Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache

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Die Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache ist eine gemeinnützige deutsche Stiftung, die der Sprachpflege dient.

Zur Geschichte der Henning-Kaufmann-Stiftung

Die Henning-Kaufmann-Stiftung ist eine Nachlaßstiftung des Gymnasiallehrers und Namenforschers Henning Kaufmann (1897-1980). Sie wurde drei Jahre nach seinem Tod begründet.

Der Stifter Henning Kaufmann verfaßte zahlreiche Bücher über Personen-, Orts- und Flußnamen. Beispielsweise erschienen seine „Grundfragen der Namenkunde“ in 5 Bänden, z.B. Band 1: „Bildungsweise und Betonung der deutschen Ortsnamen“ (2. Auflage 1977). 1959, Band 3: „Untersuchungen zu altdeutschen Rufnamen“, 1965. Darauf aufbauend verfaßte Kaufmann u.a. 1968 einen Ergänzungsband zu Ernst FörstemannAltdeutsches Namenbuch Band I: Personennamen“.

Zu Ehren Henning Kaufmanns erschien anläßlich seines 80. Geburtstages 1978 eine Festschrift „Name und Geschichte“.

Auf Henning Kaufmann geht eine weitere Stiftung zurück, die ebenfalls Preise verleiht, die „Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage“ oder auch „Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der westdeutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage“. Die von dieser Namenforschungs-Stiftung geförderten Arbeiten wirken grenzübergreifend nach Österreich, in die Schweiz, nach Frankreich und in Staaten mit deutschsprachigen Minderheiten hinein:

  • Friedhelm Debus (Hrsg.): Zu Ergebnissen und Perspektiven der Namenforschung in Österreich. Jahrespreis 1992 der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage. 1994
  • Friedhelm Debus [Hrsg.]: Romania – Germania. Die Bedeutung von Ortsnamen für die Sprachgeschichte im Grenzgebiet zweier Sprachen. Jahrespreise 1996 und 1997 der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf Sprachgeschichtlicher Grundlage.

Die interdisziplinäre Forschergruppe „Nomen et gens“ erhielt im September 2004 den Preis der „Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage“. Anläßlich der Preisverleihung fand ein wissenschaftliches Kolloquium statt, auf dem das aktuelle Projekt der Forschergruppe unter dem Thema „Name und Gesellschaft im Frühmittelalter“ vorgestellt wurde. Im Mittelpunkt der Diskussion stand dabei, ob und inwieweit die aus dem 3. bis 8. Jahrhundert überlieferten Personennamen als Indikatoren für sprachliche, ethnische, soziale und kulturelle Gruppenzugehörigkeiten ihrer Träger ausgewertet werden können. Ergänzend stellten Philologen und Historiker aus sechs europäischen Ländern vergleichbare prosopographisch-namenkundliche Projekte vor. Dabei wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich. Neben methodischen Problemen der Erschließung und Auswertung sowie Fragen der Ergebnispräsentation kamen vielfältige Möglichkeiten internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Personennamenforschung in den Blick, die künftig genutzt werden sollen. [1]

Die Leitung der Henning-Kaufmann-Stiftung

Der Vorstand

Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung ist der Germanist Ulrich Knoop . Dem Vorstand gehören außerdem an: Rechtsanwalt Dr. jur. Ekkehard Keller , Heinz-Günter Schmitz , Helmut Glück und Ulrike Johanning .

Die Verwaltung

Der Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft in Essen verwaltet die Stiftung treuhänderisch. Die Anschrift des Vorstands lautet daher: Henning Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, 45224 Essen.

Aufgaben der Henning-Kaufmann-Stiftung

Die Henning-Kaufmann-Stiftung knüpft „im Geist der Treue zur eigenen Sprache“ an die lange Tradition deutscher Sprachpflege und Sprachkritik an. Seit 1984 verleiht die Stiftung jährlich einen Sprachpreis für Verdienste um die Pflege der deutschen Sprache; außerdem vergibt sie Stipendien für Arbeiten im Bereich der Sprachpflege und Sprachkritik. [2] Das gesamte jährliche Fördervolumen der Stiftung liegt zwischen 12.500 und 25.000 Euro.

Deutscher Sprachpreis

Der Deutsche Sprachpreis war mit 10.000 DM bis 15.000,- DM dotiert, jetzt mit 7.500 Euro. Mit ihrem Sprachpreis will die Stiftung auf einen sorgfältigen Sprachgebrauch und ein gutes und vor allem verständliches Deutsch hinwirken. [3]

Träger des Deutschen Sprachpreises sind:

Stipendien für Arbeiten im Bereich der Sprachpflege und Sprachkritik

Die Stiftung hat Stipendien zur Bearbeitung folgender Themen vergeben:

  • „Joachim Heinrich Campes aufklärerische Sprachkritik und der Sprachpflegegedanke“ (Januar 1985 bis September 1987). An: Dr. Jürgen Schiewe (Freiburg). Die Ergebnisse wurden veröffentlicht: Jürgen Schiewe: Sprachpurismus und Emanzipation. Joachim Heinrich Campes Verdeutschungsprogramm als Voraussetzung für Gesellschaftsveränderungen. Verlag Georg Olms (Hildesheim), 1988 (= Germanistische Linguistik 96-97, 1988).
  • „Der Begriff der Sprachreinheit' in Deutschland zwischen Reformation und Aufklärung.“ An: Dr. Gerhard Härle (Marburg / Siegen). Veröffentlicht als: Gerhard Härle: Reinheit der Sprache des Herzens und des Leibes. Zur Wirkungsgeschichte des rhetorischen Begriffs ,puritas' in Deutschland von der Reformation bis zur Aufklärung (Tübingen), 1996 (= Rhetorik-Forschung Band 11).
  • Derzeit wird das Vorhaben „Klassikerwortschatz“ unterstützt, das die erklärungsbedürftigen Wörter in den Schriften unserer Klassiker in einem „Klassikerwörterbuch“ erläutern wird. [5]

Veröffentlichungen der Henning-Kaufmann-Stiftung (Auswahl)

Das Jahrbuch der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der Deutschen Sprache erschien anfangs im Jonas Verlag, Marburg, später in der Edition Argus, Schliengen. Erscheinungsverlauf: 1984(1985) - 1990/91(1995); 1995/99(2001); 2000 ...

  • Hans-Martin Gauger: Brauchen wir Sprachkritik? Marburg: Jonas, 1985, 63 S., ISBN 3-922561-41-1 (Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der Deutschen Sprache, Jahrbuch 1984)
  • Martin Wagenschein: Die Sprache zwischen Natur und Naturwissenschaft. Marburg: Jonas-Verlag, 1986, 94 S., ISBN 3-922561-44-6 (Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der Deutschen Sprache, Jahrbuch 1985)
  • Ulrich Knoop; Heinz-Günter Schmitz (Hrsg.): Jahrbuch der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache 1986. Marburg: Jonas Verlag, 1987, 70 Seiten. Zwei Beispiele aus dem Inhalt:
    • Joachim Dückert: Das Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm und seine Neubearbeitung. In: Ulrich Knoop; Heinz-Günter Schmitz (Hrsg.): Jahrbuch der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache 1986. Marburg 1987, S. 25-44
    • Karl Stackmann: „Allen bekannt und doch ein Geheimnis“: Das Grimm'sche Wörterbuch und die Sprache. In: Ulrich Knoop; Heinz-Günter Schmitz (Hrsg.): Jahrbuch der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache 1986. Marburg 1987, S. 45-66. (auch in: Karl Stackmann: Philologie und Lexikographie. Kleine Schriften II. Hg. v. Jens Haustein. Göttingen 1998, S. 172-185)
  • Friedhelm Debus; Ernst Eichler; Hans Walther: Benennung und Sprachkontakt bei Eigennamen. Jahrespreis 1987 der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der westdeutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage. Carl Winter Verlag, 1988, 67 Seiten
  • Ulrich Knoop (Hrsg.): Will Quadflieg Rezitation und Vortrag / Hans Wollschläger: Der Gang zu jenen Höhn. F. Rückert zum 200. Geburtstag. Marburg: Jonas, 1991, 94 S. (Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache Jahrbuch 1987/88)
  • Henning-Kaufmann-Stiftung Jahrbuch 1989, Marburg: Jonas, 1994, 103 Seiten, ISBN 3894451408 (Rumäniendeutsche Gedichte und Prosa)
  • Friedhelm Debus (Hrsg.): Zu Ergebnissen und Perspektiven der Namenforschung in Österreich. Jahrespreis 1992 der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage. Heidelberg: C. Winter Verlag, 1994, 181 S. (Mit Beiträgen von Friedhelm Debus, Maria Hornung, Elisabeth Schuster und Peter Wiesinger)
  • Friedhelm Debus [Hrsg.]: Romania – Germania. Die Bedeutung von Ortsnamen für die Sprachgeschichte im Grenzgebiet zweier Sprachen. Jahrespreise 1996 und 1997 der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf Sprachgeschichtlicher Grundlage. Heidelberg: Winter, 1998, 61 S., ISBN 3-8253-0855-3 (Beiträge zur Namenforschung, Beihefte; N.F., 52)
  • Henning-Kaufmann-Stiftung (Hrsg.): Jahrbuch der Henning-Kaufmann-Stiftung 1995-1999. Deutscher Sprachpreis 1995-1999. Schliengen: Verlag Ulrich Schmitt (Edition Argus), 2001,188 S., ISBN 3931264130 (Taschenbuch, darin u.a.: Hans Hattenhauer: Über Juristenstil und Allgemeinsprache. Peter Eisenberg: Sprache, Schrift und Orthographie. Wulf Kirsten: Textur. Dorothea Kuhn: Ballonfahrt. Walter Krämer: Sich einmischen oder wegschauen, sowie Beiträge der Autoren Peter von Polenz, Ludwig Harig, Uwe Pörksen, Heinz G Schmitz und Jürgen Schiewe)
  • Dorothea Kuhn; Uwe Pörksen: Unerwarteter Aufstieg. Reden, gehalten zur Verleihung des Henning Kaufmann-Preises am 25. September 1998 im Wittumspalais zu Weimar. Marbach am Neckar / Weimar 1998. Tübingen: Gulde-Druck, 37 Seiten
  • Laudatio für Prof. Dr. Hans Hattenhauer anläßlich der Verleihung des „Deutschen Sprachpreises“ der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache 1995. In: Henning-Kaufmann-Stiftung (Hrsg.): Deutscher Sprachpreis 1995-1999, Schliengen: Edition Argus, S. 13-30.
  • Walter Krämer: Sich einmischen oder wegschauen - Problemfall deutsche Sprache. (Vortrag zur Verleihung des Deutschen Sprachpreises, 24. September 1999). In: Henning-Kaufmann-Stiftung (Hrsg.): Deutscher Sprachpreis 1999. Ansprachen und Reden anläßlich der Verleihung des „Deutschen Sprachpreises“ am 24. September 1999 im Wittumspalais zu Weimar, 40 Seiten - online
  • Friedhelm Debus (Hrsg.): Namen in sprachlichen Kontaktgebieten. Jahrespreise 2000, 2001, 2003 der „Henning-Kaufmann-Stiftung zur Förderung der deutschen Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage“. Mit Beiträgen von Inge Bily, Friedhelm Debus, Ernst Eichler, Dieter Geuenich, Wolfgang Haubrichs, Martina Pitz, Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein und Peter Wiesinger. Zwei Vorträge der Preisträger betreffen den östlichen, ein Vortrag den westlichen Kontaktbereich. Hildesheim; Zürich; New York: Georg Olms Verlag, 2004, 310 Seiten, ISBN 3-487-12768-7 (Deutsche Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage; Band 1)
  • Dieter Geuenich; Ingo Runde (Hrsg.): Name und Gesellschaft im Frühmittelalter. Personennamen als Indikatoren für sprachliche, ethnische, soziale und kulturelle Gruppenzugehörigkeiten ihrer Träger. Hildesheim; Zürich; New York: Georg Olms Verlag, 2006, 390 S., ISBN 3-487-13106-4 (Deutsche Namenforschung auf sprachgeschichtlicher Grundlage, Band 2. Beiträge teilweise deutsch, englisch, französisch)

Literatur

  • Friedhelm Debus; Karl Puchner: Name und Geschichte. Henning Kaufmann zum 80. Geburtstag. München: Fink, 1978, 385 (3) S., ISBN 3-7705-1507-2 (Eine Festschrift zu Ehren eines Wissenschaftlers, der sich in besonderer Weise um die deutsche Namenskunde verdient gemacht hat. Aus dem Inhalt: A. Personennamen. Vornamen, Beinamen, Familiennamen. B. Ortsnamen. Siedlungsnamen, Flurnamen. C. Verschiedenes. Mit Beiträgen von u. a.: Friedhelm Debus, Egon Felder, Hellmut Rosenfeld, Dieter Berger, Bruno Boesch, Pierre Hessmann)
  • Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache. In: Deutsche Sprache 4/84. Berlin: Schmidt, 1985, S. 382 (Deutsche Sprache Jahrgang 4/12, eine Zeitschrift des Instituts für Deutsche Sprache)

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Dieter Geuenich; Ingo Runde (Hrsg.): Name und Gesellschaft im Frühmittelalter. Personennamen als Indikatoren für sprachliche, ethnische, soziale und kulturelle Gruppenzugehörigkeiten ihrer Träger. Hildesheim: Olms Verlag, 2006
  2. Henning-Kaufmann-Stiftung (Hrsg.): Deutscher Sprachpreis 1999. Ansprachen und Reden anläßlich der Verleihung des „Deutschen Sprachpreises“ am 24. September 1999 im Wittumspalais zu Weimar, S. 38
  3. „Streiflicht“ erhält Deutschen Sprachpreis 2003. In: www.uni-protokolle.de, 18. März 2003
  4. Deutscher Sprachpreis 2007 für Charles Linsmayer
  5. Henning-Kaufmann-Stiftung (Hrsg.): Deutscher Sprachpreis 1999. Ansprachen und Reden anläßlich der Verleihung des „Deutschen Sprachpreises“ am 24. September 1999 im Wittumspalais zu Weimar, S. 40
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