Hugo Dommasch

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Hugo Dommasch (* 19. Dezember 1887 in Gassen (?), Kreis Niederung; † 4. März 1961 in Kiel) war ein deutscher Sanitätsoffizier und Lungenarzt.

Leben[Bearbeiten]

Dommasch besuchte das Gymnasium in Insterburg und studierte Medizin an der Albertus-Universität Königsberg. Im Sommersemester 1909 wurde er Mitglied des Corps Masovia.[1] Eigentlich von wenig robuster Natur, zog er nur wenige Monate nach dem Staatsexamen in den Ersten Weltkrieg und wurde noch 1914 als Bataillonsarzt des 4. Landwehr-Infanterie-Regiment mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 1916 kam er zur 3. Garde-Division (Deutsches Kaiserreich), machte die Feldzüge im Osten und im Westen mit und wurde schwer verwundet. 1917 ließ er sich mit anderen Alten Herren der Masovia reaktivieren, um die kriegsbedingte Suspension des Corps zu verhindern.

1920 promovierte er in Königsberg zum Dr. med..[2] Als er Volontärassistent bei Königsbergs berühmtem Chirurgen Kirschner war, manifestierte sich im Gefolge einer Grippe eine schwere Lungentuberkulose, die er sich im Felde zugezogen hatte. Dommasch ging in die Lungenheilstätte Wasach bei Oberstdorf. Nach langem Krankenlager blieb er dort als Arzt tätig und fand zu seinem späteren Beruf.

Als einer der ersten Patienten wurde er 1920 von Ferdinand Sauerbruch in München einer Thorakoplastik, der Stilllegung eines Lungenflügels, unterzogen. Nach wiederum langer Erholung arbeitete er ab 1925 in München und Kiel, dort mit seinem Corpsbruder Fritz Schellong unter Alfred Schittenhelm in der Medizinischen Universitätsklinik.

Auf Empfehlung von Schittenhelm seit 1931 Direktor der Lungenheilstätte Tönsheide in Holstein, wurde er 1934 von den Nationalsozialisten wegen Unbotmäßigkeit aus der sicheren Beamtenstellung gedrängt. Dommasch ging wieder nach Kiel und arbeitete trotz seiner schweren Beeinträchtigungen bis 1959, über 25 Jahre, als niedergelassener Lungenarzt.

1949/50 war er Mitglied von Masovias Neugründungsausschuß.[3] Das Corps Palaiomarchia verlieh ihm schon 1950 das Band.[4] Schwer traf ihn 1953 der Tod seines Schwiegersohnes Werner Baumbach. Von einer entfernten Verwandten betreut und von Alfred Prang und Hans Lippold oft besucht, starb er wachen Geistes mit 73 Jahren.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 87, 982
  2. Dissertation: Werte der Verfahren des Blutersatzes
  3. Corps Masovia, München 2005, S. 278, 320
  4. Verzeichnis sämtlicher Mitglieder des Corps Masovia 1823 bis 2005. Potsdam 2006
  5. H.-H. Müller-Dieckert, Nachruf auf Hugo Dommasch, Corpszeitung der Altmärker-Mauren 28


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