Institut für Welternährung

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World Food Institute - Institut für Welternährung e.V.
(IWE)
Zweck: Verbesserung der weltweiten Nahrungsversorgung
Vorsitz: Wilfried Bommert
Gründungsdatum: 2012
Sitz: Berlin
Website: www.institut-fuer-welternaehrung.org

Das Institut für Welternährung – World Food Institute e. V. (kurz: IWE ) ist als gemeinnütziger eingetragener Verein in Berlin eingetragen. Es ist ein Zusammenschluss von Journalisten, Wissenschaftlern und interessierten Praktikern mit dem Ziel, eine grundsätzliche Wende des globalisierten Agrar- und Ernährungssystems herbeizuführen und die Entwicklung lokaler/regionaler Ernährungskonzepte und ihre politische Umsetzung zu unterstützen. Die Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich. Das Institut arbeitet unabhängig von kommerziellen Interessen und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Institut wurde 2012 als Reaktion auf die Welternährungskrise 2007/2008 gegründet.[1] Zum Gründungsvorstand gehörten die Journalisten und Sachbuchautoren Dr. Wilfried Bommert, Dr. Tanja Busse und Dr. Manfred Linz. Als Anerkennung für Ziele, Vision und Mission wurde das Institut für Welternährung - World Food Institute e. V. mit dem Human Award der Familie Kluge Stiftung der Universität Köln ausgezeichnet.

Themen[Bearbeiten]

Das IWE bringt wissenschaftliche Kompetenz, journalistische Expertise und praktische Erfahrungen zusammen. Es versteht sich als Thinktank, Informationsplattform und Netzwerk. Das IWE unterstützt den Wandel des Ernährungssystems:

  • Indem es eine Internet-Plattform aufbaut, auf der sich Akteure des Wandels vernetzen, informieren und austauschen können.
  • Indem es den Wissens- und Erfahrungsstand verbessert.
  • Wissenschaftliche Studien und praktische Erkenntnisse, die international gedacht und in der Praxis erprobt sind, aufbereitet und veröffentlicht.
  • Indem es Leuchtturmprojekte und Vorreiter des Wandels identifiziert und vernetzt.
  • Indem es politische Konzepte bewertet und entwickelt und aktiv in die politische Debatte einbringt.
  • Indem es JournalistInnen und MultiplikatorInnen weiterbildet. Nur so kann ein informativer gesellschaftlicher Diskurs über die Zukunft der Welternährung geführt werden.
  • Indem es sich für eine unabhängige Agrar- und Ernährungsforschung einsetzt.

Das Institut ist beteiligt an internationalen Veranstaltungen, bei denen der Einfluss der zunehmende Fleischkonsums im Kontext des prognostizierten Weltbevölkerungswachstums diskutiert wird.[2]

Mit journalistischen und wissenschaftlichen Publikationen wird politische Wirksamkeit angestrebt. Die Welternährungskrise, die Zusammenhänge von globalen und regionalen Ernährungskreisläufen mit Welthunger, Unterernährung und Fehlernährung erfordern nach Ansicht des IWE einen Paradigmenwechsel. Gefordert wird eine Agrarwende (z. B. Ressourcenschonung, Bekämpfung von anthropogener Desertifikation), eine Forschungswende (zur Förderung nachhaltiger Konzepte der Landwirtschaft) sowie eine Ernährungswende. Ein informierter und bewussterer Umgang mit Nahrung und Ernährung, Produtkionsbedingungen und Verwertung soll eine gesunde und ausreichende Ernährung weltweit befördern.

Projekte[Bearbeiten]

Das IWE untersuchte 2013/2014 Stand und Zustand der Agrarforschung in Deutschland und kommt in seinem Positionspapier zu dem Schluss, dass die deutsche Agrarforschung einseitig auf Förderung der Intensiv-Land- und Ernährungswirtschaft mit hohen Resourccenverbrauch ausgerichtet ist und ökologisch ausgerichtete Konzepte kaum zur Kenntnis nimmt.[3]

Seit 2013 beschäftigt sich das IWE im Rahmen seines Projektes "Vorreiter", welche Ansätze für eine zukunftsfähige Welternährung bereits existieren, welche Vorreiter es auf regionaler, nationaler Ebene bereits gibt, wie sie sich zu einem Netz verknüpfen lassen, und wie sie sich zu einer Kraft entwickeln, die Richtung und Maßstäbe für eine globale Ernährungswende setzen kann.[4]

2014 analysierte das IWE in einem Dossier das politische Bündnis New Alliance for Food Security and Nutrition, das auch von der Bundesregierung unterstützt wird und eine Form der neue Entwicklungspolitik in Zusammenarbeit mit multinationalen Konzernen betreibt. Das Dossier wurde 2015 anlässlich des G7-Gipfels in Deutschland veröffentlicht. Es legt offen, warum das Bündnis zwischen G8-Regierungen und Konzernen den Flüchtlingsstrom nach Europa noch weiter anheizen wird.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen vgl. Kein Brot für die Welt. Die Zukunft der Welternährung, München 2011
  2. Hochspringen "Wie werden künftig neun Milliarden Menschen satt?" ´Jonas Schöll in: Die Welt vom 30. April 2015, abgerufen am 28. Juli 2015
  3. Hochspringen Die Erkenntnisse wurden veröffentlicht als Positionspapier des IWE 8/2014 "Forschung für ein zukunftsfähiges Agrar- und Ernärhungsssystem".Gegen diesen einseitigen Kurs insbesondere in der öffentlichen Forschungsförderung wendet sich das Institut mit einem Memorandum, das unter dem Titel "Forschungswende. Für ein zukunftsfähiges Agrar- und Ernährungssystem" im Herbst 2015 erscheinen soll.
  4. Hochspringen Eine Zwischenbilanz wurde 2014 unter dem Titel: "Brot und Backstein, wer ernährt die Städte der Zukunft" vorgelegt und bei Überreuther, Wien veröffentlicht.
  5. Hochspringen siehe: Unter falscher Flagge. Entwicklungspolitik der New Alliance for Food Security and Nutrition
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