Hohe Straße 9 (Hannover)

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Haus Hohe Straße 9 (2018), hier als Teil des Unternehmerinnen-Zentrums

Hohe Straße 9 in Hannover lautet die Adresse einer Immobilie mit wechselvoller Geschichte im hannoverschen Stadtteil Linden-Mitte, auf dem unter anderem der Lindener Maschinenbauer Georg Egestorff ab der Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Arbeitern in der nach ihm benannten Egestorffschen Speiseanstalt zu einer warmen Mahlzeit verhalf.[1] Unter der Hausnummer 9 findet sich heute der Sitz des Unternehmerinnen-Zentrums Hannover (UHZ).[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Egestorffsche Speiseanstalt[Bearbeiten]

 
Grundriss der Gebäude für die Egestorff'sche Speiseanstalt auf dem - heutigen - Grundstück Hohe Straße 9;
ganz rechts die Fluchtlinie der Straße

„Das Elend der Hungerzeit Ende der [18]40er Jahre“ zur Zeit der Industrialisierung im Königreich Hannover[3] veranlasste den Unternehmer Georg Egestorff im Jahr 1855 in den Hohen Straße in Linden eine Speiseanstalt zu errichten,[1] die mit der Methode der Egestorff'schen Dampfküche arbeitete.[4]

Der Industrielle verfolgte damit das Ziel, den bei ihm beschäftigten Arbeitern „zu möglichst geringem Preise eine gesunde, kräftige und schmackhafte Mittagsmahlzeit gegen volle Bezahlung des Kostenpreises“ zu verschaffen.[1]

Bald schon konnten an der Hohen Straße täglich rund 3000 Mahlzeiten zum Preis von 12 Pfennigen ausgegeben werden.[3]

Spätere Nutzungen der Immobilie[Bearbeiten]

 
„Die Freischule Egestorffs“;
Bild 5551 im Hanomag-Bildarchiv, um 1920

Das Egestorffsche Bauwerk diente jedoch schon nach wenigen Jahren ab 1863 und bis in die Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs als Schulgebäude:[1] zunächst für eine Freischule für 80 Kinder.[5] Egestorff verfügte die Schulgeld-freie Unterrichtung armer Lindener Kinder "jeglichen Bekenntnisses" - wie eine am Haus angebrachte Eisentafel festhielt. Die gesamte Einrichtung unter der Adresse Hohe Straße 9 schenkte Egestorff der damaligen Dorfgemeinschaft Lindens zuzüglich 8000 Talern zur Unterhaltung der Schule.[3]

Dieser Bildungseinrichtung wurde ab 1864 bis hinein in die Zeit des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1894 eine Warteschule namens Egestorffsche Warteschule Hohe Straße zur Unterrichtung von rund 45 bis 75 Kindern armer Eltern angeschlossen.[6]

An der ebenfalls in der Hohen Straße und zeitlich teilweise parallel von 1888 bis 1893 unterhaltenen christlichen, evangelisch-lutherisch ausgerichteten „Lutherischen Warteschule Elisabethhaus“ wurden regelmäßig rund 85 Kinder unterrichtet.[6]

Ab 1889 diente das Gebäude in der Hohen Straße 9 schließlich als Bürgerschule 5[1] des unterdessen zur selbständigen Industriestadt erhobenen ehemaligen Dorfes Linden.[7]

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Schicksal der Liegenschaft nach 1889
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Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Egestorff: Beschreibung der Speise-Anstalt von Georg Egestorff in Linden bei Hannover. Mit einem Gründplane der Anstalt, Hannover: Hahn'sche Hofbuchhandlung, 1855; Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Zeitgenössischer Bericht über die Egestorff'sche Speiseanstalt im Münchener Bote für Stadt und Land Nr. 289 vom 6. Dezember 1855, S. 1271; Volltext in der Google-Buchsuche
  • Die Egestorff'sche Speiseanstalt in Linden bei Hannover. In: Jurende's Mährischer Wanderer für das Jahr 1857, S. 178 f.; Volltext in der Google-Buchsuche
  • A. E. Kruse: Ein Rundgang durch Alt-Linden (Teil 1), in A. König (Schriftleitung): Hanomag-Wegweiser. Werkzeitung für Angehörige der Hanomag, hrsg. von der Hannoverschen Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, vormals Georg Egestorff, Hannover-Linden, Heft 114 (Jahrgang X) vom April 1923, S. 26–28; hier: S. 27

Archivalien und museale Stücke[Bearbeiten]

Archivalien oder Exponate von Museen zur Geschichte der Immobilie Hohe Straße 9 in Hannover finden sich beispielsweise

Weblinks[Bearbeiten]

  Commons: Hohe Straße 9 (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Helmut Zimmermann: Der Lindener Marktplatz – lebendiges Herz einer „heimlichen Stadt“, in ders.: Linden. Vom Bauerndorf zum Ihmezentrum ( = Streifzüge durch Hannovers Geschichte), Harenberg-Labs, Hannover 1986, ISBN 3-89042-019-2, S. 17–21; hier: S. 20
  2. Cornelia Klaus, Urte Boljahn et al.: Unternehmerinnen-Zentrum Hannover. Jubiläums-Zeitschrift ..., Hannover: UHZ, [2012?]
  3. 3,0 3,1 3,2 A. E. Kruse: Ein Rundgang durch Alt-Linden (Teil 1), in A. König (Schriftleitung): Hanomag-Wegweiser. Werkzeitung für Angehörige der Hanomag, hrsg. von der Hannoverschen Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, vormals Georg Egestorff, Hannover-Linden, Heft 114 (Jahrgang X) vom April 1923, S. 26–28; hier: S. 27
  4. Pierer's Universal-Lexikon, Band 5, Altenburg 1858, S. 488; Digitalisat über zeno.org
  5. 5,0 5,1 Walter Buschmann: Kommunalverhältnisse in nachrevolutionärer Zeit, in ders.: Linden. Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert ( = Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Band 92), überarbeitete Neuauflage der in Hildesheim bei August Lax 1981 erschienenen Ausgabe (ISBN 3-7848-3492-2), Hannover: Verlag Hahnsche Buchhandlung, 2012, ISBN 978-3-7752-5927-9, S. 130–134; hier: S. 132f.
  6. 6,0 6,1 Walter Buschmann: Linden. Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert ( = Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens Bd. 92), zugleich Dissertation 1979 an der Universität Hannover, Hildesheim: Verlag August Lax, 1981, ISBN 978-3-7848-3492-4 und ISBN 3-7848-3492-2, S. 531; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  7. Klaus Mlynek: Linden, in: Stadtlexikon Hannover, S. 406ff., hier: S. 407
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52.3661629.717242Koordinaten: 52° 21′ 58,18″ N, 9° 43′ 2,07″ O