium und Fachbeirat berufen.
Aufsichtsrat[Bearbeiten]
Die Besetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden erfolgt durch den Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Herr Christian Carius. Weitere Mitglieder stammen aus verschiedenen Thüringer Ministerien, der Ingenieurkammer Thüringen und der Architektenkammer Thüringen.[11] Das Gremium tagt zwei bis drei Mal jährlich.
Fachbeirat[Bearbeiten]
Der Fachbeirat ist ein wissenschaftliches Gremium, das die IBA Thüringen in der programmatischen, projektbezogenen und kommunikativen Ausrichtung berät und unterstützt.[11] Dieser besteht aus Experten, die Erfahrungen mit IBA-Prozessen haben und zu den Themen energetischer, demografischer und sozialer Wandel, Regionalentwicklung, Architektur und Landschaftsgestaltung, aber auch Kommunikation und Ausstellungsvermittlung international gearbeitet haben. Er tagt mehrmals im Jahr. Vorsitzender ist Karl Beucke, Rektor der Bauhaus-Universität Weimar. Am 30. Mai 2013 wurden weitere Experten aus Wissenschaft und Praxis in den Fachbeirat berufen.
Kuratorium[Bearbeiten]
Das Kuratorium hat insbesondere die Aufgabe, die IBA Thüringen bei der programmatischen und kommunikativen Grundausrichtung zu beraten. Weiterhin sollen die Mitglieder des Kuratoriums die nationale und internationale Vernetzung unterstützen und fungiert dabei als Botschafter. Dieses Gremium setzt sich aus Persönlichkeiten mit großen gesellschaftspolitischen Erfahrungen zusammen. Vorsitzender ist Rechtsanwalt Eckart Drosse. Im November 2012 wurden weitere Mitglieder in das Kuratorium berufen.
Partner[Bearbeiten]
Die Internationale Bauausstellung Thüringen muss breit getragen werden, um ihre Wirkung entfalten zu können. Bereits die Konzeption der Machbarkeitsstudie wurde durch eine Vielzahl von Akteuren konstruktiv begleitet. Dieses Partner-Netzwerk wird kontinuierlich ausgebaut. Hochschulen, Vereine, Kommunen, Wirtschaft und Initiativen können sich in den Prozess einzubringen.
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Homepage
- IBA Trailer Lust auf Zukunft
- Start nach zwei pannenreichen Jahren. MDR Thüringen
- Internationale Bauausstellung in Thüringen eröffnet. MDR Thüringen
- Muss die Energiewende so hässlich sein? Ostthüringer Zeitung, OTZ-Debatte
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Hochspringen nach: 1,0 1,1 Website der IBA Thüringen. Abgerufen am 24. März 2014.
- Hochspringen ↑ Medieninformation der Architektenkammer Thüringen zur Projektarbeit der IBA Thüringen. Website der Architektenkammer Thüringen. Abgerufen am 24. März 2014.
- Hochspringen ↑ Vereinbarung über die Bildung einer Koalitionsregierung für die Fünfte Legislaturperiode des Thüringer Landtages Starkes Thüringen - innovativ, nachhaltig, sozial und weltoffen. (PDF-Datei) Website des Landes Thüringen. Abgerufen am 5. Februar 2014.
- Hochspringen ↑ Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr vom 09.11.2010. Website des Landes Thüringen. Abgerufen am 31. März 2014.
- ↑ Hochspringen nach: 5,0 5,1 Vorbereitungsphase der IBA Thüringen. Website der IBA Thüringen. Abgerufen am 24. März 2014.
- Hochspringen ↑ Medieninformation vom 22.05.2012 des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr. Website des Landes Thüringen. Abgerufen am 5. Februar 2014.
- Hochspringen ↑ Medieninformation vom 30.05.2013 des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr. Website des Landes Thüringen. Abgerufen am 24. März 2014.
- Hochspringen ↑ Stadtplanerin ist neue IBA-Geschäftsführerin. Website Focus Online. Abgerufen am 22. April 2014.
- Hochspringen ↑ IBA Memorandum. (PDF-Datei) Website des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Abgerufen am 14.Januar 2014.
- ↑ Hochspringen nach: 10,0 10,1 10,2 Konzept und Idee der IBA Thüringen. Website der IBA Thüringen. Abgerufen am 5. Mai 2014.
- ↑ Hochspringen nach: 11,0 11,1 11,2 Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr vom 06.06.2013. Website des Landes Thüringen. Abgerufen am 22. April 2014.
- Hochspringen ↑ IBA Salons. Website der IBA Thüringen. Abgerufen am 31. März 2014.
- Hochspringen ↑ Ein Thüringer Modell schaffen - Erfolgreicher Start für IBA Salon mit Prof. Dr. Klaus Töpfer. Website der IBA Thüringen. Abgerufen am 2. April 2014.
- Hochspringen ↑ Von Fischerhütte bis Erfurter Kreuz: Ideen in der Diskussion. Onlineausgabe der Thüringer Allgemeinen Zeitung. Abgerufen am 2. April 2014.
- Hochspringen ↑ IBA Konferenz. Website der IBA Thüringen. Abgerufen am 31. März 2014.
- Hochspringen ↑ Medieninformation vom 11. Okt 2013. Website der Stiftung Baukultur Thüringen. Abgerufen am 31. März 2014.
- Hochspringen ↑ Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr vom 13.08.2013. Website des Landes Thüringen. Abgerufen am 14. April 2014.