Hendrik Koot

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Hendrik Koot (1940)

Hendrik Evert Koot (* 5. April 1898 in Amsterdam; † 14. Februar 1941 ebenda) war ein Mitglied der Weerbaarheidsafdeling, das bei einer Auseinandersetzung im Jodenbuurt, dem jüdischen Viertel von Amsterdam, tödlich verletzt wurde. Sein Tod gab den Anlass zu ersten Razzien und Massenverhaftungen von Juden in Amsterdam und ihrer Verschleppung in deutsche Konzentrationslager.

Leben[Bearbeiten]

Der Weerbaarheidsafdeling war eine nach dem Vorbild der SA gebildete Schlägertruppe der Nationaal-Socialistische Beweging. Am 11. Februar 1941 suchte Koot mit einer Bande Gaststätten in der Rembrandtplein auf und versuchte, die Wirte durch Einschüchterung dazu zu bewegen, Juden den Zutritt zu untersagen.

Koot agierte mit einem Totschläger.[1][2] Bei der Schlägerei wurde Koot so schwer verletzt, dass er drei Tage später starb. Am 17. Februar 1941 wurde er feierlich beigesetzt.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Nach den Zusammenstößen und Schlägereien zwischen Mitgliedern der „Wehrabteilung“ und überwiegend jüdischen Bewohnern riegelten die Deutschen das Viertel ab.[3] Hans Böhmcker, der Vertreter des im Urlaub weilenden Arthur Seyß-Inquart, befahl Abraham Asscher und zwei Rabbinern, einen Judenrat zusammenzustellen, dessen erste Pflichtaufgabe es war, alle Juden zur sofortigen Ablieferung von Waffen aller Art aufzurufen.[4] Am 17. Februar wurde die Absperrung des jüdischen Viertels bis auf Weiteres verlängert und die Verwaltung wurde über Pläne zur Einrichtung eines Ghettos informiert.[5]

Der Generalkommissar für das Sicherheitswesen Hanns Albin Rauter führte am 22. und 23. Februar 1941 die ersten Razzien und Massenverhaftungen von Juden in Amsterdam durch. Zur Begründung der Vergeltungsmaßnahmen wurden die „bestialische Ermordung eines niederländischen Nationalsozialisten im Judenviertel“ sowie ein am 19. Februar erfolgter Angriff auf eine Patrouille der deutschen Sicherheitspolizei genannt.[6] In der Folge wurden 389 Juden festgenommen und ins Konzentrationslager Buchenwald und später nach Mauthausen verschleppt.[7] Dieses Vorgehen löste einen Generalstreik aus, der am 25. und 26. Februar Amsterdam und anderer Städte im Norden Hollands lahmlegte.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. en:Amsterdam City Archives, [1]
  2. Hrsg.: Beate Kosmala, Georgi Verbeeck, Facing the Catastrophe: Jews and Non-Jews in Europe During World War II, S. 112
  3. Dokument VEJ 5/58 = Katja Happe, Michael Mayer, Maja Peers (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 (Quellensammlung) Band 5: West- und Nordeuropa 1940-Juni 1942. München 2012, ISBN 978-3-486-58682-4
  4. Dokument VEJ 5/56, hier S. 217.
  5. Dokument VEJ 5/58.
  6. Dokument VEJ 6/60.
  7. Israel Gutman u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust. München und Zürich 1995, ISBN 3-492-22700-7, S. 1002 / Bei VEJ, S. 33, wird die Zahl 425 genannt.
  8. Katja Happe, Michael Mayer, Maja Peers (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 (Quellensammlung) Band 5: West- und Nordeuropa 1940-Juni 1942. München 2012, ISBN 978-3-486-58682-4, S. 33.
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